Grundstein für künftige Zusammenarbeit gelegt

Erste Sitzung der Öko-Modellregion „Günztal“ in Ottobeuren

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Ottobeuren - Die in der Öko-Modellregion „Günztal“ zusammengeschlossenen 15 Kommunen - Babenhausen, Böhen, Egg a.d. Günz, Günzach, Hawangen, Holzgünz, Kettershausen, Markt Rettenbach, Obergünzburg, Ottobeuren, Ronsberg, Sontheim, Ungerhausen, Untrasried und Westerheim - hielten ihre erste gemeinsame Sitzung im Haus des Gastes in Ottobeuren ab. In einer Zweckvereinbarung wurde über die künftige Zusammenarbeit und die Kostenverteilung in der landkreisübergreifenden Öko-Modellregion abgestimmt.

Ein Gremium aus 15 Bürgermeistern stellte die 31-jährige Rebecca Schweiß als Koordinatorin und Projektmanagerin ein. Sie tritt ab 18. November ihren Dienst in einer Bürogemeinschaft mit der Stiftung Kulturlandschaft Günztal an. Vorerst angelegt auf zwei Jahre rechnet die Modellregion mit jährlichen Ausgaben von 73.580 Euro, wovon 68.000 Euro förderfähig sind und vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten über das Amt für ländliche Entwicklung Schwaben mit 75 Prozent bezuschusst werden. Den Eigenanteil in Höhe von 22.580 Euro wollen die beteiligten Gemeinden (nach Einwohneranteil) jeweils zum Jahresende aufteilen. Ebenfalls vereinbart wurde: Die Marktgemeinde Ottobeuren übernimmt im Vorfeld die Verwaltungsarbeiten und die Kämmerei Obergünzburg die förderrechtliche Abwicklung während der zweijährigen Laufzeit - auch für die anderen Kommunen kostenfrei. Rebecca Schweiß hat nun die Aufgabe die Projekte in Zusammenarbeit mit einer Lenkungsgruppe umzusetzen.

Als Projekte wurden benannt:

  • Förderung des Günztaler Weiderinds
  • Anbau alter Kultursorten aus der Region
  • Förderung und Bündelung des Ackerbaus im Bereich Speisemarktfrüchte
  • Anlage und Pflege von Streuobstwiesen und Vermarktung
  • Imkerei
  • Etablierung von Günztaler Bio-Produkten in der Gemeinschaftsverpflegung und Gastronomie
  • Ausbau der Direktvermarktung und Diversifizierung im Bereich Milch sowie Informations- und Bewusstseinsbildung

Weitere Projekte können mit Zustimmung der Lenkungsgruppe für alle, aber auch für einzelne Gemeinden entwickelt und durchgeführt werden. Den zusätzlichen Sach- und Projektaufwand für Projekte, die nur einer Gemeinde zugutekommen, trägt die jeweils betreffende Kommune alleine.

Die etwa drei- bis viermal jährlich tagende Lenkungsgruppe besteht jeweils aus einem Ersten Bürgermeister aus den Verwaltungsgemeinschaften Obergünzburg, Ottobeuren und Babenhausen. Die Kommunen Markt Rettenbach, Westerheim, Holzgünz, Sontheim und Ungerhausen entsenden, nach Absprache, einen (stimmberechtigten) Ersten Bürgermeister aus ihren Reihen. Nur beratend gehören der Lenkungsgruppe zudem folgende natürliche oder juristische Personen an: ProNah Unterallgäu e.V., Stiftung KulturLandschaft Günztal, Erich Lerf als Beauftragter des Marktes Ottobeuren, stellvertretende Kreisbäuerin Marlene Egger, Stefan Weinhardt als Vertreter der konventionellen Landwirtschaft, Landschaftspflegeverband Unterallgäu e.V. sowie ein Vertreter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF).

Die Gemeindevertreter trafen sich zur ersten Sitzung: (vorne von links) Markus Koneberg, Franz Morath, Alfons Weber , Paul Nagler, Projektmanagerin Rebecca Schweiß, Josef Fickler sowie (hinten von links) Maria Bachmayer (Landratsamt Unterallgäu), Rudolf Rauscher, Gerhard Kraus, Alfred Wölfle , Ulrich Ommer, Lars Leveringhaus, German Fries, Alfred Gänsdorfer, Christa Bail und Dieter Miller. Auf dem Bild fehlt: Bürgermeister Andreas Meer (Böhen).

Günzachs Zweiter Bürgermeister Michael Feistl machte deutlich, dass die Region mehr habe als nur eine Bioschiene. „Es ist wichtig, dass vor allem auch die gesamte regionale Landwirtschaft mit eingebunden wird. Andernfalls hat man nach zwei Jahren ein Problem.“ Als wichtig betrachtet die Westerheimer Bürgermeisterin Christa Bail auch, dass nicht nur Öko- und Biolandwirte, sondern insbesondere das Miteinander gefördert wird. „Zur Öko-Region gehören auch besonders nachhaltig wirtschaftende Gewerbebetriebe“, betont Bail. Bürgermeister Josef Fickler erläuterte hierzu, dass etwa die Ungerhausener Firma Alois Müller energieautark und größtenteils nur mit eigenerzeugter Sonnenenergie arbeitet. Laut Ottobeurens Bürgermeister German Fries kam dieser Zusammenschluss zustande, da alle Beteiligten von der Idee überzeugt seien. Das Öko-Modellprojekt passe wunderbar in das Günztal. Wenn das Projekt gut läufe, werde man nach zwei Jahren hierfür auch eine Anschlussfinanzierung finden. (jw)

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