Räume für den Austausch

Europabus macht Station in Memmingen

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In Kooperation mit der Bayerischen Staatskanzlei, dem DGB und einigen anderen Organisationen tourt das „Bayerische Bündnis für Toleranz“ mit einem alten Berliner Doppeldeckerbus durch Bayern und machte am Samstag auch in Memmingen Station.

Memmingen – In Kooperation mit der Bayerischen Staatskanzlei, dem DGB und einigen anderen Organisationen tourt das „Bayerische Bündnis für Toleranz“ seit dem 30. April mit einem alten Berliner Doppeldeckerbus durch ganz Bayern, um im Zuge der Europawahl über die EU zu informieren.

Am Tag von „Memmingen blüht“ machte der Bus am Memminger Hallhof seinen Halt. Das Bündnis für Toleranz will bei dieser bayernweiten Aktion mit den Menschen ins Gespräch kommen, sich ihre Meinungen und Befürchtungen anhören, aber auch über Wünsche und Vorstellungen für die künftige Ausgestaltung der Europäischen Union diskutieren. 

Tourmanagerin Milli Leibfarth meinte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass die Reaktionen der Menschen schon sehr unterschiedlich gewesen seien. Es gebe EU-Kritiker, Protestwähler und sogar Menschen die gar nicht wussten, dass die EU-Wahl bevorsteht, erzählt Leibfarth. „Große Nachfrage an Informationen besteht bei allen Altersgruppen und unsere Besucher nehmen unsere Broschüren dankbar entgegen. In Europa haben wir viele gemeinsame Werte, und die gilt es für die nächsten Jahre zu erhalten“, führt die Tourmanagerin weiter aus. Viele Menschen wollen ihrer Erfahrung nach, dass man ihnen einfach nur zuhört und sie ihre Meinung äußern lässt. Leibfarth sieht ihre Aufgabe darin, Räume für den Austausch zu schaffen und Veranstaltungen zu kreieren, die das Bewusstsein für Europa fördern. 

Die meisten Menschen seien sich der Schicksalshaftigkeit dieser Wahl sehr wohl bewusst, weiß die Tourmanagerin. „Die EU ist wichtig, weil wir nirgendwo anders einen so hohen Standard haben wie in Europa. Wir haben Wohlstand, die Wirtschaft wächst, wir haben ein demokratisches System, Menschenrechte und eine Solidarität, die man auf keinem Kontinent der Welt findet“, so Leibfarth weiter. Europa habe auch eine vielfältige Kultur, die man schätze und fördere, aber das alles sei nicht selbstverständlich und in größerer Gefahr, als es früher der Fall war. Auch wenn nicht alles gut läuft in der Union und es noch viele Veränderungen brauche, müsse man dafür eintreten, meint die Tourmanagerin. 

Louise Ohlig ist Frontrunnerin, das heißt sie steht vor dem Bus und stellt den Leuten Fragen. Sie will beispielsweise erfahren, ob die Menschen überhaupt wählen gehen und was sie denn über die EU wissen. Die Mehrheit der Angesprochenen sei sehr interessiert und positiv gestimmt, meint Ohlig gegenüber unserer Zeitung. Viele Menschen seien aber verunsichert, weil sie nicht wissen wen sie wählen sollen. Ihre Aufgabe sieht sie darin, hier Aufklärungsarbeit zu leisten und über die Funktion der Europäischen Union zu informieren. 

Die Flüchtlingskrise spiele bei vielen Menschen eine große Rolle, weiß Ohlig auf die Frage, was die großen Themen sind. Hier seien bei vielen Menschen Ängste aufgekommen, die auch eine gewisse Überforderung mit sich bringen. Das alles hänge viel mit der zunehmenden Globalisierung zusammen und aus diesem Grund besinnen sich viele zurück, auf den historisch gewachsenen Nationalstaat. Sie sehen ihn als etwas, an dem man sich in seinen Ängsten festhalten kann, meint Ohlig. Die nationale Identität sei nach wie vor die Stärkste, obwohl sich immer mehr Menschen als Europäer sehen. Die Probleme, auch die der Globalisierung, könne man aber nur lösen, wenn man zusammenarbeitet. 

Es gibt laut Ohlig Prognosen, nach denen in 50 Jahren kein europäisches Land mehr unter den G8 sein wird. Eine Mitgliedschaft in diesem mächtigen Kreis sei dann nur noch mit einem geeinten Europa möglich. 

„Wenn die EU auseinanderfällt gibt es auch niemanden mehr, der unsere Werte vertritt“, meint die Politaktivistin. (ew)

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