Fachgespräch zwischen BBV Unterallgäu und Staatsminister Brunner

Viele brisante Themen angesprochen

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Beim Gespräch des BBV Unterallgäu mit Staatsminister Helmut Brunner wurden einige brisante Themen angerissen.

Kettershausen - Anlässlich des Auftrittes von Helmut Brunner, Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, im Festzelt Kettershausen nutzte der Bayerische Bauernverband (BBV) Unterallgäu die Gelegenheit, vorher mit ihm ein politisches Fachgespräch zu führen.

Kreisobmann Martin Schorer versuchte zusammen mit seinen Vorstandskollegen, möglichst viele brisante Themen anzusprechen. Bei der öffentlichen Diskussion um Nitrat im Trink- und Grundwasser müsse seines Erachtens mehr Sachlichkeit her. Immerhin seien in Schwaben 99,9 Prozent der Trinkwasserversorgungsanlagen unter dem Grenzwert. Bei der Düngeverordnung müsse das Land Bayern den bestehenden Spielraum in der Umsetzung voll ausschöpfen – zum Beispiel bei der Ermittlung der roten Gebiete, bei der Verschiebung der Sperrfristen, bei Ausnahmen der vorgeschriebenen Technik und bei neuen Vorschriften. Die Anbindehaltung bei Rindern dürfe laut Schorer nicht so verteufelt werden und man müsse diesen Betrieben, die der BBV als gleich- und vollwertig ansehe, sehr lange Übergangsfristen und verschiedene Alternativen anbieten. 

Kreisbäuerin Margot Walser beklagte die zahlreichen Auflagen und Vorschriften, die die Bewirtschaftung eines Hofes betreffen, von der pünktlichen Eingabe in die HIT-Datenbank bis zu den Düngeverordnungsvorschriften. Die Regierung solle laut Walser nicht so auf die Umwelt- und Tierschutzverbände hören, sondern mehr auf die Landwirtschaft. 

Weitere Anliegen der Kreisvorstandsmitglieder waren Flächenfraß, die ihres Erachtens zu häufig durchgeführten und unangemeldeten Kontrollen, die Auflagen des Lebensmitteleinzelhandels und der Molkereien bei der Milchproduktion sowie weitere Details bei der Düngeverordnung.

Minister Brunner versuchte seinerseits, die Themen möglichst verständlich und aus Sicht der bayerischen Agrarpolitik zu beantworten. So hätten Bayern und der bayerische Bauernverband in Bezug auf die Düngeverordnung viel erreicht. Das Bundesumweltministerium und der Bundesrat, in dem die rot-grünen Länder eine Mehrheit haben, hätten laut Brunner aber ständig auf Verschärfungen hingearbeitet. Was das Thema Anbindehaltung angeht, verwies Brunner auf das bayerische Sonderprogramm Landwirtschaft, das auch kleine Betriebe bei der Umstellung auf den Laufstall unterstützen soll. (MK)

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