Vor dem Abriss gerettet

Memminger Fassadenpreis geht an Nursel und Kenan Abraham

Das ausgezeichnete Bauwerk in der Kreuzstraße 11.
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Das ausgezeichnete Bauwerk in der Kreuzstraße 11.

Memmingen - Im Rahmen der „Heimatstunde“, traditionell Schlussveranstaltung des Fischertags, wurde auch dieses Jahr wieder der mit 4.500 Euro dotierte städtische Fassadenpreis an Bauherren für städtebaulich gelungene Sanierungen verliehen. Übergeben wurde der von der Fachjury des Bausenats ermittelte Preis von Oberbürgermeister Manfred Schilder im Kreuzherrnsaal. Umrahmt wurde die Feier von Beiträgen der städtischen Sing- und Musikschule sowie durch Tänzerinnen der Tanzschule Orchidee.

Musikalisch auf die Veranstaltung im Kreuzherrnsaal eingestimmt, ließ Fischertagvereinsvorsitzender Michael Ruppert das Heimatfest nochmals kurz Revue passieren und äußerte sich sehr zufrieden mit dem Ablauf. „Doch ab heute ticken bereits die Wallensteinuhren“, so Ruppert zu den Gästen, unter denen auch der neu gekrönte Fischerkönig „Walter IV., der Taucher“, mit seiner Ehefrau weilte, bevor Oberbürgermeister Manfred Schilder in seiner Laudatio auf den diesjährigen Preisträger des Fassadenpreises einging.

Die Vergabe des Fassadenpreises wurde vom Bausenat nach eingehender Prüfung des Objektes unter Einhaltung der Vergabe-Richtlinien und nach ausgiebiger Diskussion in der Sitzung vom 4. Juli 2019 beschlossen sowie in Abstimmung mit der Heimatpflege einstimmig entschieden. Ausgezeichnet wurden dieses Jahr Nursel und Kenan Abraham, vertreten durch Nursel Abraham und ihren Sohn und Architekten, Benjamin Abraham, für die vorbildlich gelungene Sanierung des Gebäudes in der Kreuzstraße 11.

Oberbürgermeister Manfred Schilder zeichnet Nursel und Kenan Abraham (vertreten durch Benjamin Abraham) mit dem Fassadenpreis aus.

„Das am Stadtbach liegende dreigeschossige Gebäude bildet stadträumlich den südöstlichen Abschluss des Roßmarktes und prägt somit maßgebend den Übergang der Kreuzstraße in den Roßmarkt“, wie es in der Begründung heißt. Wegen seines schlechten Zustandes, ungünstiger Geschosshöhen und schwierigen Raumaufteilungen hätte das Gebäude in den Jahren 2012/13 eigentlich abgebrochen werden sollen. Durch einen Eigentümerwechsel konnte es jedoch erhalten werden. In enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden erfolgte durch die Bauherren Nursel und Kenan Abraham eine umfangreiche Sanierung des Gebäudes.

Im Erdgeschoss befinden sich weiterhin gewerbliche Nutzungen. In den Obergeschossen entstanden Wohnungen, die durch den Einbau eines neuen zentralen Treppenhauses mit Aufzug und energetischer Maßnahmen heutigen Wohnansprüchen entsprechen. Beim Einbau neuer Dachgauben für die Belichtung der Dachgeschosswohnnutzung wurden die Vorgaben der Dankmalbehörden umgesetzt. Das heutige Erscheinungsbild der Fassade orientiert sich an der Umbauphase Ende des 19. Jahrhunderts.

Rückblick auf das Handwerk

Ein Highlight für alle geschichtsbewussten Zuhörer war wiederum die Heimatstunde mit Stadtarchivar Christoph Engelhard, der unter dem Titel die „Zimmerhütte“ in einem geschichtlichen Rückblick mit Lichtbildern das Handwerk der Memminger Zimmerer und Maurer in früheren Jahrhunderten aufzeigte. Eine geschichtliche Sternstunde, in der so mancher Zuhörer seine eigene Heimatstadt aus neuem Blickwinkel kennenlernen konnte. (jw)

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