Stadt Memmingen zieht geplante Beteiligung zurück

FC Memmingen baut sein Multifunktionsgebäude allein

Geplantes Multifunktionsgebäude des FC Memmingen
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So sieht der aktuell überarbeitete Entwurf für das neue Multifunktionsgebäude des FC Memmingen aus. Mit der neuen Dachlösung kann zum Beispiel die ganze Fläche mit Photovoltaik genutzt werden.

Memmingen - In seiner jüngsten Plenumssitzung hat der Memminger Stadtrat seine zunächst geplante Beteiligung am Neubau eines Multifunktionsgebäudes des FC Memmingen zurückgezogen.

Noch in der Stadtratssitzung vom 14. Dezember des Vorjahres bestand breite Übereinstimmung im Gremium, dass die Stadt sich an der Finanzierung des Neubaus zur Hälfte über eine langjährige Miete beteiligen solle. Über die Laufzeit des Vertrages hätte die Stadt dann ein Teileigentum am Gebäude erworben. „Die überwiegende Mehrheit des Stadtrates hatte dieses Vorgehen befürwortet, nachdem der Wunsch des Vereins bereits vor über zwei Jahren vorgebracht wurde“, so Stadtkämmerer Gunther Füßle. Doch in der Dezembersitzung des Stadtrates hatte Prof. Dr. Joseph Schwarz (CSU) moniert, dass das öffentliche Vergaberecht diesen Plänen entgegenstehen würde. Der vorgesehene Beschluss wurde daraufhin damals modifiziert, es sollte zunächst eine rechtliche Prüfung vorgenommen werden.

Verhalten von Schwarz „befremdlich“

Doch dazu kam es gar nicht mehr, denn zwischenzeitlich hatte der FC Memmingen seinen ursprünglichen Antrag zurückgezogen und wollte die Stadt nicht mehr am Neubau beteiligen. Damit sollte Schaden vom Verein abgewendet werden, der durch langwierige und kostspielige Rechtsstreitigkeiten zu entstehen drohte. Der FC Memmingen hatte daher sein ursprüngliches Konzept überarbeitet und will nun mit anderen Partnern und Sponsoren die Finanzierung sicherstellen.

Kämmerer Füßle beantragte daher im Plenum der Vorwoche, den Beschluss vom Dezember 2020 in Teilen zurückzunehmen und nur noch die zur Verfügungstellung eines Grundstücks im Erbbaurecht an den Verein zu beschließen. Prof. Dr. Joseph Schwarz (CSU) hatte daraufhin den Kämmerer heftig kritisiert und ihm vorgeworfen, den Stadtrat nicht richtig informiert zu haben. Kämmerer Füßle wehrte sich dagegen und verwies darauf, dass der Rückzug vom gemeinsamen Vorhaben bezüglich des Neubaus vom FC Memmingen ausging und eine rechtliche Prüfung seitens der Verwaltung in Sachen Vergaberecht damit substanzlos sei.

Mittlerweile hat der FC Memmingen zu dem Vorgang im Stadtrat auch Stellung genommen. Darin begründete der Verein seine Entscheidung und zeigte auch sein Befremden über „die unangemessene Weise, in der der Stadtkämmerer während der Sitzung zu dem vom FC Memmingen gestellten Antrag angegangen wurde“.

Unabhängige Umsetzung

So heißt es in der Stellungnahme: „Der FC Memmingen hat mehrfach öffentlich betont, dass eine erfolgreiche wirtschaftliche Umsetzung dieser Baumaßnahme nur mit seinen Partnern und Sponsoren realisierbar ist. Eine öffentliche Ausschreibung würde das Projekt nicht zuletzt aus Kostengründen scheitern lassen. Deshalb wurde die Entscheidung getroffen, das Multifunktionsgebäude mit veranschlagten Kosten von 3,1 Millionen Euro nun allein zu stemmen. Nur mit dieser Vorgehensweise wird aus Sicht des Vereins eine baulich und wirtschaftlich unabhängige Umsetzung der Baumaßnahme erfüllt und eine direkte Vergabe an Partner und Sponsoren des FC Memmingen ermöglicht.“

Hohe Finanzierungslücke

Und weiter heißt es seitens des Vereins: „Durch den Wegfall des Mietkaufs entsteht eine Finanzierungslücke von 1,9 Millionen Euro, die durch den Verein geschlossen werden muss. Ein alternatives Konzept wurde den beiden Hausbanken des Fußballclubs bereits vorgestellt. Beide Banken haben erklärt, dass sie an einer Finanzierung auch ohne städtische Beteiligung festhalten wollen. Der FCM trägt damit als alleiniger Bauherr auch den öffentlichen Gebäudeteil, in dem die seit dem Arena-Bau beispielsweise fehlenden sanitären und dringend notwendigen Einrichtungen untergebracht werden. Am gefassten Raumkonzept wird auch weiter festgehalten.“ Daher würden die Planungen vom FCM zusammen mit seinen Partnern unvermindert vorangetrieben. Das FCM-Präsidium bedankt sich darüber hinaus ausdrücklich beim Stadtkämmerer für die transparente, faire und zielorientierte Zusammenarbeit in der ganzen Angelegenheit.

Beschluss angenommen

Der von Gunther Füßle vorgelegte Beschlussantrag wurde letztlich einstimmig angenommen. Damit wird die Stadt lediglich das erforderliche Grundstück auf dem Stadiongelände dem Verein per Erbbaurecht überlassen.

(Tom Otto)

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