Nur Männer dürfen in den Bach

Fischertag: Antrag auf Satzungsänderung erneut abgelehnt

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Darum ging es: der Paragraph 8, Absatz 3, der Vereinssatzung.

Memmingen – Auf der jüngsten Delegiertenversammlung des Fischertagvereins wurde mit großer Mehrheit den Antrag auf Satzungsänderung abgelehnt, in dem gefordert wurde, auch Frauen am Fischertag in den Bach zu lassen. Das Ergebnis fiel mit fünf Ja- und 157 Nein-Stimmen bei 162 Stimmberechtigten erwartungsgemäß deutlich aus.

Die Stimmzettel werden eingesammelt.

Das Dietrich-Bonhoeffer-Haus war voll besetzt, denn das Thema, das unter anderem zur Entscheidung anstand, war brisant und bewegte nicht nur die Gemüter der aktuell 4.270 Vereinsmitglieder. Dazu sagte Oberbürgermeister Manfred Schilder in seinem Grußwort: „Es ist gut, an dieser Jahrhunderte alten Tradition festzuhalten“ und bezeichnete den Fischertagsverein als „Aktivposten in unserer Stadt“. 

Schatzmeister Horst Blaser informierte über die komplette Finanzsituation des Vereins und legte einen sehr detaillierten und exakt aufgestellten Kassenbericht vor, dem die Kassenprüfer mit der Entlastung ein hervorragendes Testat ausstellten, bevor Vereinsvorsitzender Michael Ruppert den Antrag auf Satzungsänderung erläuterte. 

Dabei ging er sehr detailliert und ausführlich auf die bestehenden gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten ein. Gestrichen werden sollte in der Satzung im Paragraph 8, Absatz 3, das Wort „männlich“, um künftig auch weiblichen Personen das Ausfischen des Baches zu erlauben. Das Ergebnis war für die Antragstellerin allerdings alles andere als zufriedenstellend: Die geheime Wahl ergab eine eindeutige Ablehnung ihrer Forderung. Lediglich fünf Ja-Stimmen von insgesamt 162 konnte sie auf sich vereinen. 157 Wähler stimmten dagegen und lehnten den Antrag kategorisch ab. Ein von einem Mitglied gefordertes Vereinsausschlussverfahren wegen „vereinsschädigendem Verhalten“ der Antragstellerin wurde vom Vorstand allerdings abgelehnt, was allgemein akzeptiert wurde. 

Dagegen konnte anschließend der zur Wahl stehende neue Schriftführer ein absolut positives Ergebnis für sich verbuchen. 150 der abgegebenen 156 Stimmen kürten Andreas Bänecke zum neuen Schriftführer, der seinen Vorgänger Alex Köhler ablösen wird. 

Interessant war letztlich auch der aktuelle Sachstand zum geplanten Neubau der Vereinsimmobilie im Norden der Stadt. Eine Grundrissplanung mit vorgesehenen Räumlichkeiten, einschließlich der geplanten Finanzierung, verdeutlichte anschaulich das Zukunftsprojekt. Vereinsvorsitzender Michael Ruppert kündigte außerdem die Wallensteinspiele 2020 an und sprach dabei von einigen Änderungen, um die Spiele noch attraktiver zu machen. (jw)

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