Mobilität auf dem Land verbessert

Flexibus-App soll ÖPNV attraktiver machen

Vier Männer sitzen vor Flexi-Bus
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Neben Geschäftsführer Josef Brandner (rechts) stellten auch der Krumbacher Bürgermeister Hubert Fischer (2. von rechts), der Unterallgäuer Landrat Alex Eder (2. von links) und der Landrat des Kreises Günzburg, Dr. Hans Reichart (links), die neue App vor. Aus München online zugeschaltet war die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer.

Unterallgäu/Krumbach – Der Verkehrsverbund Mittelschwaben (VVM) hat letzte Woche die neue Flexibus-App am Firmensitz in Krumbach vorgestellt. In den Landkreisen Unterallgäu und Günzburg kann der Flexibus damit per Smartphone erheblich leichter geplant und gebucht werden. Eine „klassische“ Buchung über das Telefon ist jedoch weiterhin möglich.

Unter www.flexibus.net kann die neue App für alle iOS- und Android-Betriebssysteme auf das Smartphone geladen werden. Nach Eingabe des gewünschten Abfahrts- und Ankunftsortes zeigt die Anwendung sofort den absehbaren Abholungs- und Ankunftszeitpunkt sowie den Fahrpreis an. Die Flexibusfahrzeuge sind mit GPS ausgestattet und das System greift auf diese Echtzeitdaten zu, so dass man unmittelbar sehen kann, wo das nächste Fahrzeug gerade unterwegs ist und wie es sich der eigenen Position nähert. Das Buchungssystem ist sowohl für spontane Fahrten geeignet, als auch für Fahrten, die innerhalb der nächsten beiden Wochen geplant sind. Auch regelmäßig wiederkehrende Fahrten können eingegeben werden. Durch den Zugriff auf die Echtzeitdaten des Linienbus- und Bahnverkehrs können auch Reisen über die Gemeindegrenzen oder andere Landkreise zuverlässig geplant werden.

Hohe Effizienz dank App

Die neue App sei eine gute Möglichkeit, die Hürden zur Nutzung des ÖPNV gerade im ländlichen Raum zu senken, hob Josef Brandner, Geschäftsführer der Flexibus KG, hervor. Die App ist bereits seit April in Betrieb und der Test im Landkreis Günzburg habe gezeigt, dass die Effizienz deutlich gesteigert werden konnte. In dem zweimonatigen Testbetrieb wären bereits 8.000 Fahrten gebucht worden, was laut Brandner einem Online-Buchungsanteil von bereits über 25 Prozent aller Flexibusfahrten entspreche. Auch sei die Kundenzufriedenheit mit 4,7 von 5 Sternen im Bewertungsportal erfreulich hoch. Brandner bezeichnete die neue App als einen weiteren Beleg dafür, dass Mittelschwaben in Sachen öffentlicher Nahverkehr auf dem Land sowohl in Bayern als auch im Bund „immer eine Nasenspitze voraus“ sei.

Um das Buchungssystem bekannter zu machen, erhalten Nutzer bis Ende Juni bei der Online-Buchung einen Rabatt von einem Euro auf den jeweiligen Fahrpreis.

Landrat Alex Eder (Landkreis Unterallgäu) als Vertreter eines der so genannten Aufgabenträger betonte ebenfalls die Bedeutung der App-Entwicklung vor allem für die ländlichen Räume wie das Unterallgäu. In seinem Landkreis gebe es genauso viele angemeldete Kraftfahrzeuge wie Einwohner, eine Tatsache, die auf das ÖPNV-Potenzial in dieser Region hinweise. Diese digitale Lösung sei eine Grundvoraussetzung dafür, dass der Zugang zum ÖPNV für mehr Menschen erleichtert und die Mobilität der Zukunft ermöglicht werde, so Eder.

FlexiTrans ideal für Lieferungen

Einkaufen - bequem wie nie! Die App ermöglicht auch eine Optimierung der Lieferlogistik für den örtlichen Einzelhandel. Unter dem Namen „FlexiTrans“ können beispielsweise Apotheker kurzfristig eine Transportfahrt von Medikamenten vom eigenen Geschäft aus zu einem Patienten oder Kunden buchen.

Betriebszeiten abends noch verbesserungswürdig

Der Verkehrsverbund Mittelschwaben VVM steht in den Landkreisen Günzburg und Unterallgäu sowie in der Stadt Memmingen für ein einheitliches Tarifsystem und modernes ÖPNV-Angebot. Mit dem einheitlichen Verbundtarif, der sich vom Allgäuer Tor im Süden bis zur Donau im Norden sowie von Babenhausen im Westen bis zur Landkreisgrenze Augsburgs im Osten reiht, sorgt der Verkehrsverbund Mittelschwaben für ein abgestimmtes Fahrplanangebot mit dem mittelfristigen Ziel, einen integralen Taktverkehr anzubieten.

Neben dem Linienverkehr wird schon seit einigen Jahren mit dem Flexibus auch der so genannte Bedarfsverkehr bedient. Im Unterallgäu sind die Betriebszeiten des Flexibusses jedoch in den Abendstunden noch sehr begrenzt. Bei den meisten Knotenpunkten wie Mindelheim, Ottobeuren, Markt Rettenbach, Bad Wörishofen oder Babenhausen endet die Flexibus-Betriebszeit in der Regel um 19 Uhr. Nur in Krumbach eignet sich das System auch für abendliche Fahrten: Dort fährt der Flexibus freitags und samstags bis 24 Uhr und am Sonntag noch bis 21 Uhr. (Tom Otto)

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