Fotoausstellung im Schwäbischen Bauernhofmuseum

Dirndl, Yak und Gebetsmühle

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Weit weg und einander doch ähnlich: Ein Fest in einem buddhistischen Kloster und die traditionelle Leonhardifahrt in Froschhausen.

Kronburg-Illerbeuren – Buddhistische Gebetszettel und christliche Andachtsbildchen, bayerische Rinder und tibetische Yaks – wie ähnlich sich zwei Regionen sein können, die auf den ersten Blick nichts miteinander gemeinsam haben, zeigt die neue Fotoausstellung „Leben in den Bergen. Alpen – Himalaya“ im Schwäbischen Bauernhofmuseum Illerbeuren.

Elf Reisen haben die Rosenheimer Fotografen Wilfried und Luise Herold bisher in den Himalaya, nach Tibet und Ladakh in Nordindien unternommen und die Einheimischen dort jedes Mal noch ein bisschen besser kennengelernt. Das Leben dort ist stark von der Landschaft geprägt – so wie auch in den Alpen. Knappe Ressourcen, die Abhängigkeit von den Launen der Natur und das Gefühl, zwischen den Berggipfeln doch nur ganz klein zu sein – das wirkt sich auch auf Kultur und Religion aus und schafft überraschende und doch naheliegende Gemeinsamkeiten. 

Ähnlich und doch unterschiedlich sind auch die Reaktionen der abgelichteten Menschen auf die Fotos ihrer „Gegenstücke“. Jeder hat hier einen anderen Blickwinkel. So waren die tibetischen Frauen besonders an den bayerischen Dirndln interessiert und so mancher bayerische Bergbauer hat sich erkundigt, was die Yaks an den kargen Hängen des Himalaya denn genau fressen. Auch die Praxis, dass dort die erstgeborene Tochter den gesamten Besitz erbt, habe hier in Bayern öfter Erstaunen hervorgerufen, erzählt Luise Herold. Manche Dinge sind dann eben doch etwas anders. 

Zu den Fotos gibt es nur kurze, sachliche Beschreibungen der Motive – keine ausführlichen Hintergrundinformationen oder eine Einordnung in den kulturellen und politischen Kontext. Und das mit Absicht: Die Ausstellung wurde bewusst visuell gehalten; die Besucher sollen die Gegenüberstellungen mit unverstelltem Blick auf sich wirken lassen können. Ergänzt werden die Aufnahmen durch Gegenstände aus der Privatsammlung der Herolds, Leihgaben des Schwäbischen Bauernhofmuseums, des Klosters St. Walburg in Eichstätt und des katholischen Pfarramts Illerbeuren. Skapulier, Gebetsmühle, Tabakdose und Schutzamulett lassen hier die kulturellen Grenzen verschwimmen. 

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet: An drei Sonntagen finden offene Führungen mit den Fotografen statt und am Sonntag, 31. Oktober, gibt eine Multivisionsschau Einblick in die Lebenswelt des Himalaya. Im Fotoworkshop „FotoLust neu entdecken“ zeigt Wilfried Herold, wie aus einem einfachen Motiv auch tatsächlich ein gutes Bild wird. Für Kinder gibt es den Fotokurs „Schnappschussjäger“, ebenfalls mit dem Rosenheimer Fotografen. Weitere Informationen hierzu gibt es unter www.bauernhofmuseum.de. (am)

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