Fünftes Brückenfest in Ferthofen zieht hunderte Besucher an

„Auf ein gutes Miteinander kommt es an“

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Feierlich enthüllt wurde die neue Bank auf der bayerischen Seite Ferthofens (von links): Carina Kohort von der Aitracher Prinzengarde, die deutsche Hutkönigin Janine Halder, Aitrachs Bürgermeister Thomas Kellenberger, Oberbürgermeister Manfred Schilder, die Memminger Blumenkönigin Marina Rehklau und Memmingens Zweite Bürgermeisterin Margareta Böckh.

Ferthofen – Nach den ersten drei Brückenfesten in den Achzigerjahren wurde dieses länderverbindende Fest 2012 wieder aufgegriffen und soll nun alle fünf Jahre stattfinden. So wurde auch vergangenes Wochenende auf der Ferthofener Illerbrücke gemeinsam ausgiebig gefeiert.

Kinder hatten auf der Mitte der Illerbrücke ein Band mit Herzen gemalt und zum Auftakt am Samstagnachmittag gingen von beiden Seiten die Delegationen aus Aitrach und Memmingen auf dieses Band zu. Auf württembergischer Seite waren dies Aitrachs Bürgermeister Thomas Kellenberger, der Bundestagsabgeordnete Josef Rief, die deutsche Hutkönigin Janine Halder und Carina Kohort von der Aitracher Prinzengarde. Begleitet wurde die Delegation vom Musikverein Treherz. Auf bayerischer Seite wurde der Zug angeführt von Oberbürgermeister Manfred Schilder mit der Zweiten Bürgermeisterin Margareta Böckh, Alt-OB Dr. Ivo Holzinger, dem ehemaligen bayerischen Landwirtschaftsminister Josef Miller mit den Stadträten Helmut Barth und Edmund Güttler sowie der Memminger Blumenkönigin Marina Rehklau. Die Memminger Delegation wurde begleitet vom Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Memmingen. 

Schilder und Kellenberger erläuterten auf der Brückenmitte abwechselnd die Geschichte und die Hintergründe des Festes. Schilder bedankte sich zuerst für die guten Beziehung zum benachbarten Aitrach, die Konflikte der Vergangenheit seien glücklicherweise nun schon lange überwunden. Auf ein gutes Miteinander zum beiderseitigen Vorteil komme es an, so der OB weiter. Im Laufe der Zeit habe die Illerbrücke verschiedenen Landesherren gehört, bis man sich 1810 auf eine Grenze einigte, führte Aitrachs Bürgermeister Kellenberger aus. Seitdem gebe es ein bayerisches und ein württembergisches Ferthofen. 

Gegen Ende des zweiten Weltkrieges sei die Brücke allerdings von den Nazis zerstört worden, um den Alliierten auf ihrem Vormarsch Einhalt zu gebieten und danach habe es nur einen kleinen Fährbetrieb gegeben. Erst 1950 wurde die Brücke wieder in ihrer jetzigen Form neu aufgebaut. Kellenberger betonte die große Bedeutung der Iller. Sie sei weit mehr als eine Grenze, sondern der Mittelpunkt Schwabens. 

Schilder ergänzte, der Fluss habe auch viel durchmachen müssen im Laufe der Jahrhunderte. Gerade gegen Ende der 70er Jahre sei er nur noch „eine dreckige Brühe“ gewesen. Die Renaturierung in den 1980ern sei dringend nötig und ein großer Durchbruch gewesen, so der Memminger Rathauschef. Er dankte in diesem Zusammenhang besonders Memmingens drittem Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger für seinen unermüdlichen Einsatz bei diesem Projekt. 

Auf der bayerischen Seite enthüllten die Gemeindeoberhäupter dann eine neue Sitzbank, die als Geschenk von Aitrach und Memmingen für die Bürgerschaft gestiftet wurde. Für die weitere Unterhaltung auf der an diesem Tag für den Verkehr gesperrten Brücke sorgten die Tanzschule Nadansja und die Band Joy of Voice. Für die Gaumenfreuden sorgten der Bruckwirt und die Sportgemeinschaft Volkratshofen. Der Kinderschutzbund Memmingen-Unterallgäu stellte für die kleinen Gäste einen Bastel- und Maltisch auf und die EnBW führte interessierte Besucher durch das Wasserkraftwerk. (ew)

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