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Geeintes Europa: Bad Grönenbach feiert 40-jährige Partnerschaft mit italienischer Gemeinde Castilenti

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40 Jahre Partnerschaft Bad Grönenbach und Castilenti/Italien
Festakt zum 40-jährigen Jubiläum der Gemeindepartnerschaft zwischen Bad Grönenbach und Castilenti: Die Bürgermeister Alberto Giuliani und Bernhard Kerler sowie die stellvertretende Vorsitzende beziehungsweise der Vorsitzende der Partnerschaftsvereine Tina Fenile und Wolfgang Dorn (v. links). © Privat

Bad Grönenbach - Seit 1981 besteht die Partnerschaft zwischen dem Markt Bad Grönenbach und der italienischen, in den Abruzzen gelegenen Gemeinde Castilenti. Das wurde kürzlich, wegen Corona ein Jahr verspätet, mit einem Festakt im Hohen Schloss von Bad Grönenbach gefeiert. Die Bürgermeister Bernhard Kerler und Alberto Giuliani bekräftigten in einer von beiden verlesenen und unterzeichneten Erklärung, dass ihre Gemeinden auch in Zukunft am Ziel der Völkerverständigung und einem geeinten Europa festhalten wollen.

Eigentlich, so Bürgermeister Bernhard Kerler, könnte man meinen, dass nach mehr als vier Jahrzehnten der Partnerschaft alles gesagt sei. Aber gerade die Ereignisse der jüngeren Zeit zeigten, dass dem nicht so sei und die Verständigung zwischen den Völkern wichtiger sei denn je. Kerler sprach den Krieg in der Ukraine, die Not der vielen Flüchtlinge und auch die Uneinigkeit innerhalb der Europäischen Union an. Man werde die großen Herausforderungen unserer Tage, dazu zählte er auch die Bewahrung der Umwelt und die sichere Versorgung mit Energie, nur länderübergreifend im weltweiten Verbund aller Menschen und Nationen lösen können. „Aber jede große Lösung beginnt im Kleinen: Nur wenn Menschen aufeinander zugehen und sich kennenlernen, erwächst Vertrauen und Verständnis für die Situation des anderen“, so Kerler. Er erinnerte an den Initiator der Partnerschaft Gianni Giannascoli, dessen Tochter Pina eigens zur Feier aus Italien angereist war, und bedankte sich bei allen, die sich im Laufe der Jahrzehnte für die Freundschaft der beiden Gemeinden eingesetzt hatten. „Der Auftrag der Partnerschaft, wie er in der Urkunde von 1981 niedergeschrieben ist, hat nichts von seiner Aktualität verloren. Und wir sollten alle daran arbeiten, diesem Auftrag heute und in Zukunft gerecht zu werden und gemeinsam unsere Welt ein Stückchen besser zu machen.“ Er wünsche sich, so Kerler, dass dies im Rahmen der Partnerschaft, aber auch jedem im persönlichen Umfeld gelingen möge.

Im Laufe der Jahre entstanden viele enge Freundschaften

Auch Castilentis Bürgermeister Alberto Giuliani betonte die Wichtigkeit der grenzüberschreitenden Partnerschaft. Es seien viele persönliche Freundschaften entstanden, die schon seit Jahrzehnten Bestand hätten. Besonders lobte er die Arbeit der Partnerschaftsvereine in den beiden Gemeinden. Er freue sich und hoffe, im nächsten Jahr wieder eine große Gruppe aus Bad Grönenbach in Castilenti begrüßen zu können. Giuliani überreichte zur Erinnerung an das Jubiläum ein Keramikbild mit Motiven aus beiden Gemeinden.

Der Vorsitzende des Bad Grönenbacher Partnerschaftsvereins Wolfgang Dorn bezeichnete die Partnerschaft als wahre Friedensbewegung und erinnerte unter anderem an das Projekt, mit dem Arbeitskräfte aus Italien für hiesige Firmen gewonnen werden konnten. Ein besonderes Anliegen sei es ihm, den Jugendaustausch früherer Jahre wiederzubeleben. Mit der Jugend lebe auch die Partnerschaft weiter, so Dorn.

Tina Fenile, die stellvertretende Vorsitzende des Partnerschaftsvereins in Castilenti, zeigte sich stolz, an dieser Jubiläumsfeier teilnehmen zu dürfen. Sie überbrachte die Grüße des erkrankten Vorsitzenden Luciano Leone und bedankte sich bei den Gastfamilien und allen, die die Begegnung möglich gemacht hatten.

Anschließend unterzeichneten beide Bürgermeister in der von Clemens Epp musikalisch umrahmten Feier folgende in Deutsch und Italienisch abgefasste Erklärung: „Hiermit erklären wir, dass wir die Ziele der Partnerschaft zwischen unseren Gemeinden Bad Grönenbach und Castilenti, so wie sie bei der Gründung 1981 festgelegt wurden, weiterhin unterstützen wollen. Insbesondere wollen wir uns weiterhin für Frieden und Freiheit und Verständigung unter den Völkern einsetzen. Wir wollen beitragen zur Freundschaft unter allen Menschen, gleich aus welchem Land sie kommen, welchem Glauben sie angehören und welche Sprache sie sprechen. Dies bekräftigen wir aus Anlass des 40-jährigen Jubiläums unserer Partnerschaft mit dieser Urkunde.“

(MK)

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