Gemeinde und Fellheimer Seniorenresidenz mit gemeinsamem Neujahrsempfang

„Fachkräftemangel ist besorgniserregend“

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Fellheims Bürgermeister Alfred Grözinger.

Fellheim - Mit Rückblicken auf Aktivitäten im vergangenen Jahr und Ausblicken auf anstehende Projekte im laufenden Jahr feierte die Gemeinde Fellheim gemeinsam mit der Seniorenresidenz „Altershorizonte GmbH“ auch in diesem Jahr ihren traditionellen Neujahrsempfang am Standort Schloss Fellheim mit Vertretern aus Politik und Verwaltung, den örtlichen Vereinen und der Geistlichkeit.

Mit dem Verlauf des vergangenen Jahres durchaus zufrieden zeigte sich der Geschäftsführer der Seniorenresidenz „Altershorizonte GmbH“, Georg Sartorius. „Die Nachfrage war größer als unsere Kapazitäten. Wir sind voll belegt. Die Tagespflege lässt sich gut an und auch die leistungsfähige Schlossküche erfreut sich eines starken Zuspruchs“. Als aktuell äußerst problematisch sieht Geschäftsführer Sartorius allerdings den dramatisch zunehmenden Fachkräftemangel in der Pflege. „Der Markt an verfügbaren Kräften ist leergefegt. Derzeit bilden wir selbst fünf ausländische Mitarbeiter aus. Hier baut die Bürokratie mit ihrer Forderung nach eindeutiger Sprachkompetenz allerdings hohe Hürden auf. Diese Messlatte ist eindeutig zu hoch. Wenn wir ausländische Mitarbeiter beschäftigen ist das keine soziale Tat, sondern existenzsichernd, sonst müssen künftig Leistungen abgebaut werden“. Hier sei die Politik gefordert um Lösungen anzubieten, so Sartorius. Bei der Gemeinde war das Jahr 2017 nach bauintensiven Vorjahren laut Bürgermeister Alfred Grözinger eher ein „ruhiges, aber ein gutes Jahr“. So konnte Fellheim seinen Schuldenstand um 300.000 Euro auf jetzt 592.000 Euro reduzieren und gleichzeitig eine Rücklage von 240.000 Euro bilden. Der verbleibende Schuldenstand enthalte jedoch noch einen Kredit über 150.000 Euro aus der Fotovoltaik-Anlage der Illertalhalle. Investiert wurde hingegen in neue Tore im Feuerwehrhaus sowie in die Sanierung der Beläge der Ortsstraßen. Ein weiterer Schritt zur Sanierung der Abwasseranlage wurde mit der Grundsanierung des zweiten Vakuumtanks sowie mit dem Ersatz eines 30 Jahre alten Kompressors durch einen energetisch effektiveren Schraubenkompressor geschafft. Zusätzlich konnten in der Illertalhalle neue Tische und Stühle beschafft werden. Durch die tatkräftige Unterstützung von Staatsminister a.D. Josef Miller sei auch das Synagogen-Projekt zu einem großartigen Erfolg geworden. „Dass die Synagoge lebt und von Bürgern angenommen wird, zeigen die nahezu 100 Veranstaltungen im vergangenen Jahr sowie die verschiedenen Auszeichnungen die wir erhalten haben“, so Grözinger zufrieden. Auch die Bücherei im Obergeschoss erfreue sich großer Beliebtheit. Aktuell in diesem Jahr stehe der Ausbau und die Sanierung der Kirchdorfer Straße an. Laut Landratsamt soll damit Anfang April begonnen werden. Neue Wasserleitungen, Vakuumleitungen, Straßenbeleuchtung und Verlegung von Leerrohren für den Breitbandausbau inklusive. Anteilige Investitionskosten der Gemeinde für den Ausbau der Geh- und Randbereiche inklusive der Kosten für Brücke, Stützmauer und Querungshilfen lägen bei rund 360.000 Euro, die laut Straßenausbausatzung teilweise auf die Bürger umgelegt werden müssten. Neben dem Ausbau der Kirchdorfer Straße ist die Gemeinde auch mit dem Ausbau der Memminger Straße befasst, die voraussichtlich 2019 zum Zuge kommt. Gleichzeitig beschloss der Gemeinderat die Aufstellung des Bebauungsplan „Bahnhofstraße II“. Verzögerungen durch die Bahn gebe es noch bei der Schließung des Bahnübergangs „Hahnentanzweg“. Dagegen sieht Grözinger das Projekt „Illertal-Regio-S-Bahn“ auf einem guten Weg. „Wir dürfen also voller Zuversicht auf das laufende Jahr blicken“, erklärte der Bürgermeister optimistisch. Nach einem zwischenzeitlichen Auftritt der Sternsinger hob Staatsminister a.D. Josef Miller in seinem Grußwort insbesondere die Bedeutung des Synagogenprojekts hervor und sagte: „Wir haben mit diesem Projekt etwas erreicht, woran anfangs nur wenige glaubten. Doch heute wird hier mit den Konzerten Hochkultur geboten“. Bürgermeister Grözinger dankte Miller dabei für sein stets offenes Ohr, wenn es um Belange Fellheims gehe. „Er hat in vielen Angelegenheiten die Kontakte geknüpft und für uns die Tore bei der Bayerischen Staatsregierung geöffnet“. Während auch MdB Dr. Karl-Heinz Brunner in seinem Grußwort die Synagoge heute wieder zu einem echten Juwel erklärte, nutzte MdL Ilona Deckwerth (beide SPD) hingegen ihren Auftritt, um erste Akzente für den heraufziehenden Wahlkampf zu setzen. (jw)

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