Behindertenbeirat trifft sich zu Gesprächen mit OB

„Stolperfallen“ und Schwachstellen beseitigen

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Die Mitglieder des neuformierten Behindertenbeirats mit Oberbürgermeister Manfred Schilder (Mitte) und der städtischen Behindertenbeauftragten Anna Karrer. Von links: Gregor Pschorn, Erika Winterwerb, Regina Sproll sowie im Rollstuhl Dr. Rudolf Weinhart (nicht auf dem Foto: Vorsitzende Verena Gotzes).

Memmingen - Der Behindertenbeirat hat sich zu seiner alljährlichen Sitzung mit Oberbürgermeister Manfred Schilder und Mitgliedern der Verwaltung im Rathaus getroffen. Neben Berichten über offene und neue Anträge an die Stadt stand die Wahl der Sprecher und deren Stellvertreter für den neugewählten Vorstand im Zentrum der Gespräche.

„Wir haben stets ein offenes Ohr für die Belange und gehen bei allen Stadtplanungen auf die Bedürfnisse der behinderten Menschen ein“, so Oberbürgermeister Manfred Schilder. Für die krankheitsbedingt abwesende Vorsitzende Verena Gotzes ging in einem kurzen Rückblick die stellvertretende Sprecherin Regina Sproll auf die abgelaufene Wahlperiode ein und verwies auf die durchgeführten Veranstaltungen und lobte insbesondere die erfreulich hohe Teilnehmerzahl an den Infoständen. Ein Sonderlob zollte sie dem Stadtoberhaupt für den seit langem geforderten und seit einiger Zeit installierten neuen Rathausaufzug. Wichtig wäre allerdings auch ein Aufzug im Steuerhaus, so Sproll. 

Als Wegweiser zur Unterstützung für Behindertengruppen gibt es neuerdings einen „barrierefreien“ Stadtplan, in dem wichtige Hinweise zu Sitzgelegenheiten, Behindertenparkplätzen, behindertengerechten Toiletten und einiges mehr ausgeschildert sind. Nachdem sich für die neue dreijährige Amtsperiode (2018 – 2021) die bisherigen Amtsinhaber erneut zur Wahl stellten und bereits bestätigt wurden, wurden lediglich noch die Sprecher/-innen gewählt. Auf Vorschlag der städtischen Behindertenbeauftragten, Anna Karrer, sprachen sich die wahlberechtigen Teilnehmer einstimmig für die bisherige Vorsitzende Verena Gotzes aus. Mit ebenfalls einstimmigem Votum wurde Regina Sproll als deren Stellvertreterin bestätigt. 

Über das noch nicht ganz zufriedenstellende Behindertenleitsystem vom Schrannen- zum Marktplatz, inklusive Weinmarkt, informierte Stadtplaner Mathias Rothdach. Noch weise das System einige Ungereimtheiten in der Fräsnut auf, das es den Sehbehinderten schwer mache, sich mit dem Blindenstock wirklich zurechtzufinden. Stadtplaner Rothdach versucht, die Probleme mit Nachfräsungen zu lösen. 

Gefordert wurden zudem mehr Sitzbänke in der Innenstadt sowie die Aufstellung eines Stadtplanes auf dem Gelände des Bahnhofs. Laut Tiefbauamtsleiter Gernot Winkler ist dies nicht ganz einfach, da hier zunächst eine Einigung mit den Werbeträgern der Bahn erreicht werden müsse. Fünf neue, 46 Zentimeter hohe, Bänke mit Arm- und Rückenlehnen seien jedoch bereits angeschafft worden und sollen nach Ostern aufgestellt werden. 

Reklamiert und neu beantragt wurde auch die barrierefreie Umgestaltung des Freibades. Erreicht werden soll die Barrierefreiheit durch die Ausstattung mit einem Badelifter, barrierefreier Umkleidekabinen und einer Behindertentoilette. Neu beantragt wurde zudem die Unterbringung der Volkshochschule in geeigneten, barrierefreien Räumlichkeiten. Der Behindertenbeirat unterstützt dabei den Antrag der CSU-Fraktion für einen Erwerb des Maximilian-Kolbe-Hauses. Das Haus erfülle bereits zum großen Teil die Mindeststandards an Barrierfreiheit. Hier hätte die Stadt auf einen Schlag eine Vielzahl barrierefrei erreichbarer Büros und Mehrzweckräume, die nicht nur von der VHS dringend benötigt werden, so die Antragsteller. 

Letztlich hatte der Behindertenbeirat auch noch die Forderung nach einer Kostenübernahme für eine Gebärdensprache-Dolmetscherin auf seiner Antragsliste, was das Stadtoberhaupt wohlwollend zu prüfen zusagte. (jw)

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