Ottobeuren signalisiert bei Bürgerversammlung eine positive Entwicklung

Wieder steigende Steuereinnahmen

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Bürgermeister German Fries informierte über den Entwicklungsstand der Kommune.

Ottobeuren - Ein voll besetzter "Hirschsaal" signalisierte großes Bürgerinteresse an der Traditionsveranstaltung, in der der Rathauschef der Marktgemeinde Ottobeuren erfahrungsgemäß die Besucher detailliert über den Entwicklungsstand der insgesamt 8.690 Einwohner zählenden Kommune informiert.

Diplomverwaltungswirtin Katharina Mösle stellte sich zu Beginn der Veranstaltung als neue Geschäftsstellenleiterin und angehende Nachfolgerin des sich in Alterszeitphase befindlichen Rainer Lehnert dem Publikum vor. Bürgermeister German Fries hieß sodann die zahlreichen Ehrengäste willkommen und informierte anschließend die Besucher über den Entwicklungsstand der Marktgemeinde. Erfreulicherweise würden nicht nur wieder mehr Kinder geboren, so Fries, auch die Schülerzahlen an den weiterführenden Schulen zeigten leicht nach oben. Diese positive Entwicklung zeige allerdings auch negative Auswirkungen. Bei den Kindergartenkindern stiegen beispielsweise, auch aufgrund immer besserer Betreuungsqualität, die Kosten pro Kind von 2.875 Euro auf jetzt 2.929 Euro. Unbefriedigend sei auch die weiterhin vorhandene Differenz zwischen Sterbe- und Geburtenrate. Mit 125 Todesfällen übertreffe diese die Geburtenrate mit 70 Neugeborenen erheblich. Leicht positive Zahlen gab es dagegen bei den Zu- und Wegzügen zu vermelden. 403 Wegzügen stünden im vergangenen Jahr 497 Zuzüge gegenüber, so Fries. Die Einwohnerzahl stieg 2015 damit von 7.295 auf 7.347 Personen in der Marktgemeinde und die Gesamtzahl der Einwohner erhöhte sich von 8.671 auf 8.690. Auch bei den Senioren bewege sich so einiges. So arbeite die Bürgerwerkstatt derzeit an den wichtigen Themen "Begegnungsorte, Barrierfreiheit, Mobilität und Bürgerschaftliches Engagement". Auch beim Thema Finanzen und Projekte wähnte sich Bürgermeister Fries auf einem guten Weg und sprach von einem gestiegen Gesamthaushalt auf jetzt 23,13 Millionen Euro gegenüber 19,62 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Die Pro-Kopf-Verschuldung steige dabei allerdings auf 960 Euro. Erfreuliches gab es dagegen bei den Gästezahlen in Ottobeuren zu berichten. Sie stiegen auf nahezu 42.000. Auf knapp 90.000 kam man bei den Übernachtungszahlen. Auch die Steuerentwicklung erweise sich weiterhin als leicht positiv. Nach 8,245 Millionen Euro in 2015 werden Steuereinnahmen von 8,485 Millionen Euro in diesem Jahr prognostiziert. Dies eröffne die Möglichkeit zu wichtigen Investitionen. So soll die Summe der Bauinvestitionen in diesem Jahr 5,78 Millionen Euro und die übrigen Investitionen 1,4 Millionen Euro betragen. Die Gesamtinvestitionsumme liege bei 8,5 Millionen Euro. Für die Bürger negativ zu Buche schlugen allerdings die stark gestiegenen Gebühren bei der Wasserversorgung, die nicht mehr kostendeckend waren. Die Wasserversorgung verlange in der Zukunft mehr Aufmerksamkeit. Dagegen sei man bei der Breitbandversorgung auf einem guten Weg. Von anhaltenden Querelen in der Bevölkerung sprach Fries auch beim Thema Museum. Um die Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz zu steigern, würde dazu nun ein Trägerverein "Kunst und Kultur" gegründet, eine Fördervereinbarung zwischen Markt und Trägerverein erarbeitet sowie ein hauptamtliches Personal im Trägerverein etabliert, betonte der Rathauschef. Nichts Nachteiliges wusste Fries zu den auch in Ottobeuren vorhandenen Flüchtlingszahlen zu berichten. Der Helferkreis trage viel zum sozialen Frieden bei, damit die bislang 70 Asylbewerber, die in privaten Standorten untergebracht seien, sich „unauffällig verhielten“. Eine Belegung von Turnhallen sei in Ottobeuren nicht vorgesehen. Für anerkannte Flüchtlinge müsse die Marktgemeinde aber Wohnraum beschaffen. Auf den Vorwurf von Karl Maier in der anschließenden Diskussion "das Museum kann nicht funktionieren" antwortete Bürgermeister Fries, das liege an der bisher ungenügenden Vermarktung. Auch Harald Steinmüller interessierte sich für die bisherigen Museumsbesucherzahlen. Während Axel Alkert sich über die, seiner Meinung nach, zu breit geratene Straße zwischen Guggenberg und Unterhaslach ausließ und diese "als neue Ortsumfahrung von Ottobeuren bezeichnete", wollte Gerhard Bäumel wissen "was mit dem Ratskeller passiert". Laut Bürgermeister Fries setze man hier auf ein entsprechendes Konzept eines Investors, denn man wolle einen Mehrwert für die Gemeinde erzielen. (jw)

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