Gründungsjubiläum des Bundes der Vertriebenen

Kulturerbe der Vertriebenen weiterentwickeln

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Von links: Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger, Altoberbürgermeister und Ehrenbürger Dr. Ivo Holzinger, Ehrenbürger und Staatsminister a.D. Josef Miller, BdV-Kreisvorsitzender Armin M. Brandt, Oberbürgermeister Manfred Schilder und Landtagsabgeordneter Klaus Holetschek.

Memmingen - Am 27. Oktober 1957 erfolgte der Zusammenschluss zweier Dachverbände zum „Bund der Vertriebenen, Vereinigte Landsmannschaften und Landesverbände“ (BdV). Unter dem Leitgedanken „60 Jahre Einsatz für Menschenrechte, Heimat und Verständigung“ trafen sich Heimatvertriebene und Einheimische zum Tag der Heimat, der traditionell mit dem Tag der Deutschen Einheit zusammenfällt.

Festredner war Ehrenbürger Josef Miller, Staatsminister a.D. Da die Zahl derjenigen, die die Vertreibung noch selbst erlebt und erlitten haben, zunehmend weniger wird, sei es seines Erachtens umso wichtiger, die Erfahrungen und Erinnerungen, dieser Menschen und ihr „beispielhaftes Verhalten“ an die nachfolgenden Generationen weiter zu geben. Zur Wahrheit gehöre für Miller auch, dass die Vertreibung der Deutschen aus ihrer angestammten Heimat im Osten ein großes und schweres Unrecht gewesen sei und immer noch bleibe: „Wir haben die Pflicht, laut ‚Nein‘ zu sagen – gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, gegen jede Form von Unrecht und Gewalt, überall und jeder Zeit.“

 „Wir verzichten auf Rache und Vergeltung. Wir setzen uns für die Schaffung eines geeinten Europas ein. Die Völker müssen erkennen, dass das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen wie aller Flüchtlinge ein Weltproblem ist, dessen Lösung höchste sittliche Verantwortung und Verpflichtung zu gewaltiger Leistung fordert.“ So steht es in der Charta der deutschen Heimatvertriebenen vom 5. August 1950, an welcher der BdV seit 60 Jahren seine Arbeit ausrichtet. 

In seinen Ausführungen hob der Kreisvorsitzende Armin M. Brandt die Arbeit und den Einsatz des Verbandes für die Menschenrechte, die lebendige Heimat und den Verbleib der Völker in ihrer Heimat, den Auf- und Ausbau der grenzüberschreitenden Verständigungspolitik unter Einbeziehung der deutschen Minderheiten in den Heimatgebieten, die Aufnahme und Eingliederung der Vertriebenen und Spätaussiedler sowie den Erhalt und die Weiterentwicklung des Kulturerbes der Vertriebenen und Spätaussiedler hervor. 

Oberbürgermeister Manfred Schilder, der Schirmherr der Veranstaltung, erinnerte in seinen Ausführungen daran, dass auch sein Vater und Großvater aus dem Sudetenland vertrieben worden waren. Umso beeindruckender seien die Leistungen der Vertriebenen nach 1945, die keine noch so harte Arbeit scheuten, um das geschundene Land nicht nur wiederaufzubauen, sondern durch Leistung ihre Spuren bis heute hinterlassen. Heimatliche Gedanken übermittelten Ernst Schroeder, Landesvorsitzender der Pommern, sowie Ursula Ewert für die Landsmannschaft der Ostpreußen und Angelika Hamer-Müller für die Sudetendeutschen. Die musikalische Umrahmung der Feierstunde lag in den Händen des Musikvereins Volkratshofen unter Leitung von Walter Plohs. (amb)

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