Flughafen Memmingen zieht Kaufgesuch zurück, hält aber am Projekt fest

Grundstücksverkauf vom Tisch: Kein Amazon-Verteilzentrum im Gewerbepark am Allgäu Airport

Ein Verteilzentrum des Versandhändlers Amazon.
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Die Flughafengesellschaft des Allgäu Airport hat ihr Kaufgesuch zurückgezogen. Somit ist der Bau des Amazon-Verteilzentrums in der Nähe des Allgäu Airport in Memmingerberg vom Tisch (Symbolfoto).

Memmingen/Memmingerberg – Der Memminger Stadtrat hätte in seiner heutigen Plenumssitzung (11. Januar 2021) über die Haltung der Stadt Memmingen zu einem möglichen Grundstücksverkauf im Gewerbepark am Allgäu Airport entschieden. Nun hat die Flughafengesellschaft des Allgäu Airport kurzfristig ihr Kaufgesuch zurückgezogen, Grundstücke der Gewerbepark am Allgäu Airport GmbH & Co. KG (GAP) auf dem Areal des Flughafens zu erwerben. Der Verkauf eines Grundstücks am Flughafen Memmingen für den Bau eines Amazon-Verteilzentrums ist damit vom Tisch und das Thema wurde von der Tagesordnung gestrichen.

Ralf Schmid, Geschäftsführer der Flughafen Memmingen GmbH, ist der Entscheidung zuvorgekommen und informierte die an der GAP beteiligten kommunalen Gebietskörperschaften heute (11. Januar 2021) über diese neue Entwicklung. Auf den Grundstücken mit einer Gesamtfläche von rund vier Hektar Fläche hätte ein Verteilzentrum des Online-Handelsunternehmens Amazon eingerichtet werden sollen. Die Stadt Memmingen verfügt an der GAP über einen Gesellschafteranteil von 13,78 Prozent.

„Mit dieser Art von Widerstand haben wir nicht gerechnet“, stellt die Beiratsvorsitzende der Allgäu Airport GmbH & Co. KG (AAP) Bettina Kurrle fest. Bewusst habe man ein Grundstück aus dem Portfolio der Gewerbepark am Allgäu Airport GmbH & Co. KG (GAP) kaufen wollen, da diese ja die Aufgabe habe, Gewerbeflächen im südlichen Bereich des Flughafens wirtschaftlich für die Anteilseigner zu verwerten. Die GAP entstand im Zuge der Neuorganisation des Memminger Flughafens und wird maßgeblich von Landkreisen und Städten getragen. „Vom Verkauf hätten zu 75 Prozent die an der Gesellschaft beteiligten Gebietskörperschaften profitiert“, betont Bettina Kurrle. „Während an mehreren Orten in Deutschland und in Bayern Verteilzentren dieser Art problemlos gebaut und auch von Kommunalpolitikern begrüßt wurden, entwickelte sich in und um Memmingen eine lebhafte Diskussion“, so der Allgäu Airport in seiner Pressemitteilung.

Allgäu Airport will Projekt auf eigenem Areal realisieren

Da die AAP von dem Projekt überzeugt und gerade in Zeiten der Pandemie eine Diversifizierung des Geschäftsmodells des Flughafens notwendig sei, wolle man nun auf einem Areal, das sich schon immer im Besitz des Airports befindet, das zukunftsorientierte Projekt realisieren, ergänzt Bettina Kurrle.

Zuspruch habe das Projekt erst kürzlich von der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen erhalten. In der Region könnten nach deren Angaben auch Menschen ohne oder mit geringer Ausbildung durch Arbeitsplätze bei Amazon eine neue Chance erhalten. In Spitzenzeiten sollen bis zu 200 Beschäftigte im Zentrum arbeiten und bis zu 600 weitere bei Lieferpartnern. (mb/MK)

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