„Glücksfall für Heimertingen“

Heidrun Bauer erhält Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten

+
Die mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten ausgezeichnete Heidrun Bauer und (von links) MdL Klaus Holetschek, Wolfgang Wohlleb, Vorsitzender des Seniorenvereins Heimertingen, und Landrat Weirather.

Heimertingen/Mindelheim – "Jeder Zweite engagiert sich in irgendeiner Form in Bayern ehrenamtlich", informierte Landrat Hans-Joachim Weirather bei der Ehrung von Heidrun Bauer im Landratsamt die Gäste und bezog sich damit auf eine Erhebung des bayerischen Sozialministeriums. Das treffe auch auf das Unterallgäu zu, wo 1.300 Vereine angesiedelt sind.

„Das ist eine ganz große Zahl an Menschen, die das knappste Gut, die Zeit, an andere schenken“, so der Landrat. Viel Zeit für ehrenamtliche Projekte schenkte auch die Heimertingerin Heidrun Bauer, die vom Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder das Ehrenzeichen erhielt.

Heidrun Bauer ist ein Glücksfall für Heimertingen. Dieser Ansicht ist Wolfgang Wohlleb, erster Vorsitzender des Seniorenvereins Heimertingen. „Ohne dich wäre der Verein sicherlich nicht da, wo er jetzt ist.“ Bauer ist die zweite Vorsitzende des 2015 gegründeten Seniorenvereins. Gemeinsam mit Wohlleb hat sie für die Senioren viel bewegt und erreicht.

Mit ihren Kindern hat alles angefangen. Als diese Anfang der 1980er Jahre in Oberreute im Landkreis Lindau in die Grundschule gingen, war Bauer im Elternbeirat und konnte somit viele verschiedene schulische Veranstaltungen auf die Beine stellen. Das Ferienprogramm zum Beispiel war „fester Bestandteil im Jahreskalender“, sagte Weirather. Sechs Jahre lang war sie zudem als zweite Vorsitzende im Katholischen Frauenbund tätig, ab 1996 wurde sie zur ersten Vorsitzenden gewählt. „Ich bin ins Ehrenamt reingerutscht. Als Not am Mann war, hilfst du halt mit“, so Bauer. Mit dem Größerwerden der Kinder sind ihre Aktivitäten nicht geschrumpft, sondern im Gegenteil, wurden mehr. Als der Weggang aus Oberreute dort bedauert wurde, war der Zuzug nach Heimertingen dort eine Bereicherung. Der Grund für ihren Umzug aus dem West- ins Unterallgäu 2008 war der neue Posten ihres Mannes Armin Bauer als Bürgermeister. In Heimertingen angekommen, wurde Heidrun Bauer schnell zur Seniorenbeauftragten der Gemeinde erkoren. „Tatkräftig und ohne Berührungsängste ging sie diese Aufgabe an“, sprach Weirather über Bauer. Sie führte 2010 regelmäßige Seniorentreffs ein, organisiert das jährliche Faschingstreiben und Bewegungseinheiten, alle zwei Wochen einen gemeinsamen Mittagstisch und den monatlichen Besuch ins Generationenkino.

Auch im Seniorenverein brachte sie sich intensiv mit ein. Sie kaufte einen rollstuhlgerechten Pkw, um Fahrdienste für Senioren anzubieten, singt mit ihnen monatlich Volkslieder und begleitet demenzkranke Menschen. Das Wohl der älteren Generation liegt ihr sehr am Herzen. 2017 wurde der Seniorenverein mit dem dritten Platz für vorbildhafte Seniorenprojekte im Landkreis Unterallgäu ausgezeichnet. Dieser Preis wird im Rahmen des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts des Landkreises verliehen. Mit der Fortschreibung des Seniorenkonzeptes stoße man neue Projekte an, so Weirather. Doch diese seien nicht vom bleibenden Wert, wenn keiner vor Ort ist, um sie auch umzusetzen. Daher ist Bauer ein „Volltreffer“ für Heimertingen, die die Auszeichnung zu 100 Prozent verdient habe, lobte der Landrat ihr ehrenamtliches Engagement. Neben dem Ehrenzeichen erhielt Bauer auch noch eine Ehrenamtskarte auf Lebenszeit.(jb)

Auch interessant

Meistgelesen

Impressionen vom Memminger Weinfest 2019
Impressionen vom Memminger Weinfest 2019
SPD/FDP-Fraktion beantragt klimapolitische Maßnahmen
SPD/FDP-Fraktion beantragt klimapolitische Maßnahmen
Mutmaßlicher Vergewaltiger beharrt weiter auf Unschuld
Mutmaßlicher Vergewaltiger beharrt weiter auf Unschuld
Sonnenenergie spielt im Unterallgäu eine große Rolle
Sonnenenergie spielt im Unterallgäu eine große Rolle

Kommentare