Herbstdienstversammlung der Kommandanten des Landkreises Unterallgäu

Feuerwehr: Leichter Anstieg bei Einsatzzahlen und Personal im Unterallgäu

Die neu gewählten Kommandanten des Inspektionsbereiches West (von links): Stefan Schneider (FFW Haitzen), Michael Weißenhorn (FFW Günz), Franz Albrecht (FFW Betzisried), Tobias Wetzler (FFW Erkheim), Markus Martschini (FFW Niederdorf) und Kreisbrandinspektor Willi Hörberg.
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Die neu gewählten Kommandanten des Inspektionsbereiches West (von links): Stefan Schneider (FFW Haitzen), Michael Weißenhorn (FFW Günz), Franz Albrecht (FFW Betzisried), Tobias Wetzler (FFW Erkheim), Markus Martschini (FFW Niederdorf) und Kreisbrandinspektor Willi Hörberg.

Benningen - Die diesjährige Herbstdienstversammlung der Kommandanten des Feuerwehrinspektionsbereiches West des Landkreis Unterallgäu fand im Pavillon der Benninger Turn- und Festhalle statt. Auf der Tagesordnung stand unter anderem der Bericht des Kreisbrandinspektors Willi Hörberg über das vergangene Jahr. Aber auch ein Vortrag von Kreisbrandmeister Michael Steinle zum Thema Trinkwasserschutz sowie ein Sachstandbericht von Hermann Hesse, Leiter des Fachbereiches PSNV-E (Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte).

Insgesamt waren im Zeitraum vom 1. Oktober 2018 bis 30. September 2019 778 Einsätze zu verzeichnen, so Kreisbrandinspektor Willi Hörberg. Eine leichte Zunahme gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Diese teilen sich wie folgt auf: 164 Brände, 387 Technische Hilfeleistungen, 34 ABC-Einsätze, 122 sonstige Tätigkeiten, 66 Sicherheitswachen und fünf Fehlalarmierungen. Die Ursache bei der Steigerung der Brandeinsätze liegt vor allem an der Zunahme bei den Brandmeldeanlagen, was unter anderem auch auf die Installation der Heim-Rauchmelder zurückzuführen ist. Hier wurde die Feuerwehr das eine oder andere Mal alarmiert.

Die Feuerwehren hatten wieder das ganze Spektrum abzuarbeiten – vom Kleinbrand bis hin zum Großbrand (zum Beispiel, als im September 2019 bei der Firma Genan in Kammlach eine Gewerbehalle abbrannte). Im Bereich der Technischen Hilfeleistung waren auch alle Gruppen dabei. Die Einsatzbereiche gingen von Unfälle mit Straßenfahrzeugen, Verkehrshindernisse, Raum-/Wohnungsöffnungen bei akuter Gefahr, Sturmschäden, sonstige Hilfeleistungen, Ölspurem, Öl auf der Fahrbahn, aber auch Hochwasser, Überschwemmungen waren dabei. Hörberg richtete seinen Dank an die Feuerwehren für die hohe Einsatzbereitschaft. Insbesondere bedankte er sich bei den Arbeitgebern für das Freistellen der Feuerwehrdienstleistenden bei den Einsätzen.

Im Inspektionsbereich West stehen 49 Feuerwehren mit 2.262 aktiven Feuerwehrdienstleistenden im Alter von 18 bis 65 Jahre bereit. Das ergibt ein Plus von 24 Feuerwehrfrauen und -männern gegenüber dem Vorjahr. Dazu kommen 126 Anwärter im Alter von 16 bis 18 Jahren. Insgesamt sind 111 weibliche Feuerwehrdienstleistende tätig. Davon sind 380 als Atemschutzgeräteträger tätig. Hinzu kommen 13 Jugendfeuerwehren mit 139 Aktiven von zwölf bis 16 Jahren. Davon sind 30 weibliche Jugendfeuerwehrler. Betreut wird die Führungsstruktur des Inspektionsbereiches West - neben Kreisbrandrat und Kreisbrandinspektor - durch fünf Kreisbrandmeister mit Unterkreis, fünf Kreisbrandmeister auf Landkreisebene im Bereich Atemschutz, Grundausbildung, Informationstechnik und Kommunikation, Gefahrgut sowie den Kreisjugendfeuerwehrwart. Außerdem wurde im Jahr 2018 der Fachbereich Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSNV-E) ins Leben gerufen. Das Personal wird durch eine große Anzahl an Schiedsrichtern und Ausbildern verstärkt.

Ausbildung und Wahlen

Um den Ausbildungsstand auf einem hohen Niveau zu halten, fanden im Berichtsjahr wieder zahlreiche Haupt- und Gemeinschaftsübungen statt. Auch bei den Leistungsabzeichen stellten sich 44 Gruppen mit 396 Teilnehmern der Abnahme. Bei den Lehrgängen auf den Feuerwehrschulen beklagte Hörberg, dass der Bedarf an Lehrgängen nach wie vor noch nicht gedeckt werden könne. Anders sehe es hingegen auf Landkreisebene aus. Hier wurden insgesamt 614 Kameradinnen und Kameraden in verschiedenen Bereichen ausgebildet beziehungsweise fortgebildet.

Einige Änderungen gab es bei den Wahlen der Kommandanten. Willi Hörberg dankte den bisherigen Kommandanten für die verantwortungsvolle Arbeit während ihrer Amtszeiten. Ebenso den Wiedergewählten für die geleistete Arbeit und die erneute Bereitschaft das Amt weiterzuführen. Den Neugewählten wünschte er für die Tätigkeit viel Freunde und ein glückliches Händchen bei allen Entscheidungen. Kreisjugendfeuerwehrwart Andreas Thiel berichtete von einer aktiven Jugendfeuerwehr – 38 an der Zahl mit 516 Mitgliedern. Neben Jugendleistungsabzeichen standen viele Freizeitaktivitäten, wie zum Beispiel das Jugendzeltlager oder Jugendwartausflug nach Berlin auf dem Programm.

Zum Thema „Wasserentnahme aus dem Trinkwassernetz“ referierte anschließen Kreisbrandmeister Michael Steinle aus Markt Rettenbach. Zusammenfassend riet er den Anwesenden: „Redet mit den Wasserversorgen und verschafft euch einen groben Überblick über das Leitungsnetz. Er riet ihnen außerden, Druckstöße unbedingt zu vermeiden sowie Systemtrenner zu benutzen, aber auch damit zu üben. Es sollte kein Unterdruck erzeugt werden und niemals aus einem Hydranten angesaugt werden. Wenn diese Punkte berücksichtigt würden, sollte das Trinkwassernetz ausreichend geschützt sein.

Anschließend gab der Leiter des Fachbereichs PSNV-E, Hermann Hesse, einen Sachstandbericht zu seinem Fachbereich ab. Er informierte, dass in der Zwischenzeit 20 Einsatzkräfte zur Verfügung stünden und appellierte an die Kommandanten die Vorträge zum Beispiel als Winterschulung anzunehmen.

Kreisbrandrat Alexander Möbus informierte in seinem Grußwort über den Stand der digitalen Alarmierung. Des Weiteren wies er auf die Gefahren beim Gebrauch von sozialen Medien im Feuerwehreinsatz hin. Er warnte vor der Verletzung von Datenschutzrichtlinien und bat darum, eigene Kollegen dadurch nicht zu gefährden. (MK)

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