Informationen zum Schauplatz – viele Dokumente digital

Memmingen:  Historische Bilder zur Kramerzunft

Altes Haus in Memmingen in schwarz-weiß
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Das Foto zeigt die Fassade der Kramerzunft zu Beginn der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts.

 Memmingen - In vier Jahren jährt sich die Zusammenkunft der oberschwäbischen Bauern in der Memminger Kramerzunftstube zum 500. Mal. Am 6. und 7. März 1525 hielten hier die aufständischen Bauern ihre erste Tagsatzung und berieten, beeinflusst von dem Prediger Dr. Christoph Schappeler und dem Laienprediger Sebastian Lotzer ihre Bundesordnung. An diesem März Wochenende sind seit dieser Zusammenkunft genau 496 Jahre vergangen.

Das Stadtarchiv Memmingen nimmt dies zum Anlass, die seit Jahrzehnten sehr zahlreich erschienenen Forschungsarbeiten zur Geschichte von Bauernunruhen und Bauernkriegen neu zu erschließen und wichtige Quellen zu den Ereignissen von 1525 in digitaler Form zu präsentieren.

Unentdeckte Fotografien

Bislang unentdeckt geblieben ist eine Fotografie von Hans Bischoff in einer Serie „kunstgewerblicher Aufnahmen“. Die Aufnahme aus dem Jahr 1866 zeigt die einstige Eingangstür zur Kramerzunftstube. Mit diesen aufwändigen (neu-)gotischen Schnitzereien war der gesamte Saal verziert. Die Wandvertäfelung und die Tür gingen verloren, die Decke wurde jedoch bei der Renovierung im Jahr 2003 durch die Kreishandwerkerschaft wieder freigelegt.

Eine weitere Fotografie hat das Stadtarchiv vor wenigen Tagen geschenkt bekommen: Sie zeigt die Fassade der Kramerzunft zu Beginn der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts. Die auffällige Tür in der Mitte des Erdgeschosses ist heute noch zu sehen, Fassade und Ladengeschäfte haben sich jedoch sehr verändert.

Historische Schauplätze

Die beiden Bilder finden sich nun mit zahlreichen weiteren Aufnahmen auf der Webseite der „Stadt der Freiheitsrechte“ im Abschnitt „Historischer Schauplatz“. Zusätzlich hierzu sind auf den Seiten des Stadtarchivs Webseiten mit historischen und quellenkundlichen Informationen eingepflegt worden, darunter die Büchersammlung von Prof. Peter Blickle und schriftliche Dokumente zu den Ereignissen in Memmingen und Umgebung – vom Memminger Religionsgespräch über Zwölf Bauernartikel und Bauernversammlung bis zum Bauernkrieg.

Angebote für breite Öffentlichkeit

„Das Stadtarchiv Memmingen will mit diesen digitalen Angeboten eine breite Öffentlichkeit mit den Themen von 1525 bekannt machen, die bis in die Gegenwart von hoher Relevanz für ein geregeltes gesellschaftliches Zusammenleben sind“, sagt der Leiter des Memminger Stadtarchivs Christoph Engelhard. Die Informationen werden aber auch den Einrichtungen in Schwaben, Vorarlberg, Franken oder Thüringen von Nutzen sein, die in den nächsten Monaten und Jahren historische Ausstellungen und Tagungen zur Thematik „Bauernkrieg“ vorbereiten, Drehbücher für Filme oder Theaterstücke schreiben, Denkmäler sanieren oder Veranstaltungen zum Gedenkjahr organisieren.

Weiterführende Links

Hier noch ein Überblick mit den Links zu den Seiten: Historischer Schauplatz Kramerzunft https://www.memmingen.de/kultur/stadt-der-freiheitsrechte/historischer-schauplatz.html. Literatur und Quellen im Stadtarchiv: https://stadtarchiv.memmingen.de/. (MK)

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