IHK-Regionalversammlung diskutiert künftige Klinikstrukturen:

"Mit Weitsicht in die Zukunft planen"

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Gerhard Pfeifer, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Memmingen/Unterallgäu, und Markus Anselment, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben, informierten die Medienvertreter über die Ergebnisse der letzten Sitzung.

Memmingen - Gerhard Pfeifer, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Memmingen/Unterallgäu, informierte die Medien über die Ergebnisse der jüngsten Sitzung. Die Mitglieder aus der heimischen Wirtschaft haben sich dabei mit den Themen "Fusion der Kliniken" und "Ausbau des Klinikums Memmingen" beschäftigt und dazu klar Position bezogen. Die überraschend einstimmigen Beschlüsse wurden von Gerhard Pfeifer mit Unterstützung von Markus Anselment, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben, kommentiert.

Mit Hinweis auf die außerordentlich günstige Entwicklung des regionalen Wirtschaftsraumes mit einer im bundesweiten Vergleich extrem niedrigen Arbeitslosenquote und einer erfreulichen Zuzugsituation forderte der Regional-Vorsitzende, die Attraktivität des heimischen Lebensraumes weiter zu stärken. Dazu gehöre auch ein Gesundheitswesen auf hohem Leistungsniveau. Es sollten tragfähige Konzepte entwickelt werden, die "ohne Denkverbote und Klein-Klein-Kriege geführt werden müssen". Beispiele aus anderen Regionen beweisen, dass es möglich ist, Kliniken wirtschaftlich zu betreiben und gleichzeitig eine medizinische Versorgung von höchster Qualität zu gewährleisten. "Eine bestmögliche Patientenversorgung, hohe Attraktivität für hochqualifizierte Ärzte und gleichzeitig Wirtschaftlichkeit schließen sich nicht aus, sondern werden Folge richtiger Strukturentscheidungen sein", betont Gerhard Pfeifer. Die IHK-Regionalversammlung Memmingen/Unterallgäu begrüßt daher ausdrücklich das in einer Klausurtagung von Vertretern aus Stadt und Landkreis erzielte Ergebnis, eine Fusion des Memminger Klinikums und der Unterallgäuer Kreiskliniken anzustreben. Die Entscheidungsträger werden aufgefordert, den eingeschlagenen Weg mit zukunftsorientiertem Blick auf das Ganze zu gehen, denn: "Wir brauchen schlanke und effiziente Strukturen", so Pfeifer. An die politischen Kräfte appelliert der Regionalvorsitzende, eine Strategie zu entwickeln, die mindestens 15 Jahre in die Zukunft reicht. Memmingen habe als Standort am Autobahnkreuz eine "gigantische Ausgangslage" für einen "Klinikverbund Allgäu". Allerdings stellt die IHK-Regionalversammlung infrage, ob ein Ausbau des Klinikums an der Bismarckstraße einer zukunftsorientierten, überregionalen Klinikversorgung ausreichend gerecht werden kann. Der bisherige Standort stoße sowohl in seiner verfügbaren Fläche als auch im Hinblick auf seine logistischen Bedingungen inmitten eines Wohngebietes schon heute an seine Grenzen. Überzeugende Konzepte, beispielsweise mit einem rehabilitationsfördernden Erholungsraum, seien hier nicht mehr denkbar. Die geplante Investition in Höhe von 70 Millionen Euro würde bereits zirka 20 bis 30 Prozent der Finanzierung für einen optimal strukturierten Neubau decken. "Insofern fordert die Regionalversammlung einstimmig den baldmöglichsten Beginn der Planung eines Neubaus für ein überregional angelegtes Klinikum an einem optimal geeigneten Standort", fasst Gerhard Pfeifer die Überlegungen der Wirtschaft zusammen und kann auch konkrete Vorschläge anbieten. Allein für die Planungsphase seien sieben bis zehn Jahre zu veranschlagen. Die Investitionen für das Klinikum Memmingen sollten in diesem Zeitraum auf das Nötigste reduziert werden und sich allein auf hochtechnische Ausstattung und medizinisch erforderliche Ausgaben beschränken, keinesfalls aber in bauliche Maßnahmen fließen. Die Wirtschaft in der Region sieht sich als Teil der Gesellschaft und trägt mit ihren Steuermitteln entscheidend zu einer optimalen Gesundheitsversorgung bei. Die Unternehmen in Memmingen und dem Unterallgäu sind vermehrt auf den Zuzug von auswärtigen Arbeitskräften angewiesen und räumen der medizinischen Versorgung eine wachsende Bedeutung ein. Gerhard Pfeifer hofft in diesem Zusammenhang auf "Offenheit im Bewusstsein der Bevölkerung und einen sachlichen Blick der Entscheidungsträger ohne kleinkariertes Denken". (ma)

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