Welpe ins Tierheim gebracht

Von der Polizei erwischt: Illegaler Welpenhandel in Memmingen

Weißer Malteser-Welpe
+
In Memmingen wollte ein Mann einen Malteser-Welpen aus dem Auto heraus verkaufen. Der Hund war noch viel zu jung, um von seiner Mutter getrennt zu werden.

Memmingen - Am Donnerstagnachmittag bekam die Memminger Polizei einen Hinweis, dass jemand in der Buxheimer Straße illegal Welpen verkaufen würde.

Vor Ort trafen die Beamten tatsächlich auf einen 30-jährigen, aus Rumänien stammenden Mann. Dieser bot aus seinem Auto heraus einen Malteserwelpen zum Verkauf an. Der Welpe war viel zu jung, um verkauft zu werden, und wurde noch vor Ort sichergestellt und dem Tierheim Memmingen zur Quarantäne übergeben. Nachdem der Mann gegen die Tierschutzhundeverordnung verstoßen hatte, musste er eine Sicherheitsleistung in dreistelliger Höhe leisten.

Dass Welpen, die aus dem Auto heraus angeboten werden, für gewöhnlich aus Zuchtbetrieben stammen, in denen die Tiere unter qualvollen Bedingungen gehalten werden, sollte mittlerweile allseits bekannt sein. Ein solches Tier aus Mitleid zu kaufen, hilft langfristig nichts, denn für den Händler hat sich das Geschäft damit gelohnt.

Aber auch im Internet ist beim Haustierkauf Vorsicht geboten: Dort sind laut dem Deutschen Tierschutzbund vermehrt unseriöse Händler unterwegs, die Hunde verkaufen, die noch viel zu jung sind, um von ihrer Mutter getrennt zu werden. Viele der Tiere sind nach dem langen Transport von Osteuropa nach Deutschland stark geschwächt, leiden an Parasiten und Krankheiten. Impfnachweise und andere Papiere sind für gewöhnlich gefälscht.

Die Verkaufsanzeigen solcher Händler waren bisher meist an ihren verdächtig niedrigen Preisen zu erkennen, doch mittlerweile geben sich laut dem Deutschen Tierschutzbund immer mehr von ihnen als seriöse Züchter aus und verlangen entsprechend viel Geld für die kranken und gequälten Tiere.

Und auch die Elterntiere leiden schwer: Sie verbringen ihr Leben in viel zu kleinen, oft stark verschmutzten Zwingern. Hündinnen werden oft über Jahre hinweg als „Gebärmaschinen“ missbraucht - Priorität hat für die Händler nicht das Wohlergehen der Tiere, sondern der Profit. (MK/am)

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Memmingen:  Hunderte demonstrieren gegen Corona-Maßnahmen
Memmingen:  Hunderte demonstrieren gegen Corona-Maßnahmen
 Sanierungsarbeiten am Autobahnkreuz Memmingen
 Sanierungsarbeiten am Autobahnkreuz Memmingen
Corona in Memmingen: Öffnungen je nach Infektionsgeschehen
Corona in Memmingen: Öffnungen je nach Infektionsgeschehen

Kommentare