„Jede Mark war gut angelegt“

Erinnerungen an 20 Jahre Landesgartenschau in Memmingen

+
Der damalige Ministerpräsident Edmund Stoiber (2. von links) eröffnete mit (von rechts) OB Dr. Ivo Holzinger, dem Ehrengast Rudolf Mooshammer (†), Landwirtschaftsstaatssekretär Josef Miller und Landrat Dr. Hermann Haisch (†) die LGS in Memmingen.

Memmingen - Heute ist der Stadtpark „Neue Welt“ auf dem Gelände der ehemaligen Landesgartenschau aus Memmingen nicht mehr wegzudenken. „Vor 20 Jahren entstand aus einer früheren Industriebrache mit aufgelassener Kläranlage, aus einem Schandfleck, ein Juwel der Stadt“, sagt der ehemalige bayerische Landwirtschaftsminister Josef Miller heute rückblickend.

Im Jahr 1990 hatte die Stadt Memmingen ein erstes Konzept für die Durchführung der Landesgartenschau 2000 vorgelegt und sich gegen andere Mitbewerber wie beispielsweise Nördlingen bei der Vergabe am 24. Oktober 1991 durchgesetzt. Doch erst als 1994 mit einer Vorfestlegung des staatlichen Zuschusses die Finanzierung gesichert werden konnte, fasste der Stadtrat die erforderlichen Beschlüsse. Große Unterstützung für die Landesgartenschau gab es von Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger und Josef Miller, damals Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, den Brüdern Hermann und Walter Kutter, Vorsitzende des Bayerischen Landesverbandes für Garten- und Landschaftspflege sowie des Bayerischen Baumschulverbandes. 

27 Millionen D-Mark Kosten

Die Kosten betrugen insgesamt 27 Millionen Mark, 20 Millionen brachte die Stadt Memmingen auf und sieben Millionen steuerte der Freistaat bei. „Ich bin überzeugt, dass jede Mark gut angelegt ist“, sagte damals Oberbürgermeister Holzinger. Als er am 28. April 2000 mit dem Bayerischen Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber und dem Bayerischen Landwirtschaftsminister Josef Miller die Eröffnung vornehmen konnte, war es jedoch keineswegs klar, ob sich die hohen Investitionen rechnen würden. Doch schon vom ersten Tag an strömten bis zum Ende der Landesgartenschau am 8. Oktober 2000 über 1,3 Millionen Besucher auf das Gelände. Ausgegangen wurde von einer Million Besucher. „Damit war Memmingen die erfolgreichste unter den sechs bundesweiten Landesgartenschauen in diesem Jahr“, so Josef Miller. Großen Anteil daran hatten die „Gartenschaumacher“, die Geschäftsführer Hans-Peter Faas mit Claudia Knoll und Kämmerer Jürgen Hindemit. 

Hoher Imagegewinn

Die Gartenschau brachte für Memmingen zudem einen hohen Imagegewinn. Die Gäste, die früher an Memmingen vorbeifuhren, besuchten anlässlich der Landesgartenschau auch die reizvolle Innenstadt und nicht wenige kamen später wieder. Die wichtigste Entscheidung bei der Memminger Landesgartenschau war die Nachnutzung des Geländes. Dort befanden sich um das Jahr 1990 ein kleines Naherholungsgebiet und eine Gartenwirtschaft mit dem Namen „Klein-Venedig“. 

Vom Brachland zum Stadtpark

Durch die Landesgartenschau wurde das Gelände mit der dauerhaften Nutzung als Stadtpark endgültig gesichert und zu einem Anziehungspunkt für Bürgerinnen und Bürger. Durch die direkte Anbindung an die Innenstadt ist die „Neue Welt“ leicht erreichbar, zu Fuß, mit dem Rollator oder mit dem Fahrrad. Die Kinder zieht es zu den Spielplätzen mit Sand und Wasser. Die Sportangebote wie Skateranlage mit Halfpipe und zwei Beachvolleyballplätze sowie die Wasserskianlage finden großen Zuspruch bei den Jugendlichen. Andere besteigen den Aufsichtsturm oder treffen sich im Biergarten. „Unsere Generation wird auch daran gemessen, was sie den kommenden Generationen hinterlässt. Von diesem Gartenschaugelände profitieren unsere Kinder und Enkel und alle die nach uns kommen. Allein dafür rentierte sich die Landesgartenschau“, so bilanziert heute Josef Miller. (MK)

Auch interessant

Meistgelesen

Memmingen „eine der sichersten Regionen Deutschlands“
Memmingen „eine der sichersten Regionen Deutschlands“
Flughafen Memmingen wieder eingeschränkt geöffnet
Flughafen Memmingen wieder eingeschränkt geöffnet
Memmingen: Linke wählen ihren Vorstand
Memmingen: Linke wählen ihren Vorstand
Lockerung der Corona-Beschränkungen: Zurück zur Normalität?
Lockerung der Corona-Beschränkungen: Zurück zur Normalität?

Kommentare