Blumen am Mahnmal für Unrecht und Vertreibung

100 Jahre Sudetendeutscher Gedenktag

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Kreisvorsitzender Armin M. Brandt (links) und Oberbürgermeister Manfred Schilder gedenken gemeinsam der Ereignisse der damaligen Zeit.

Memmingen - Der Bund der Vertriebenen (BdV), Vereinigte Landsmannschaften, Kreisverband Memmingen gedachte anlässlich einer kleinen Feier mit Blumen und einer Kranzniederlegung durch den BdV-Kreisvorsitzenden Armin M. Brandt am Mahnmal an der Stadthalle an „100 Jahre Sudetendeutscher Gedenktag“.

Bei nasskaltem Wetter erinnerte BdV-Kreisvorsitzender Armin M. Brandt in einer bewegenden und detaillierten Schilderung an die Ereignisse nach Beendigung des I. Welkrieges 1918, der vor allem die sudetendeutsche Bevölkerung der ehemals deutschen Siedlungsgebiete im heutigen Tschechien ausgesetzt war. Gedacht wurde dabei der blutigen Niederschlagung der Demonstration der Sudetendeutschen am 4. März 1919. Für die Sudetendeutschen, ein Sammelbegriff für die 3,2 Millionen Deutschen in den Böhmischen Ländern, wurde dieser Tag als „Tag der Selbstbestimmung“ zu einem Gedenktag. 

„Die Kundgebungen des 4. März im Sudetenland wurden kurz nach Mittag in mehreren Städten gleichzeitig durch Schüsse in die Menge blutig unterdrückt“, so Brandt. Nach dem Münchener Abkommen 1938 wurde dieser Gedenktag allerdings von den NS-Machthabern vereinnahmt und propagandistisch missbraucht. Als im Oktober 1918 die Tschechoslowakische Republik ausgerufen wurde, wurde bereits damit gerechnet, dass die neue Prager Regierung auch auf die deutschsprachigen Randgebiete Anspruch erheben würde.

Oberbürgermeister Manfred Schilder ergänzte in seinem Grußwort „Die Sudetendeutschen forderten damals den Verbleib bei Deutsch-Österreich, statt der Eingliederung in das Hoheitsgebiet des tschechischen Staatsverbandes. Ihr Verlangen nach Selbstbestimmung bezahlten damals 54 Demonstranten mit ihrem Leben, darunter zahlreiche Frauen und Kinder“. Flucht und Vertreibung hätten auch in der Gegenwart ein Ausmaß angenommen, wie man es in Europa schon überwunden glaubte. Hiergegen müssten alle gemeinsam ankämpfen. „Wir müssen den bedürftigen Flüchtlingen helfen und zugleich alles tun, um Vertreibung als Mittel der Politik zu ächten und zu verhindern,“ so Schilder. An dieser Gedenkstätte hier an der Stadthalle werde jedem bewusst: Menschenrechte sind das Fundament für Frieden und Freiheit. Die Sudetendeutschen seien dabei wahrhaft überzeugende Botschafter für die Bedeutung der Menschenrechte. Sie wissen aus eigener Erfahrung was es bedeutet, wenn Menschenrechte mit Füßen getreten werden, so das Stadtoberhaupt. (jw)

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