Jahreshauptversammlung in Benningen

Ver.di: Gesellschaftliche Spaltung verhindern

Die Geehrten (sitzend von links) Josef Geiger, Gerda Bredendick, Roland Bräuer, Franz-Xaver Kraft und Heinrich Minst. Stehend ab 3. von links: Irmgard Dodel, Thomas Minst, Franz Wiblishauser, Josef Brossmann, Franz Fackler, Maria Bussjäger, Peter Fischer. Flankiert vom stellvertretenden Landrat Helmut Koch und Alt-OB Dr. Ivo Holzinger (links) sowie Bezirks-Geschäftsführer Werner Röll (5. von rechts), Oberbürgermeister Manfred Schilder und Ver.di Ortsvorsitzende Sabine Krüger (rechts).
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Die Geehrten (sitzend von links) Josef Geiger, Gerda Bredendick, Roland Bräuer, Franz-Xaver Kraft und Heinrich Minst. Stehend ab 3. von links: Irmgard Dodel, Thomas Minst, Franz Wiblishauser, Josef Brossmann, Franz Fackler, Maria Bussjäger, Peter Fischer. Flankiert vom stellvertretenden Landrat Helmut Koch und Alt-OB Dr. Ivo Holzinger (links) sowie Bezirks-Geschäftsführer Werner Röll (5. von rechts), Oberbürgermeister Manfred Schilder und Ver.di Ortsvorsitzende Sabine Krüger (rechts).

Benningen - Die vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di hielt kürzlich ihre Jahreshauptversammlung im Pavillon der Gemeindehalle in Benningen ab. Tätigkeitsberichte, Grußworte und Mitgliederehrungen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Nach kurzer Gästebegrüßung durch die Ver.di Ortsvorsitzende Sabine Krüger sprach sich stellvertretender Landrat Helmut Koch in seinem Grußwort lobend über die Arbeit der Gewerkschaft aus. Ver.di sei keine reine Interessensvertretung bestimmter Gruppen, vielmehr setzte sich die Gewerkschaft in lobenswerter Weise für die Stärkung der Rechte aller im Berufsleben Tätigen ein. „Wir erleben derzeit nicht nur einen starken gesellschaftlichen Wandel, sondern auch die Arbeitsbedingungen sind diesem Wandel unterworfen.“ Koch sprach prekäre Beschäftigungsverhältnisse mit Mini-Jobs, Zeitarbeitssystemen und Lohndumping und einiges mehr an. Dagegen stemme sich die Gewerkschaft, um die Rechte der Arbeitnehmer zu stärken. Neben dem Mangel an Pflegekräften und Erzieher*innen gelte es auch, gegen deren schlechte Bezahlung anzukämpfen. Ver.di operiere dabei stets mit Augenmaß und verhindere dadurch mögliche Unruhen bei Tarifauseinandersetzungen, lobte Koch.

„Viele Länder beneiden deswegen Deutschland für seine Gewerkschaften“, so Oberbürgermeister Manfred Schilder. Die Gewerkschaften versuchten gemeinsam die Arbeitswelt im Land besser zu machen. Die gute Wirtschaftslage in Memmingen und dem Unterallgäu seien wichtige Faktoren, um die Interessen der Beschäftigten am Arbeitsmarkt immer wieder zu verbessern.

Kampf für Sonntag als Ruhetag

Ver.di-Ortsvorsitzende Sabine Krüger informierte in ihrem Tätigkeitsbericht über die umfangreiche Gewerkschaftsarbeit, die zum Ziel hat, die Arbeitsverhältnisse der Betroffenen zu verbessern. Sehr erfreut zeigte sie sich beispielsweise darüber, dass es gelungen sei, die verkaufsoffenen Sonntage zu verringern. So habe der Memminger Stadtrat erst kürzlich beschlossen, während des Memminger Jahrmarktes nur einen verkaufsoffenen Sonntag im Bereich der Altstadt zu genehmigen. Obwohl mittlerweile bei der Bezahlung, laut Krüger, für die Betroffenen ein 100-prozentiger Sonntagszuschlag erreicht wurde. „Wir kämpfen darum, dass der Sonntag grundsätzlich Ruhetag bleibt und für die Familien genutzt werden kann“, so die Vorsitzende.

Bezirksgeschäftsführer Werner Röll ist der Meinung, dass viele gar nicht wüssten, was die Gewerkschaften eigentlich machen und für was sie verantwortlich seien. Ver.di vertrete beispielsweise rund sechs Millionen Mitglieder und setzte sich bei Tarifverhandlungen für gute Rahmenbedingungen ein. „Wir wollen die Spaltung am Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft überwinden. Wir wollen eine gerechte Einkommensentwicklung und Verteilung. Wir kämpfen gegen die immer größer werdende Altersarmut. Die untersten zehn Prozent der Gesellschaft haben überhaupt kein Vermögen,“ so Röll. Er kritisierte die enorme Mietsteigerung bei Wohnungen und machte dafür insbesondere die hohen Grundstückspreise verantwortlich. Die erfolgreiche Grundstückspolitik der Stadt Ulm sei hier zur Nachahmung für große Städte durchaus zu empfehlen.

Ehrungen

Einen breiten Raum nahmen die Mitgliederehrungen ein. Geehrt mit Urkunde, Ehrennadel und einer Rose für 25-jährige Mitgliedschaft wurden: Claudia Alger, Maria Bussjäger und Franz Fackler. Für 40 Jahre mit Ehrennadel und Geschenkkorb: Josef Brossmann, Irmgard Dodel, Eva Dußmann, Peter Fischer, Jürgen Hochsteiner und Thomas Minst. Für 50 Jahre: Gerda Bredendick, Dieter Luebeck und Heinrich Minst. Für 60 Jahre: Roland Bräuer und für 65 Jahre: Josef Geiger, Franz-Xaver Kraft und Heinrich Schwegler. (jw)

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