„Artensterben wird langsam dramatisch“

Jahreshauptversammlung beim Bund Naturschutz Erkheim

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Ein Teil der ausgezeichneten langjährigen Mitglieder. Ganz rechts: Ortsgruppen-Vorsitzende Irene Merkl.

Erkheim - Der Einsatz und die Sensibilisierung der Bevölkerung für den Erhalt einer intakten Natur zum Wohle von Mensch und Tier sowie die Durchführung entsprechend unterstützender Maßnahmen ist ständiger Antrieb für die Tätigkeiten der Mitglieder der Organisation Bund Naturschutz. Über die Aktivitäten der Ortsgruppe Erkheim sprach die Vorsitzende Irene Merkl kürzlich bei der Jahreshauptversammlung im evangelischen Gemeindesaal.

Ein Vorspann mit einer blühenden Blumenwiese versetzte die Besucher bereits in die richtige Stimmung und zeigte auf, was die Natur alles zu bieten hat, wenn sie sorgsam behandelt wird. Die Anlage von Blühstreifen auf den Feldern erfreut aber nicht nur Spaziergänger, sondern sichert die Nahrungsaufnahme der Bienen. Das Artensterben bei Bienen und Insekten erreicht bereits ein Ausmaß das als durchaus dramatisch zu bezeichnen ist. Dabei sind Pflanzen auf eine Bestäubung durch Bienen angewiesen, wenn sie später Früchte tragen sollen. In Erkheim habe sich allerdings an den Pachtflächen nicht viel verändert. Mähflächen würden gemäht und gemulcht. 

BN-Ortsgruppenvorsitzende Irene Merkl.

In einem Rückblick auf das vergangene Jahr ließ Ortsgruppenvorsitzende Irene Merkl die weiteren Aktivitäten der Mitglieder zum Erhalt einer intakten Umwelt nochmals Revue passieren. So trugen beispielsweise unter anderem im traditionellen Arten- und Biotopschutz engagierte Helfer bei Frickenhausen 3.500 Amphibien über die Straße. Ehrenamtliche Betreuer der Bachmuschelgewässer gewährleisteten zeitnahe Beobachtung und lieferten Informationen. Sorgen bereite der starke Bestandsrückgang, so die Vorsitzende. Um die Blühvielfalt rund um die Streuobstwiese zu erhöhen experimentiere man mit der Ausbringung von Mähgut. Erste Erfolge seien vielversprechend und riefen nach Fortsetzung der Aktion. 

Hohe Besucherakzeptanz erfuhren auch die einzelnen Vorträge „Energieautarke Gebäude“ oder „Grünes Band Deutschland“. Insbesondere aber herrschte großes Interesse an dem Vortrag „Bunt und Summt“, in dem sowohl Gartenbesitzern als auch Kommunen aufgezeigt wurde, wie dem dramatischen Insektensterben begegnet werden könne. 

Doch auch gesellschaftliche Aktivitäten kamen nicht zu kurz. Hier standen neben dem Osterspaziergang, eine Bergwanderung, Städtereisen sowie die Misereor-Aktion im Fokus. Und nicht zu vergessen der Weihnachts-Flohmarkt. Hohen Arbeitsaufwand leistete laut Merkl die Arbeitsgruppe Planungen, um die vielen Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange für geplante Bauprojekte zu bewerkstelligen. Kritisiert wird, dass „dabei die Belange des Naturschutzes häufig unter den Tisch fallen“. 

Im Ausblick auf das laufende Jahr will man sich neben dem Flächentausch, der im Gange sei, weiter um die Landschaftspflege kümmern. Ein Höhepunkt verspricht das anstehende Jubiläum zum 30-jährigen Bestehen der Ortsgruppe zu werden. 2019 laufe überdies das Bachmuschelprojekt aus, so Dr. Michael Schneider vom Landschaftspflegeverband Unterallgäu, der sich über das auftauchen des „Signal-Krebses“ besorgt zeigte und über das Muschelsterben referierte, bevor Helmut Scharpf als Vertreter der BN-Kreisgruppe die Besucher nochmals an das anstehende Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen“ aufmerksam machte und daran erinnerte, sich in der Zeit vom 31. Januar bis 13. Februar in die Listen einzutragen.

Ehrungen

Verliehen für 40-jährige Mitgliedschaft wurde einmal die Ehrennadel in Silber. Für über 25-jährige Mitgliedschaft 42 Mal die Ehrennadel in Bronze.(jw)

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