Jahresversammlung des Bayerischen Bauernverbandes in Westerheim

Schwierige Zeiten

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Das Foto zeigt (von links) Geschäftsführer Helmut Mader, Kreisbäuerin Margot Walser, Präsident Alfred Enderle und Kreisobmann Martin Schorer.

Westerheim - Der Bayerische Bauernverband, Kreisverband Unterallgäu, hielt seine diesjährige Jahreshauptversammlung in der Mehrzweckhalle in Westerheim ab. Neben Rechenschaftsberichten des Geschäftsführers, des Kreisobmanns sowie der Kreisbäuerin sprach Bezirkspräsident Alfred Enderlein in einem viele Themen umfassenden Impuls-Referat zum Thema „Miteinander durch schwierige Zeiten“.

„Wir haben letztes Jahr viel bewegt“, betonte der seit einem Jahr amtierende Kreisobmann Martin Schorer in seinem Rechenschaftsbericht. „Wir haben an der Klausurtagung in Herrsching teilgenommen und wir haben einen neuen BBV-Präsidenten gewählt. Das Dorfhelferinnen-Problem wurde gelöst. Wir haben die „Grüne Woche“ in Berlin und weitere 27 Veranstaltungen besucht. Und wir haben in Erkheim mit unseren Bauern das Netzwerk Milch gegründet. Seit einiger Zeit bewegt uns die Afrikanische Schweinepest, die durchaus nicht zu unterschätzen ist.“ Laut Schorer solle die „Bejagung, wie vom Staat vorgegeben, durchgeführt werden“. 

Kreisbäuerin Margot Walser erinnerte an das 70-jährige Bestehen des Landfrauen-Verbandes und ging auf die ständige Modernisierung der Landwirtschaft ein. Sie informierte über die vielen Veranstaltungen, die die Landfrauen jedes Jahr, teilweise in den Schulen, organisieren und durchführen. Bei den Kindertagen auf dem Bauernhof „können Kinder beispielsweise lernen, wo unsere Lebensmittel herkommen“. Nicht der Discounter an der Ecke, sondern der nahe gelegene Bauernhof müsse wieder mehr ins Bewusstsein gerückt werden. Grundsätzlich müsse der Landwirtschaft wieder mehr Wertschätzung und Aufmerksamkeit gewidmet werden, forderte sie. 

Geschäftsführer Helmut Mader bezeichnete indes den Abschluss der Verbandswahlen als Erfolg. „Seit Februar haben wir einen weiblichen und einen männlichen Kreisvorstand, eine Kreisbäuerin und einen Kreisobmann“. Als Erfolg bezeichnete er auch die Düngeverordnung, die aufgrund verschiedener Einsprüche akzeptable Verbesserungen erreicht habe. Auch die von der Geschäftsstelle organisierten Seminare und Veranstaltungen zu Hofübergabe-Themen, Pflanzenschutz oder Generationenberatungen zu Ehe- und Erbrecht, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung sowie die gesamte Agrarberatung über Nährstoffvergleich, Düngebedarfsermittlung, Agrardieselanträge und anderes waren wieder ein voller Erfolg. Mader verwies auf das reichhaltige Angebot der EMU (Europäischer Verband Mittelständischer Unternehmen) und berichtete nicht zuletzt über den leicht rückläufigen Mitgliederstand. Das Unterallgäu weise zum 31.12.2017 noch 2579 Mitgliedsbetriebe aus. Das seien 22 weniger als ein Jahr zuvor. Seit letztem Jahr sei Schwaben jedoch der mittlerweile größte Kreisverband. 

Bürgermeisterin Christa Bail bemängelte in ihrem Grußwort ebenfalls die geringe Wertschätzung der Landwirtschaft in der Gesellschaft und forderte ein Umdenken. „Es kann nicht sein, dass jeder Bürger jährlich rund 80 Kilogramm Lebensmittel wegschmeißt, wo andere hungern.“ Bezirkspräsident Alfred Enderle stellte als Hauptredner das Thema „Miteinander durch schwierige Zeiten“ in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Und schwierige Zeiten hat es und wird es in der Landwirtschaft immer wieder geben. „Doch die Gesellschaft um uns herum hat sich stark verändert“. Manche fragten sich schon, „brauchen wir überhaupt noch Bauern“. Wer noch keine Hungersnot erlebt habe, dem fehle oft das Verständnis für die Schwierigkeiten der Landwirtschaft. Doch „der Wohlstand fällt nicht vom Himmel“, so der Präsident. 

Er gab Auskunft über Milchkriseninstrumente, die Neuorganisation der Bayerischen Milchorganisationen, wie die „Naturschutzindustrie“ arbeitet und vieles mehr. Zudem sprach er über Vorgaben aus Brüssel, Auswirkungen von Exportverboten und über die Marktmacht großer Handelsketten. Als Fazit fordert der Bezirkspräsident deshalb ein starkes Miteinander der aktiven Bauern und wünscht sich künftig insbesondere eine bessere Erklärung der Landwirtschaft in der Bevölkerung, um die Akzeptanz des Berufstandes wieder deutlich zu erhöhen. (jw)

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