Josef Miller scheidet nach 27 Jahren aus dem Bayerischen Landtag aus

"Taten statt Worte" lautete seine Devise

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Staatssekretär, stellvertretender Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion und Landwirtschaftsminister - Josef Miller kann auf eine bewegte Zeit in 27 Jahren als Abgeordneter zurückblicken.

Memmingen - Josef Miller gehört nicht zu denjenigen, die große Worte über ihre Arbeit verlieren. „Taten statt Worte“ war immer seine Devise, ob als Abgeordneter im Stimmkreis Memmingen, als Landwirtschaftsstaatssekretär, als stellvertretender Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion oder als Bayerischer Landwirtschaftsminister. Nach 27 Jahren als Abgeordneter im Maximilianeum scheidet Miller nach Ablauf der Legislaturperiode aus dem Landtag aus.

Als Bauernbub in einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen, hat Josef Miller nach einer Landwirtschaftslehre Agrarwissenschaften studiert. "Auf dem elterlichen Betrieb habe ich schon früh das Arbeiten gelernt und die Faszination der Natur erfahren", erinnert er sich. Als langjähriger Mitarbeiter des ehemaligen Landwirtschaftsministers Dr. Eisenmann habe er gelernt, auch komplizierte Probleme pragmatisch zu lösen, ob in Kabinettssitzungen in München, bei Ministerkonferenzen in Berlin oder bei Verhandlungen in Brüssel. Das Beste für "seine" bayerischen Bauern herauszuholen, war immer Antrieb und wichtiges Ziel seiner Arbeit und oftmals eine schwierige Aufgabe. Trotz gravierender Strukturveränderungen in der Landwirtschaft ist heute noch jeder dritte deutsche Bauernhof in Bayern. Nahezu alle Agrargesetze wurden von Staatsminister Josef Miller den Erfordernissen der Zeit und zukunftsorientiert angepasst oder neu erarbeitet, wie das Agrarwirtschaftsgesetz zur Förderung der Land- und Ernährungswirtschaft, das als beispielhaft bezeichnet wird. Er reformierte die Verwaltung vom Ministerium bis zu den Ämtern grundlegend, wobei besonders die Forstreform stark im Blickpunkt der Öffentlichkeit stand. "Die Grundversorgung mit qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen sicher zu stellen sowie die Verantwortung für die Schöpfung wahrnehmen und das Prinzip der Nachhaltigkeit zu beachten, muss Grundsatz unseres Handelns sein", ist Millers Überzeugung. Nicht nur Bayern, sondern ganz besonders Memmingen und das Unterallgäu haben sich in den vergangenen 27 Jahren seit Josef Millers erstmaliger Wahl in den Bayerischen Landtag hervorragend entwickelt. "Ich bin sehr dankbar, dass ich meinen Teil zu dieser Erfolgsgeschichte beitragen durfte", blickt er zurück. "Die Menschen mit ihrem sprichwörtlichen schwäbischen Fleiß haben sich dies erarbeitet und die Politik hat die Rahmenbedingungen so gesetzt, dass sich dieser Fleiß auch entfalten konnte". Beispiele dafür sind die A96, die A7, der Allgäu-Airport und die geplante Elektrifizierung der Bahn als wichtige Infrastrukturmaßnahmen. Mit dem neuen Technologie-Transferzentrum und der Außenstelle der Donau-Universität Krems in Memmingen kamen weitere Standortfaktoren dazu, die gerade für die Zukunft der jungen Menschen und die Entwicklung der heimischen Wirtschaft sehr wichtig sind. Mit der Landesgartenschau wurde ein Park von bleibendem Wert geschaffen. Erwähnenswert sind aus Millers Sicht rückblickend auch Sanierungs- oder Neubaumaßnahmen aller staatlichen Gebäude und der Bau der Staatlichen Realschule in Memmingen sowie der Ausbau des bestehenden Gymnasiums zum Vollgymnasium in Ottobeuren. Von einer Arbeitslosenquote von aktuell unter zwei Prozentim Unterallgäu habe er vor 27 Jahren nicht einmal zu träumen gewagt, bekennt Miller. "Die Region steht gerade was Arbeitsplätze anbelangt und auch in vielen anderen Bereichen an der Spitze in Deutschland und Europa". Diese ausgezeichneten Perspektiven und die hohe Lebensqualität gelte es zu sichern. Josef Miller hat sich nie um Ämter beworben, sie sind immer auf ihn zugekommen. Vor der Verantwortung hat er sich nicht gedrückt, sondern sie als Herausforderung angenommen. "Wer aber glaubt, sich in der Politik Denkmäler setzen zu müssen, hat begonnen, Politik für sich selbst und nicht für seine Mitbürger zu machen". Miller merkt man seine Bodenständigkeit, seine Heimatverbundenheit und sein Interesse an allem Guten und Neuen an. Er ist trotz aller Erfolge bescheiden geblieben: "Es gibt so viele Menschen, die Großartiges leisten, ohne dass es an die Öffentlichkeit kommt. Wenn man wie ich so viele Jahre an exponierter Stelle für die Gemeinschaft arbeiten durfte, sollte man dafür dankbar sein. Ich bin kein Übermensch, ich habe nur meine Pflicht getan." Als Vorbilder nennt Miller seine Eltern, einfache schwäbische Bauersleute: "Ich verdanke meinen Eltern viel. Auch meine Lehrer und viele Wegbegleiter haben mich unterstützt und meinen Weg mitgeprägt. Mein Dank gilt allen Bürgerinnen und Bürgern für ihr Vertrauen in den letzten 27 Jahren." (MK)

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