70-jähriges Jubiläum der Luftbrücke – Flüge auch um Memmingen

Rosinenbomber im Allgäu

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Alois Helmer vor der „Placid Lassie Boogie“ vom Typ C-47, die zum 70-jährigen Jubiläum der Berliner Luftbrücke nochmal nach Deutschland kam.

Memmingen/Tannheim – Mehr als zwei Millionen Tonnen Hilfsgüter – Lebensmittel, Briketts und andere überlebenswichtige Güter – warfen alliierte Flugzeuge in rund 280.000 Flügen von Juni 1948 bis Anfang Mai 1949 über Westberlin ab. Die Sowjets hatten Westberlin vom Rest Westdeutschlands abgeriegelt, sämtliche Zufahrtswege in den Westen blockiert.

Dank der sogenannten „Rosinenbomber“ der Alliierten überlebte die Westberliner Bevölkerung die Blockade. Der Name „Rosinenbomber“ kommt daher, dass die US-amerikanische Besatzung der Propellermaschinen vor der Landung in Westberlin und der Verteilung der Hilfsgüter kleine Päckchen mit Süßigkeiten an selbstgebastelten Fallschirmen abwarf, um den Kindern eine Freude zu machen. Zum 70-jährigen Jubiläum der Berliner Luftbrücke sollten rund 40 der heute noch funktionsfähigen „Rosinenbomber“ die Luftbrücke nachstellen. Anfang Juni waren 15 der historischen Propellermaschinen vom Typ Douglas DC-3 und DC-47 extra aus den USA angereist – über New York – Kanada – Grönland – Schottland – Island, da sie zwischendurch immer wieder auftanken mussten; die restlichen Maschinen kamen aus Europa. Die geplante Aktion konnte allerdings aus verschiedenen Gründen nicht stattfinden, da die Maschinen nicht in Berlin-Tempelhof landen durften. Einige der Maschinen absolvierten deshalb in Norddeutschland Flüge, vier der Rosinenbomber landeten in Memmingen und Tannheim; darunter auch die mit 77 Jahren älteste der Maschinen.

Ein tolles Erlebnis Die Maschinen starteten am 19. Juni in Memmingen und Tannheim. In vier Flügen sprangen 80 Fallschirmspringer ab. Mit dabei war Alois Helmer aus Obermaiselstein – allerdings „nur“ als Passagier, nicht als Fallschirmspringer. Er hatte von den Flügen erfahren, sich auf sein Rad gesetzt, war nach Tannheim geradelt und konnte eine der wenigen Bordkarten ergattern. „Ein tolles Erlebnis“, schwärmt der Obermaiselsteiner. Er durfte an Bord der Maschine mitfliegen, die von Pilot Richard Osborne gesteuert wurde – Osborne war vor 70 Jahren mit dabei, als die Westberliner Bevölkerung mit Hilfsgütern versorgt wurde. (eva)

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