Unwägbare Situation

Jugendhilfeausschuss berät über Lage bei KiTa-Plätzen

Der neue Jugendamtsleiter Michael Wagner stellte sich dem Jugendhilfeausschuss vor. Rechts daneben Bürgermeisterin Margareta Böckh und Sozialamtsleiter Jörg Haldenmayr.
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Der neue Jugendamtsleiter Michael Wagner stellte sich dem Jugendhilfeausschuss vor. Rechts daneben Bürgermeisterin Margareta Böckh und Sozialamtsleiter Jörg Haldenmayr.

Memmingen – Die Einführung des Einschulungskorridors stellt den Leiter des Amts für Kindertageseinrichtungen, Bernhard Hölzle, vor große Probleme bei den Planungen für künftige KiTa-Plätze. Der Jugendhilfeausschuss vernahm in jüngster Sitzung den aktuellen Sachstandsbericht und beriet anschließend über das Thema.

Zunächst aber nutzte der neue Leiter des Jugendamtes, Michael Wagner, die Gelegenheit, sich dem Gremium vorzustellen. Wagner zeigte sich froh, dass er seit 1. Juli diese Position übernehmen darf. Er absolvierte eine Ausbildung als Diplomverwaltungswirt und war danach Sachbearbeiter im Jugendamt Dillingen. Von 2015 bis Mitte dieses Jahres war er Jugendamtsleiter im Landkreis Dillingen. Wagner ist 2019 aus privaten Gründen nach Memmingen gezogen und seine ersten Eindrücke seien sehr positiv gewesen. Er übernehme ein Amt, dass sehr gut aufgestellt ist, so Wagner.

Von Einschulungskorridor überrascht

KiTa-Amtsleiter Bernhard Hölzle stellte im Anschluss in seinem Sachstandsbericht zur Lage der Kita-Plätze fest, dass man von der Einführung des Einschulungskorridors im März dieses Jahres sehr überrascht worden sei. Eltern, deren Kinder zwischen dem 1. Juli und dem 30. September sechs Jahre alt werden, können selbst entscheiden, ob diese noch ein Jahr im Kindergarten bleiben oder schon eingeschult werden. Dies habe zur Folge, dass KiTa-Plätze in noch nicht abschätzbarer Höhe von Vorschulkindern belegt werden, was die ohnehin angespannte Situation nicht erleichtere, so Hölzle. Man könne zwar noch allen Eltern zu Beginn des nächsten Schuljahres einen Kindergartenplatz anbieten, aber nicht immer in der von den Eltern gewünschten Einrichtung. Der neu eingeführte staatliche Zuschuss von monatlich 100 Euro erschwere die Planungen ebenfalls, weil man nicht einschätzen könne, für wie viele Eltern dies ein zusätzlicher Anreiz sei.

Neue Gruppen in Planung

Es gebe aber auch Positives zu berichten, führte Hölzle weiter aus. So habe man das Platzangebot für drei- bis sechsjährige Kinder von 1.285 auf 1.318 Plätze erhöhen können. Die Krippenplätze für unter Dreijährige konnte man von 198 auf 246 erhöhen. Das ist aber noch nicht das Ende der Fahnenstange, denn bis 2022 erwartet der Amtsleiter einen ansteigenden Bedarf und geht von 100 zusätzlich benötigten Kindergartenplätzen aus. Hölzle berichtete weiter über die aktuell anstehenden Maßnahmen und freute sich über 75 neue Plätze beim Kindergarten der Johanniter sowie 18 neue Plätze in Dickenreishausen und wenn die Steinheimer Musikkapelle in den Zehentstadl umgezogen ist, könne in Steinheim auch eine neue Kindergartengruppe gegründet werden. Die Möglichkeit für neue Krippenplätze sieht Hölzle in Eisenburg und im Fröbelkindergarten. Die Stadt sei aktuell auch auf der Suche nach Standorten für den Neubau von Kindertagesstätten. Nur eine kurzfristige Lösung sei aktuell die Nutzung von Ausweich- und Turnräumen am Kempter Tor und am Fröbelkindergarten, ergänzte Bürgermeisterin Margareta Böckh. Wenn man neue Kindergartenplätze schafft, braucht man auch das entsprechende Personal dafür. Sozialamtsleiter Jörg Haldenmayr mahnte an, dieses Problem des Fachkräftemangels im Blick zu behalten. „Wir können zwar Kindergärten bauen, aber die Personen die wir brauchen, können wir uns nicht schnitzen“, so der Sozialamtsleiter. Es sei entscheidend, für bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen, um das Personal zu halten. Hölzle ergänzte, dass man bereits Kindergartenleitungen entlaste um zusätzliche Freiräume zu schaffen. (ew)

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