Jugendhilfeausschuss veröffentlicht Jahresbericht

Es gibt viel zu tun

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Der Zuspruch zum Jugendhaus hinter dem Kempter Tor stagniert auf hohem Niveau.

Memmingen – Bei der jüngsten Sitzung des Jugendausschusses ging es neben den Jahresberichten des Jugendamtes und des Amtes für Kindertagesstätten auch um den Finanzhaushalt und um die Verfahrensweise beim Bau einer Kindertagesstätte im Osten der Stadt.

Die Situation in Bezug auf die unbegleiteten minderjährigen Ausländern habe sich laut Referatsleiter Jörg Haldenmayr nach den schweren Jahren 2015/16 entspannt, da die Anzahl der betroffenen Personen deutlich unter 30 gesunken sei. Die Ausgaben der Heimunterbringung dagegen seien angesichts des vorhandenen Bedarfs gestiegen. Haldenmayr betonte aber, dass die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in einem Heim erst in Erwägung gezogen werde, wenn alle anderen vorherigen Maßnahmen keinen Erfolg erzielt hätten. Haldenmayr berichtete im weiteren Verlauf über die Etablierung der Inklusionsdisco im Kaminwerk sowie das Jugendhaus und den Jugendtreff Splash. Diese würden zwar stagnieren, das jedoch weiterhin auf hohem Niveau. Hierbei kam die Frage auf, warum der Ausländeranteil im Jugendhaus und Splash so hoch sei. Da es sich hierbei um freiwillige Angebote handle, könne man nicht vorhersagen wer daran teilnimmt, entgegnete der Referatsleiter. Man wolle aber das Angebot auch für deutsche Jugendliche in Zukunft attraktiver gestalten.

Jugendkriminalität sinkt

Die Jugendkriminalität sieht Haldenmayr erfreulicherweise auf sinkendem Niveau. Bei der Refinanzierung einiger Projekte beklagte der Referatsleiter allerdings sinkende Einnahmen bei höherem Arbeitsaufwand. Der Amtsleiter für Kindertageseinrichtungen, Bernhard Hölzle, freute sich, dass die Warteliste bei Kindergartenplätzen von 50 auf zehn abgearbeitet werden konnte. Dies sei durch Überbelegungen und Auslagerungen in Gastkindergärten nach Buxheim und Fellheim möglich gewesen. Hölzle erwartet aber auch eine weiter steigende Belegung und es gebe noch zu viele provisorische Gruppen. Die Qualität der Erzieher/innen habe man mit Fortbildungen hoch halten können.

Kindergärten und KiTas

Beim diesjährigen Haushalt wies Haldenmayr darauf hin, dass die Betreuungskosten aufgrund eines aktuellen Falles unverhältnismäßig angestiegen seien. Hölzle berichtete über höhere Personalkosten durch mehr Erzieher/innen. So sei der Ansatz beim Goldhofer-Kindergarten und auch in anderen Kindertagesstätten durch höhere Belegung gestiegen. Auch die Planungskosten für einen Kindergarten in Dickenreishausen seien bereits im Haushalt vorgesehen. Beim Kindergarten der Johanniter hängt es derzeit noch am Förderbescheid des Freistaats. Auf solche Bescheide bis zu zwölf Monate warten zu müssen, sei nicht hilfreich, monierte Hölzle und zeigte Verständnis, dass die Johanniter nicht zu bauen beginnen, bevor sie über die genaue Höhe der Fördermittel Bescheid wissen. Oberbürgermeister Manfred Schilder konterte, dass es beim derzeitigen Bauboom nicht ungewöhnlich sei, dass Förderbescheide ein Jahr dauern. Die Stadt könne aber nicht wie gefordert antizyklisch handeln, da verschiedene Bauprojekte einfach notwendig seien, auch wenn die Baupreise durch die Decke schießen. Gute Neuigkeiten gab es bei der Planung einer KiTa im Osten, nördlich des Waldfriedhofs. Gleich nach Veröffentlichung in den Medien hätten sich drei Träger gemeldet, die das Projekt übernehmen würden: Der Notausgang e.V., die Kirche Maria Himmelfahrt und die Johanniter Unfallhilfe. Man wolle möglichst schnell und dynamisch mit den Trägern zusammenarbeiten und dann am 8. März in der Sitzung des Finanz- und Wirtschaftsausschusses einen davon auszusuchen. Man habe sich für einen externen Träger entschieden, weil die Trägerschaft bei Kindergärten bereits sehr stadtlastig sei, so Hölzle. Etwas besorgniserregend sei die relativ hohe Anzahl an Schulabgängern ohne Abschluss, die in Memmingen über dem bayerischen Durchschnitt liegt. Schulamtsleiterin Elisabeth Fuß meinte, dass habe verschiedene Gründe. Allerdings werde das Angebot, nach der Schulpflicht weiter in die Schule zu gehen, oft nicht genutzt. Schließlich könne jeder, der willig sei, auch einen Abschluss machen. (ew)

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