Influencer und Social Bots auf dem Prüfstand

Jugendliche aus Memmingen gewinnen Europäischen Schülerwettbewerb

45 Landes- und 26 Bundessieger des Vöhlin-Gymnasiums, der Sebastian-Lotzer-Realschule und des Bernhard-Strigel-Gymnasiums wurden für ihre Arbeiten im Rathaus geehrt.
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45 Landes- und 26 Bundessieger des Vöhlin-Gymnasiums, der Sebastian-Lotzer-Realschule und des Bernhard-Strigel-Gymnasiums wurden für ihre Arbeiten im Rathaus geehrt.

Memmingen - „YOUrope – es geht um dich!“ Unter diesem Motto fand der 66. Europäische Schülerwettbewerb statt, an dem sich 71 Schülerinnen und Schüler des Vöhlin-Gymnasiums, des Bernhard-Striegel-Gymnasiums und der Sebastian-Lotzer-Realschule beteiligten.

Das Projekt ist beendet und nun gab es zahlreiche Auszeichnungen zu vergeben. Aus den drei Memminger Schulen gingen 45 Landessieger und 26 Bundessieger hervor und die erhielten bei einem Festakt im Rathaussaal ihre Urkunden. 23 der 26 Memminger Bundessieger sind Schüler des Vöhlin-Gymnasiums. „Das hat in Bayern kaum jemand erreicht“, erzählt Schulleiter Burkhard Arnold stolz und auch die zweite Bürgermeisterin Margareta Böckh lobte diese „starke Zahl“.

Von Sponsorenseite war das Vorstandsmitglied der Sparkasse, Harald Post, anwesend und lobte die Schülerinnen und Schüler ausführlich. „Wenn ich euer Engagement sehe, ist mir nicht bange um die Zukunft Europas“, so Post. Er beklagte aber auch das „Postengeschachere“ nach der Europawahl und fragt, was junge Menschen denken, wenn es nur um Personen und nicht um Inhalte geht. Der gleichen Meinung war auch der Schulleiter des Vöhlin-Gymnasiums Burkhard Arnold, der anmerkte, dass die Politiker die anfängliche Euphorie dadurch schnell wieder unterdrückt hätten. Man denke nicht europäisch, wenn man sich nicht auf einen aufgestellten Kandidaten einigt, so Arnold. Bürgermeisterin Margareta Böckh ergänzte, dass diese Entscheidung der Politiker nicht den Wählerwillen widerspiegle. Sie appellierte aber auch an die Jugendlichen und machte ihnen Mut. „Europa ist eine große Friedensinitiative und soll es bleiben, da seid ihr gefragt, ihr seid die Zukunft“, so Böckh.

Ziel des Wettbewerbs war es, die Schüler zu ermutigen sich aktiv für die Zukunft Europas einzusetzen und sowohl kritische als auch befürwortende Stimmen einzufangen. Die Jüngsten ließen ein „Parlament der Tiere“ tagen oder erkundeten mit dem Flugtaxi den Kontinent. Die Älteren setzten sich kritisch mit der Rolle von Street Art und Social Media auseinander, warnten vor Umweltzerstörung und Klimawandel.

Neben Bildern, Fotos und Collagen wurden auch Bücher, Texte, Essays, Reden, Videoclips und Trickfilme, Interviews, Comics, Musikstücke, Medienkampagnen und Onlinebeiträge bei diesem Wettbewerb eingereicht. Dabei wurde gefragt, wofür man sich einsetzen will, was man verändern will und wie man aufzeigen kann, wie wichtig Europa für uns alle ist. Die Schüler gestalten dafür Kampagnen für die Europawahl und setzten sich mit politischer Kommunikation im digitalen Zeitalter auseinander. Sie stellten sich die Frage, welche Rolle beispielsweise Influencer, Fake News oder Social Bots in der Meinungsbildung spielen.

Fast betroffene Gesichter sah man, als Kunstlehrerin Barbara Müller-Pollack ein Video von vier Schülerinnen zum Thema Influencer vorführte. Der Kurzfilm zeigte auf, vor welchen Herausforderungen junge Menschen stehen, die den vom Mainstream vorgegebenen Vorstellungen über Schönheitsideale trotzen wollen. Sie warben in dem Video, zu sich selbst zu stehen und nicht vorgefertigte Meinungen einfach zu übernehmen. (ew)

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