"Es ist sehr beeindruckend"

Karin Baumüller-Söder besucht Kinderhospiz St. Nikolaus

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Karin Baumüller-Söder bewundert die Malkunst von Mia. Maltherapeutin Annemarie Herrmann erklärt ihr die Vorgehensweise beim therapeutischen Malen. Rechts die Vorstandsvorsitzende der Süddeutschen Kinderhospiz-Stiftung Marlies Breher, die Karin Baumüller-Söder eingeladen hatte.

Bad Grönenbach - So eine lebensfrohe Atmosphäre in einem Kinderhospiz – darüber war Karin Baumüller-Söder, die Frau des bayerischen Ministerpräsidenten, bei ihrem Besuch sichtlich überrascht.

Eine Runde aus Kindern, Eltern und Mitarbeiterinnen spielte im Gemeinschaftsraum das Kartenspiel Uno, im Flur fegte Johanna im Rollstuhl mit einem gesunden Geschwisterkind um die Wette. Lebensfreude pur im Kinderhospiz St. Nikolaus in Bad Grönenbach – einem Ort, an dem Familien oft mit dem Thema Tod konfrontiert sind. 

Bei einer Führung durch das Haus, dem einzigen stationären Kinderhospiz in Bayern, erfuhr Karin Baumüller-Söder von Geschäftsführerin Anita Grimm, dass in dieser Woche die Themenwoche „Fitte Kinder“ stattfindet. Das heißt, dass erkrankte Kinder mit ihrer Familie zu Besuch sind, die körperlich aber kaum kognitiv eingeschränkt sind. Aber auch in dieser Woche war der pflegerische Aufwand groß und wurde vom Pflegepersonal des Kinderhospizes wie üblich 24 Stunden abgedeckt. 

Das Tagesprogramm wird im Kinderhospiz St. Nikolaus den Fähigkeiten der Kinder entsprechend gestaltet. „Eine gute pflegerische Versorgung ist immer die Basis, aber es ist auch unsere Aufgabe, dem Kind oder Jugendlichen Freude und Lebensqualität zu schenken“, erklärte Grimm. „Es ist sehr beeindruckend, wie hochprofessionell, vielschichtig und liebevoll die Familien hier betreut werden,“ so Karin Baumüller-Söder. Bei ihrem Aufenthalt im Kinderhospiz besichtigte sie verschiedene Therapieräume und bewunderte auch das Aquarellbild der zwölfjährigen Mia, die gerade mit Musik und Unterstützung der Maltherapeutin ein kleines Kunstwerk schuf. 

Der anschließende Besuch des Abschiedsbereiches und des Fahnengartens für die verstorbenen Kinder berührte sie emotional sehr stark. Karin Baumüller-Söder ist selbst Mutter von drei Kindern. Die einzelnen Schicksale der Familien machten sie sehr betroffen. Im Kinderhospiz werden Familien ab der Diagnose „Ihr Kind ist unheilbar und lebensverkürzend erkrankt“ begleitet. Wie Anita Grimm berichtete, bricht für Familien erst einmal eine Welt zusammen: „Sie fühlen sich allein gelassen und wissen nicht, wie ihr Alltag weiter funktionieren soll. Die Betreuung der erkrankten Kinder bringt die Eltern oft an die Grenzen ihrer physischen und psychischen Belastbarkeit.“ Sie erklärte im Gespräch auch, wie schnell sich die Situation und Atmosphäre ändern kann – immer dann, wenn der Zustand eines Kindes sich verschlechtert. 

Das Kinderhospiz St. Nikolaus betreut bis zu acht Familien gleichzeitig und begleitet die ganze Familie in den Jahren der Krankheit, aber auch in der Sterbe- und Trauerphase. Marlies Breher, Vorstandsvorsitzende der Süddeutschen Kinderhospiz-Stiftung, der Trägerin des spendenfinanzierten Kinderhospizes, bedankte sich herzlich bei Karin Baumüller-Söder für ihren Besuch, besonders im Namen der kleinen und großen Gäste dieser wichtigen Einrichtung für die schwerstbelastenden Familien. In Deutschland leben circa 50.000 Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Erkrankungen. (MK)

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