Laser zerstört Tumor

Klinikum informiert über Lasertechniken

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Trotz hochsommerlicher Temperaturen kamen rund 50 Interessierte ins Klinikum Memmingen, um sich bei Urologie-Chefarzt Prof. Dr. Peter Schneede über moderne Lasertechniken zu informieren.

Memmingen - Ein Laserstrahl kann im Körper eines Patienten ganze Gewebestücke heraussprengen. Zu Nutzen macht sich diese Technik neben großen Universitätskliniken die Klinik für Urologie am Klinikum Memmingen, deren Chefarzt jetzt erklärte, wie mithilfe eines Lasers Tumore zerstört oder Harnsteine abgetragen werden können.

„Je nachdem, wie viel Energie wir in den Laser eingeben, können wir Gewebestücke mit dem Laserstrahl verkochen lassen oder sogar komplett heraussprengen“, informierte der Autor von Laser-Operationslehrbüchern und Urologie-Chefarzt Prof. Dr. Peter Schneede. „So können wir auch schwer erreichbare Tumore in der Blase oder in den Harnwegen zerstören und beispielsweise große Nieren- oder Harnsteine zertrümmern.“ Auch Genitalien wie der Penis können mit dem Laser behandelt werden: „Ein Genitaltumor kann dank Laser so entfernt werden, dass die Organfunktion und die Erektionsfähigkeit voll erhalten bleiben. Auch das kosmetische Ergebnis ist exzellent.“ 

Als eine von wenigen Kliniken im süddeutschen Raum bietet die Urologie am Klinikum Memmingen auch die sogenannte Holmium-Laser-Ausschälung der Prostata an. Dabei werden mithilfe eines modernen Hochleistungslasers altersbedingte Wucherungen der Prostata nebenwirkungsarm und gewebeschonend behandelt. Die Ausschälung der Prostata erfolgt dabei von innen über die Harnröhre: „Die mit dem Laser blutungsarm ausgelösten Prostataknoten werden erst in der Harnblase abgelegt und dann mit einem Gewebeschneider weiter zerkleinert und abgesaugt.“ 

Dabei werde Lasermedizin am Klinikum Memmingen nur bei gesichertem Patientenvorteil eingesetzt, wie Urologie-Chefarzt Prof. Schneede betonte: „Laser werden bei uns nicht zu Werbezwecken und zur Umsatzsteigerung missbraucht, wie leider anderenorts festzustellen ist. Unsere verschiedenen Lasergeräte kommen nur dann zum Einsatz, wenn der Patient auch tatsächlich davon profitiert.“ (MK)

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