Kombiniertes Hallen- und Freibad soll jetzt 41,3 Millionen kosten

Die „Unendliche Geschichte“ geht weiter

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Das neue „Bad für alle“ am Standort des Freibades steht wegen hoher Baukosten erneut auf der Kippe.

Memmingen – Seit über zehn Jahren diskutiert man nun schon über ein neues Bad für die Maustadt. 2017 wurde das Thema wieder aufgegriffen und das Architekturbüro Asböck stellte nun dem Plenum erneut überarbeitete Pläne vor. Der Kostenaufwand beträgt inzwischen 41,3 Millionen Euro.

Aber drehen wir die Zeit kurz zurück. Beim ersten Entwurf 2008 sollte das Bad noch 17 Millionen Euro, ein Jahr später schon 24 Millionen kosten. Dann wurde das Projekt wegen des Neubaus der Realschulen auf Eis gelegt und 2017 wieder in die Agenda aufgenommen. Nun kostete es schon 34 Millionen Euro. Heute sind wir bei über 41 Millionen angekommen und noch immer ist man sich uneinig, was in dem neuen Bad alles drin sein soll. Den hohen Preis begründete Architekt Bernhard Asböck mit gestiegenen Baukosten und den maximalen Wünschen des Bäderausschusses. Das „Bad für alle“ sieht zehn Becken mit insgesamt 2513 Quadratmetern Wasserfläche, 934 davon unter Dach, vor. Das große Schwimmbecken mit acht Bahnen im Außenbereich hat eine Länge von 50 Metern. Im Innenbereich ist ein Variobecken und ein Lehr- und Nichtschwimmerbecken geplant. Ein Freizeitbecken, das von innen zugänglich ist, wird im Außenbereich mit Massagedüsen und einem Strömungskanal ausgestattet und soll ganzjährig betrieben werden. Weiter sehen die Pläne einen Sprungturm, eine Rutsche, einen Saunabereich für 120 bis 150 Personen und eine Gastronomie für den Innen- und Außenbereich vor. Für die Besucher stehen 160 KFZ-Stellplätze und 185 Fahrradstellplätze zur Verfügung. Für den ÖPNV ist in der Kastanienallee eine Bushaltestelle angedacht. Für Schulsport ungeeignet Stadtrat Helmuth Barth (CRB) kritisierte vor allem das Nichtschwimmerbecken, welches durch eine fehlende Abtrennung für den Schulsport absolut ungeeignet sei. Weiter ist das Freizeitbecken in seinen Augen ein unnötiger „Heizkostenfresser“. Dem entgegnete Architekt Asböck, dass ein solches beheiztes Außenbecken für die Attraktivität eines modernes Bades unverzichtbar sei. Stadträtin Verena Gotzes (SPD) sprach die Schließung des Bewegungsbades im Klinikum an und wollte wissen, ob es im neuen Bad die Möglichkeit gebe, dieses zu ersetzen. Asböck war sich dieser neuen Problematik nicht bewusst, zeigte aber die Möglichkeit eines Variobodens auf, der allerdings mit zusätzlichen 150.000 Euro zu Buche schlagen würde. Stadtrat Prof. Dr. Dieter Buchberger fragte an, ob der Einsatz einer Wärmepumpe zur Beheizung sinnvoll wäre. Laut Asböck könne man eine Wärmepumpe höchstens für die Vorheizung verwenden und sich der Aufwand kaum lohne. Beratung in den Fraktionen Die Stadträte waren sichtlich geschockt über die hohen Kosten und man stellte sich natürlich auch die Frage, wie das alles zu finanzieren sei, ohne die Eintrittspreise massiv zu erhöhen. Alle Fraktionen waren sich zum Schluss einig, dass man mit diesen Zahlen erst einmal wieder zurück in die Fraktionsrunden gehen muss, um sich erneut zu beraten. Man beschloss also wieder, vorerst einmal nichts zu beschließen und auf eine genaue Kostenanalyse zur Sanierung der beiden bestehenden Bäder, welche die Stadtverwaltung zu erstellen hat, zu warten. Oberbürgermeister Manfred Schilder drängte allerdings wegen immer weiter steigender Kosten darauf, spätestens in der ersten Sitzung nach der Sommerpause eine endgültige Entscheidung zu treffen, ob man die alten Bäder saniert oder den Neubau endlich in Angriff nimmt. (ew)

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