Geplanter Straßenneubau bedroht ökologisch wertvolles Gebiet

Krebsbachtal: BUND reicht Klage ein

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Gegen einen geplanten Straßenneubau hat der BUND Naturschutz jetzt Klage eingereicht. Er befürchtet massive negative Auswirkungen für das Krebsbachtal (im Bild).

Landkreis Unterallgäu - Ein Staatsstraßenneubau von der Autobahnanschlussstelle Holzgünz an der A96 an die Staatsstraße 2020 bei Rummeltshausen soll einen direkten Anschluss der nördlich gelegenen Gemeinden an die A96 und die Erschließung von circa 70 Hektar neue Gewerbegebiete ermöglichen. Auf der Strecke bleiben würde nach Ansicht von Gegnern des Projekts und Umweltschützern das ökologisch wertvolle Krebsbachtal, welches durch den Straßenneubau massiv beeinträchtigt würde.

Der BUND Naturschutz (BN) klagt zusammen mit der »Bürgerinitiative Krebsbachtal« gegen das Projekt und hat Anfang November 2014 eine umfassende Klagebegründung beim Verwaltungsgericht Augsburg eingereicht. »Obwohl eine naturverträgliche und viel kostengünstigere Alternativtrasse vorliegt, will das Straßenbauamt Kempten mit der Brechstange die aktuelle Planungsvariante durchdrücken«, so Helmut Scharpf, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Memmingen-Unterallgäu. »Stark beeinträchtigt wären nicht nur das Naherholungsgebiet Krebsbachtal, sondern auch Feldlerchen, Fledermäuse und Bachmuscheln.« Der BUND Naturschutz sieht zahlreiche Fehler im Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Schwaben, den das Gericht jetzt überprüfen muss. So bedeute die jetzige Planung eine erhebliche Beeinträchtigung für geschützte Arten, zudem wurde das Ziel, den Flächenverbrauch zu reduzieren, nicht beachtet. »Ziel der Bundesregierung ist es, den Flächenverbrauch von heute 18 Hektar pro Tag in Bayern bis 2020 auf unter 6 Hektarzu reduzieren. Der Landkreis Unterallgäu liegt bis heute weit über dem bayerischen Durchschnitt im Flächenverbrauch. Diese Zielvorgaben wurden in der aktuellen Planung missachtet«, so der BUND. Anstatt der flächensparsamen Variante entlang der Autobahn den Vorzug zu geben, wurde eine extrem flächenintensive Variante gewählt. Mit dem Straßenneubau sollen zusätzlich 70 Hektar neue Gewerbegebiete erschlossen werden. Die Gemeinde Holzgünz nehme mit einem Zuwachs der Siedlungs- und Verkehrsflächen zwischen 2000 und 2012 um 43 Prozent einen negativen Spitzenplatz in Bayern ein. Bemängelt wird in der Klage auch, dass das Verkehrsaufkommen keinen Straßenneubau rechtfertige und auch die prognostizierte Entlastungswirkung der Ortsdurchfahrt Holzgünz sei unrealistisch. Dem gegenüber sei die hohe Belastung für Günz und Rummeltshausen nicht entsprechend berücksichtigt und schließlich sei auch nicht die wirtschaftlichste Variante gewählt worden. Die vom BUND Naturschutz favorisierte Variante entlang der Autobahn habe mit Abstand das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis. Trotzdem hat sich das Straßenbauamt für eine Variante entschieden, die um den Faktor 3,6 teurer ist als die vom BN bevorzugte Variante, dessen Nutzen aber nur um den Faktor 2,7 höher liegt. Der BN zweifelt diese Nutzenberechnung zudem noch massiv an. »Es ist an der Zeit, dass die bayerische Staatsregierung beim Straßenbau von den Maximalvarianten Abstand nimmt, und umweltschonenden und kostensparenden Varianten den Vorzug gibt«, so Thomas Frey, BN-Regionalreferent für Schwaben und Geschäftsführer des BN-Landesarbeitskreises Verkehr. »Wir hoffen, dass wir mit der Klage das Krebsbachtal als wertvollen Naherholungsraum für die Bürger und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen erhalten können«, so Joachim Stiba, Vorsitzender der BN-Ortsgruppe Erkheim/Günztal. (MK/es)

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