Kreiskliniken Unterallgäu wollen zukünftig auf Sondierungen mit Kempten/Oberallgäu setzen

Klinikfusion vorerst geplatzt?!

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Seit 2006 laufen die Bemühungen um eine Fusion und Zusammenarbeit des Klinikum Memmingen (im Bild) und den Kreiskliniken Unterallgäu.

Memmingen/Unterallgäu – Es schlug gestern Abend ein wie eine Bombe: das Schreiben von Landrat Hans-Joachim Weirather an Memmingens Oberbürgermeister Manfred Schilder, das auch dem KURIER zuging. Unter dem Betreff „Fusionsbemühungen unserer Krankenhausunternehmen” teilt Weirather mit: „Der Verwaltungsrat hat nach eingehender Diskussion entschieden, die Verhandlungen mit der Stadt Memmingen auszusetzen und in Sondierungsgespräche mit dem Landkreis Oberallgäu und der kreisfreien Stadt Kempten einzutreten.”

Eine Fusion des Klinikum Memmingen mit den Kreiskliniken in Mindelheim und Ottobeuren scheint damit in weite Ferne gerückt.

Weirather teilte in seinem Schreiben mit, dass am vergangenen Montag, 29. Oktober, der Verwaltungsrat ausführlich über die strategische Weiterentwicklung des Kommunalunternehmens Kreiskliniken Unterallgäu beraten habe und dabei zu dieser Entscheidung gekommen sei. Noch Ende September hatten sich Vertreter des Landkreises, der Stadt Memmingen sowie der Direktorien der Kreiskliniken und des Klinikums Memmingen in einer internen Sitzung getroffen, die von Oberbürgermeister Manfred Schilder und verschiedenen Kommunalpolitikern als „auf dem richtigen Weg” aufgenommen wurde. Die Fusion des Klinikums Memmingen mit den beiden Kreiskliniken in Mindelheim und Ottobeuren schien damit in greifbare Nähe gerückt. Eine Einschätzung, die der Verwaltungsrat anscheinend nicht teilt.

Gespräche seit 12 Jahren

„Mein und unser Bemühen zu einer engen Zusammenarbeit mit der Stadt Memmingen im Bereich der Kliniken zu kommen, reicht bis in das Jahr 2006 zurück. Ernüchtert stelle ich fest, dass alle Anstrengungen ohne Erfolg blieben. Auf Phasen der Hoffnung folgten immer wieder herbe Rückschläge”, schreibt Weirather. Der Verwaltungsrat sei aber mehr denn je der einhelligen Überzeugung, dass den Herausforderungen im Krankenhauswesen nur im Schulterschluss mit einem andern kommunalen Partner begegnet werden kann. Diesen sieht der Verwaltungsrat anscheinend in Zukunft eher im Klinikverbund Kempten/Oberallgäu, der die Häuser in Kempten, Immenstadt, Sonthofen und Oberstdorf betreibt. Die Aufnahme der Sondierungsgespräche mit dem Klinikverbund Kempten/Oberallgäu sei ausdrücklich keine Absage an die bestehenden, medizinisch notwendigen und sinnvollen Kooperationen, heißt es in Weirathers Schreiben weiter. „Vielmehr ist mir sehr daran gelegen, die gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt Memmingen und dem Landkreis Unterallgäu in den vielfältigen Handlungsfeldern zu pflegen und weiterentwickeln.”

Situation neu bewerten

„Wir sind überrascht über die Entscheidung und bedauern diese sehr. Jedoch kann ich auch meine Enttäuschung darüber nicht verhehlen”, teilte Oberbürgermeister Manfred Schilder im Gespräch mit dem KURIER mit. Jetzt gelte es in Memmingen, die neue Situation in den entsprechenden Gremien zu bewerten und dann eine Entscheidung zu treffen, wie es mit dem heimischen Klinikum weitergehen soll. Allerdings sei für ihn mit diesem Schreiben das Thema Fusionsgespräche mit den Kreiskliniken Unterallgäu vorerst vom Tisch. (mb)

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