Kreiswettbewerb „Bäume unserer Heimat“

Fünf Preise für Legau

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Die Linde im Weiler Engelharz bei Legau erhielt einen der Preise beim Kreiswettbewerb "Bäume unserer Heimat". Mit über 10 Metern Umfang ist er einer der mächtigsten und ältesten Bäume in der Gemeinde Legau.

Legau - Legau, das Dorf der alten Linden, erhielt bei dem vom Landkreis Unterallgäu und der Sparkasse veranstalteten Wettbewerb fünf Preise für schöne, alte Bäume auf dem Gemeindegebiet. Eine fünfköpfige Jury hatte nach einer Vorauswahl insgesamt 35 der 56 Einsendungen bei einem Ortstermin begutachtet und die Preisträger bestimmt.

Markus Orf, Kreis-Gartenfachberater, der den Wettbewerb von Seiten des Landratsamts organisiert hatte, hielt vor der Preisverleihung im Saal der Sparkasse in Memmingen in Anwesenheit von Landrat Weirather und OB Schilder einen Vortrag zur Bedeutung der Bäume. Er führte ihn mit einem Zitat von Eugen Roth ein: „Zu fällen einen schönen Baum braucht`s eine halbe Sunde kaum. Zu wachsen, bis man ihn bewundert, braucht er, bedenkt es, ein Jahrhundert“. Die Schönheit alter Bäume in unserem Wohnumfeld werde uns oft erst bewusst wenn sie fehlten, da sie Raumgestalter in unserer Landschaft und in unseren Dörfern seien. Bäume bewegten Menschen und seien Heimat. Im weiteren Verlauf seines Vortrags ging er auf den ökologischen Wert von Bäumen anhand eines Beispiels ein. So produziere eine hundertjährige, 25 Meter hohe Buche mit voller Krone rund 1,7 Kilogramm Sauerstoff pro Stunde und binde zur gleichen Zeit 2,35 Kilogramm des Klimagases Kohlendioxid. Um einen solchen Baum in seiner ökologischen Funktion zu ersetzen benötige man 2500 junge Buchen. Auch zur Verbesserung des Kleinklimas tragen Bäume entscheidend bei, da ein großer Baum an einem heißen Tag bis zu 400 Liter verdunste und pro Jahr bis zu 100 Kilogramm Staub binden könne, eine Tatsache, die bei der aktuellen Diskussion um die Feinstaubbelastung in der Luft eine bedeutende Rolle spiele. Daneben seien Bäume auch eine wichtige Nahrungsquelle für Menschen (zum Beispiel Obstbäume) und Tiere, wie Vögel, Bienen und Käfer. Diese Tatsache nahm Orf auf, um mit einer provokativen Frage seine Ausführungen zu beenden:„Brauchen Bäume Menschen oder brauchen Menschen Bäume?“ Die Beantwortung überließ er den nachdenklich gewordenen Zuhörer. Es wurden insgesamt 15 Geldpreise und ein Sonderpreis im Unterallgäu vergeben. Zu den Siegern des Wettbewerbs zählten auch fünf der 16 Bäume aus der Gemeinde Legau, die am Wettbewerb teilgenommen hatten. Im Einzelnen waren es die Linde östlich des Weilers Strass, die vier Kastanien am Magnusdenkmal bei Bettrichs, die Linde am Wasserturm in Engelharz (Umfang über 10 Meter), die Linde am westlichen Ortseingang von Maria Steinbach und die Linde an der Kimratshofer Straße. Bei der Verleihung der Urkunden an Bürgermeister Abele und die anwesenden Baumeigentümer hob Kreis-Gartenfachberater Orf den hohen Bestand alter Bäume in und um Legau hervor und stellte fest, dass die Auszeichnungen nicht nur eine Ehre für Legau bedeuteten, sondern auch eine Verpflichtung darstellten und meinte damit, die Bäume zu pflegen und zu erhalten.(Ge)

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