Erstmals seit Errichtung grundlegend instand gesetzt

Kriegerdenkmal in Günz restauriert

Das Kriegerdenkmal in Günz nach der Restaurierung 2019.
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Das Kriegerdenkmal in Günz nach der Restaurierung 2019.

Günz a.d. Günz - Das Kriegerdenkmal in Günz an der Ostseite der Pfarrkirche Sankt Peter und Paul wurde erstmals seit seiner Errichtung vor 94 Jahren grundlegend instandgesetzt. Pünktlich zum Volkstrauertag wurden die Arbeiten fertig.

Das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus Günz und Rummeltshausen wurde von der Gemeinde Günz unter Bürgermeister Benedikt Harzenetter am 31. März 1924 in Auftrag gegeben. Den Entwurf hierzu lieferte Architekt David Eberle aus München, gefertigt wurde es von Bildhauer Georg Wallisch, der ebenfalls aus München stammte. Die Einweihung fand am 11.11.1925 statt.

Das Kriegerdenkmal besteht aus einer etwa lebensgroßen, vollplastischen Darstellung des heiligen Georg, umgürtet mit dem Schwert, wie er nach dem legendenumwobenen Kampf mit dem Drachen mit gefalteten Händen zum Himmel betet. Der Drachenkampf symbolisiert den mutigen Kampf gegen das Böse, bei Kriegerdenkmälern verlagert sich die Bedeutung auf „den Feind“. Darunter ist die Schrifttafel für die sechs Gefallenen des ersten Weltkriegs aus hellem Kalkstein angebracht, zu beiden Seiten davon sind Reliefplatten, darauf jeweils ein Putto, der Blumen herbeibringt. Unterhalb davon befand sich ursprünglich eine Tafel mit den Namen aller Kriegsteilnehmer des Ersten Weltkriegs. An deren Stelle wurden um 1953 die Platten mit den Namen der Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs angebracht, 1983 wurden diese noch um zwei kleine Tafeln ergänzt. Das Denkmal erinnert an 61 Gefallene und Vermisste des 2. Weltkriegs: 33 aus Günz und Rummeltshausen und 28 unter den Geflüchteten und Heimatvertriebenen, die nach dem Krieg bis 1950 in der Gemeinde Günz eine neue Heimat gefunden hatten.

Das Kriegerdenkmal in Günz im ursprünglichen Zustand 1925: die Gefallenentafel des Ersten Weltkriegs oben, darunter die Tafel mit den Namen aller Kriegsteilnehmer. Historische Aufnahme von um 1930.

Die etwa 1.000 Kilogramm schwere Figur St. Georg und die Puttenreliefs sind aus „Ruhpoldinger Marmor“, eigentlich einem Kalkstein, gefertigt. Hier zeigten sich im Laufe der Jahre massive Risse und Fehlstellen sowie gelockerte und bereits abfallende Partien. Sämtliche Tafeln des Denkmals waren zudem nicht mehr sicher am Mauerwerk verankert. Bei einer Untersuchung im Oktober 2018 wurde eine akute Absturzgefahr festgestellt. Die Inschriften waren zudem großenteils nicht mehr lesbar.

Nach einer Notsicherung beschloss die Kirchenverwaltung in Abstimmung mit dem Diözesanbauamt Augsburg und dem Landesamt für Denkmalpflege, die Restaurierung kurzfristig vorzunehmen, um weitere Gefahren und Schäden zu verhindern und das Denkmal zu erhalten. Die Gemeinde Westerheim sicherte mit der Kostenzusage von bis zu 25.000 Euro rund 90 Prozent der Finanzierung. Spenden kamen vom Krieger- und Soldatenverein Westerheim-Günz und Privatpersonen. Der Rest entfällt auf die Kath. Kirchenstiftung Günz.

Die Restaurierung führte Steinmetz- und Steinbildhauermeister Dietmar Knacker aus Mindelau zusammen mit seinem Mitarbeiter Tassilo Pöllath aus. Anspruchsvoll war auch die Restaurierung der beiden großen Laternen aus Kupfer, die seit 1925 das Kriegerdenkmal zieren. Nach dem Zusammenbau haben die Laternen nun wieder ihre ursprüngliche Oberfläche in Kupferpatina, ebenso erhielten sie eine neue Verglasung. Kunstschmied Markus Nusser aus Loppenhausen führte die Arbeiten mit großer Sorgfalt aus.

Dank gilt Franz Paul jun. und seiner Firma für die kostenlosen Gerüstarbeiten am Kriegerdenkmal, den freiwilligen Helfern Günther Heinsch, Ferdinand Miller und Max Freudling und besonders Rosalinde Heinsch, die sich schon seit 25 Jahren ehrenamtlich um die Bepflanzung und Pflege des Kriegerdenkmals kümmert. (mg)

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