Kunst und Kultur auf dem Hühnerberg

Die Freiheit als zentrales Thema

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„Die Freiheit in Memmingen“ ist ein Thema der Tafeln, die im Rahmen der „Zeitmaschine Freiheit“ bis Oktober am Hühnerberg aufgestellt sind. Danach markieren feste Stelen einen Rundgang an dem geschichtsträchtigen Stadtteil, die der historische Verein initiierte.

Memmingen - Der Hühnerberg im Spiegelbild der Zeit. Zu der neuen Ausstellung „Ankommen in der neuen Heimat“ im Stadtmuseum landete die „Zeitmaschine Freiheit“ mit ihrem Kunst-Kubus in der Mendelstraße. Das von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Projekt mit Partnern wie dem historischen Verein macht Zeitgeschichte lebendig.

Bis Ende Oktober dokumentieren Tafeln im Bereich des Hühnerbergs die verschiedenen Jahrzehnte und deren Höhen und Tiefen. „Die Geschichte des Hühnerbergs reicht zum Anfang des 20. Jahrhunderts zurück“, erklärte dazu Stadtarchivar Christoph Engelhard. 1904 begann sich der Memminger Westen als Naherholungsgebiet zu etablieren. Heute zeugt davon nur noch der ehemalige Aussichtsturm, der den Namen des Reichskanzlers Bismarck trägt. Die ersten festen Gebäude wurden für die SA-Sportschule im Bereich des Volksparks gebaut. Im Zweiten Weltkrieg hielt man dort zunächst rund 2.000 Kriegsgefangene der Wehrmacht gefangen, dazu errichtete man zusätzliche Baracken. Nach deren Befreiung im Jahr 1945 wurden ein Jahr später die in Memmingen angekommenen deutschen Vertriebenen aus dem Sudetenland einquartiert. Mit der Besiedelung des Hühnerbergs entstand in Memmingen ein neuer Stadtteil. Hans-Peter Fischer von der Memminger Wohnungsbau eG berichtete den Besuchern die weiteren baulichen Veränderungen im Bereich der Dobelhalde am Hühnerberg. 37 neue bezahlbare Mietwohnungen werden im Bereich des Rübezahlplatzes entstehen. Dabei nehme die MeWo auch Rücksicht auf die Gedenksteine, die an die frühere Besiedelung erinnern. Auf seine eigenen Wurzeln verwies Oberbürgermeister Manfred Schilder, dessen Vater aus Jägerndorf (heute Krnov) stammte. Er sprach sich dafür aus, die Geschichte nachfolgenden Generationen näherzubringen, um ein Bewusstsein zu schaffen, dass unsere Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist. Dazu spannte er ebenfalls den Bogen zu den Menschen, deren Freiheit auch heute noch beschnitten werde und die deshalb ihre Heimat verlassen müssen. Dr. Hans-Wolfgang Bayer, Leiter des Kulturamtes Memmingen, verwies dabei auf die Freiheit der Kunst. Im Kubus befinden sich Fotos von geflohenen unbegleiteten Jugendlichen. Zusammen mit Pferden, die Fluchttiere demonstrieren, stellen die Bilder eine besondere Sicht der Freiheit in den Fokus. Zudem sind die Gesichter der jungen Menschen ausgeschnitten und mit Spiegelfolie hinterlegt. So entsteht ein Wechselspiel der Ansichten im Kontext der eigenen Freiheit. Die Werke sind unter der Leitung von Alexandra Vogt und Jörg Hartmann entstanden. Die „Landung der Zeitmaschine“ auf dem Hühnerberg umrahmten Meinhard Schütterle sen. mit dem Baritonhorn und Erhard Hase am Akkordeon mit Volksmusik. Der Eröffnung schloss sich ein Rundgang mit Stadtarchivar Christoph Engelhard sowie eine Präsentation bei Kaffee und Mohnkuchen in den Unterallgäuer Werkstätten an, in der die neuen baulichen Entwicklungen vorgestellt wurden. Weitere Begleitprogramme zur Ausstellung: „Ankommen in der neuen Heimat“ stehen auf der Internetseite www.zeitmaschine-stadtmuseum-mm.de. (ds)

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