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Kunst und Kultur in Memmingen: Bevorstehende Premieren im Landestheater Schwaben

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Memmingen: Außenansicht Junges Landestheater Schwaben
„Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte“ feiert am Sonntag, 29. Januar 2023, um 15 Uhr am Schweizerberg Premiere. © Breuninger

Memmingen - Vorwiegend heiter geht es mit den Premieren im neuen Jahr weiter. Nach „Der Vorname“ und „Brigitte Bordeaux“ im Dezember 2022 wird das LTS auch im Januar 2023 tiefer schürfende Stoffe und Geschichten sowie spannende Unterhaltung in luftigem Gewand präsentieren – und das im Studio gleichermaßen wie im Jungen Landestheater.

So ist die erste Premiere auch eine Uraufführung: „Ende in Lachen“ heißt das Schauspiel von Nora Schüssler, das am Freitag, 27. Januar 2023, im Studio Premiere feiert. Das Stück handelt vom urplötzlichen Aus-der-Lebensbahn-geworfen-werden. Darin wird auch ein schwarzhumoriger, zuweilen galliger Blick auf den Umgang der Gesellschaft mit denjenigen geworfen, die nicht mehr im Hamsterrad von Selbst- und Gewinnoptmierung mitlaufen können.

Der Brauereibesitzer Bonifazius Bengele hat alles, wovon ein alter, konservativer Mann mit zweifelhaften Moralvorstellungen so träumen kann. Zwei mehr oder weniger gut geratene Kinder, eine junge, sportliche Frau und ein florierendes Unternehmen. Doch als der 68-Jährige bei der Jubiläumsfeier seiner Brauerei die Treppe hinunter fällt, bricht das Kartenhaus des schönen Lebens zusammen. Innerhalb kürzester Zeit wird aus dem gut gealterten Mann ein Pflegefall. Und während der Alte keine unangenehmen Entscheidungen treffen mag und sich mit seinem geistigen und körperlichen Abbau konfrontiert sieht, haben seine schwangere Tochter Leni, sein dem Alkohol zugetaner Sohn Ferdinand und seine Volleyball spielende Frau Maria ganz eigene Pläne, in die ein alter, kranker Mann so gar nicht reinpassen will. Schon gar nicht, da er sein Leben lang seine Macht als Chef der Brauerei und Oberhaupt der Familie missbraucht hat...

In der Vorbereitung der Spielzeit 2022/23 „Andere Menschen fühlen“ war es ein besonderes Anliegen, ein Theaterstück auf die Bühne zu bringen, das sich mit den Themen familiäre Machtstrukturen, Altersgebrechen, Pflege in der Familie und den damit verbundenen Schwierigkeiten befasst. Ein Stück mit regionalem Bezug zu Memmingen und dem Allgäu.

Kinder- und Jugendstück „Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte“

Bereits zwei Tage später feiert das Kinder- und Jugendstück Premiere im Schweizerberg: „Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte“ von Dita Zipfel, in der Fassung von Theresa Frey. Ab 10 Jahre. Das Stück, ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2020, ist das Jugendbuchdebüt der Drehbuch- und Theaterautorin Dita Zipfel.

Als wäre Lucie Schmurrers Leben nicht schon verrückt genug! Seit kurzem wohnt Michi, der neue Freund ihrer Mutter, bei ihnen. Er verteilt den ganzen Tag schleimig-klebrige gute Laune, bringt alles durcheinander und breitet sich in der ganzen Wohnung aus. Jetzt soll sie doch tatsächlich auch noch ihr Zimmer an Michi abgeben und sich zukünftig eins mit ihrem kleinen Bruder Jani teilen! Da entdeckt sie am Schwarzen Brett eines Supermarktes „das goldene Ticket in ein besseres Leben“. Das soll Lucie weit weg bringen von zuhause. Ein Herr Klinge zahlt angeblich 20 Euro die Stunde für Gassi gehen. Als sie an der Tür ihres zukünftigen Arbeitgebers klingelt, öffnet ein älterer Mann, der aussieht, als hätte er gerade den Kurs „Überleben im Outback für Anfänger“ belegt. Außerdem ist Klinge völlig hundelos! Stattdessen faselt der etwas von Drachenherzen, Liebestränken, Guhls, Nixenhirn und Zaubertränken. Offensichtlich sucht er keine Hundesitter, sondern eine Schreibkraft, der er sein Kochbuch diktieren kann. Mit Klinge hält endgültig der Wahnsinn Einzug in Lucies Leben, die beschließt, sich auf die Wahnsinns-Klinge-Logik einzulassen. Schließlich will sie später mal Forscherin werden, warum also nicht gleich damit anfangen: Herr Klinge wird zum neuen Forschungsobjekt.

Die Ein-Personen-Fassung der Regisseurin Theresa Frey bleibt ganz bei der Figur Lucie Schmurrer und wirft einen liebevollen Blick in das Innenleben der 12-Jährigen. Die Zuschauer werden zu ihrer Forschungsgruppe, der sie den Wahnsinn ihrer Welt erzählt.

(MK)

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