Kunsthorste für den Schwarzstorch im Staatswald

Ins gemachte Nest...

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Gemeinsam für den Schwarzstorchschutz errichteten die Bayerischen Staatsforsten und der LBV in diesem Frühjahr zwei Kunsthorste im Staatswald.

Ottobeuren - Im Rahmen des neuesten Kooperationsprojekts zwischen den Bayerischen Staatsforsten und der AG Schwarzstorchschutz Allgäu im Landesbund für Vogelschutz (LBV)) wurden in diesem Frühjahr zwei Kunsthorste für den Schwarzstorch im Staatswald ausgebracht.

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Der erste Kunsthorst wurde bereits vom Schwarzstorch angenommen. Vorausgegangen war ein Drama zum Ende der letztjährigen Brutperiode: Schwarzstörche sind sehr brutplatztreue Vögel, die ihre Nester oft über viele Jahre hinweg nutzen. Durch wiederholte Instandsetzungen erreichen die Horste oft beträchtliche Ausmaße. Durch das steigende Horstgewicht oder Sturmereignisse kommt es immer wieder zu Nestabstürzen. Eben dies war beim erfolgreichsten Brutplatz des Forstbetriebs passiert: Mit vier Jungen im Nest brach letztes Jahr bei einem Frühjahrssturm der tragende Ast, der Horst geriet in Schieflage. Ein Junges stürzte ab und musste von der AG Schwarzstorchschutz (LBV) wieder aufgepäppelt werden. Die restlichen drei konnten sich mit viel Glück halten, bis sie flügge waren. Um den erfolgreichsten Brutplatz langfristig zu erhalten, haben nun Baumkletterer des LBV den alten Horst durch einen Kunsthorst ersetzt. Und damit nicht genug: An einer anderen Stelle in einem großen Waldgebiet des Forstbetriebs wurde ein zweiter Kunsthorst ausgebracht. Harald Farkaschovsky von der AG Schwarzstorchschutz Allgäu ( LBV): „Bei den ausgesuchten Horstbäumen handelt es sich meist um sehr alte hohe Bäume, die in ruhigen und abgelegenen Waldbereichen liegen und günstige Anflugmöglichkeiten für den Waldstorch bieten. Im Staatswald finden wir noch geeignete Bereiche, in denen der Schwarzstorch seine Jungen großziehen kann. Und bei den Bayerischen Staatsforsten die notwendige Rücksichtnahme bei der Waldbewirtschaftung.“ Dr. Hermann S. Walter, Leiter des Forstbetriebs Ottobeuren, freut sich über die seit Jahren vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit beim Schwarzstorchschutz: „Der LBV bringt sein Fachwissen zum Artenschutz, wir unser Fachwissen zur naturnahen Waldbewirtschaftung und Biotopgestaltung ein. Die vielen erfolgreichen Schwarzstorchbruten im Staatswald zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“. Dass der seit Jahren erfolgreichste Brutplatz im Forstbetrieb nun wieder gesichert und angenommen sei und ein weiterer Kunsthorst für die schwarz-roten Schreitvögel bereitstehe, ließe auf weitere Bruterfolge im Staatswald hoffen. Der Schwarzstorch ist vor allem in der Brutzeit sehr empfindlich gegenüber menschlichen Störungen. Die Bayerischen Staatsforsten wissen um seine Bedürfnisse und richten eine Ruhezone um den Horst ein, in welcher zum Schutz von Störungen während der Brutzeit grundsätzlich keine Waldarbeiten stattfinden. Sollten diese doch einmal notwendig sein, erfolgt eine enge Abstimmung mit der AG Schwarzstorchschutz (LBV). Im Gegensatz zum Weißstorch lebt der Schwarzstorch in reich strukturierten Laub- und Laubmischwäldern mit Lichtungen, Fließgewässern, Tümpeln und Teichen. Zu seinem Habitat gehören ebenfalls waldnah gelegene, feuchte und extensiv genutzte Wiesen. Hier findet er auch seine Nahrung, welche sich hauptsächlich aus Fischen, Insekten und Amphibien zusammensetzt. Eben solche Voraussetzungen findet der Schwarzstorch in den naturnah bewirtschafteten Wäldern des Forstbetriebs Ottobeuren, in welchen in den letzten Jahren auch mehrere Gewässer- und Moorrenaturierungen stattgefunden haben. Der Schwarzstorch wird im Anhang 1 der europäischen Vogelschutzrichtlinie als streng geschützte Art geführt. (MK)

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