Durch mutiges Eingreifen Straftaten verhindert

Kuratorium sicheres Allgäu ehrt Bürger für couragiertes Verhalten

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Der Kaufbeurer Oberbürgermeister Stefan Bosse, der Lindauer Landrat Elmar Stegmann, die beiden Geehrten Gudrun Schönmetzler und Manfred Küchle, sowie Polizeipräsident Werner Strößner (von links).

Memmingen - Um Menschen zu ehren, die hingeschaut und zugepackt haben und durch ihr mutiges Eingreifen Straftaten verhinderten, ging es bei der Ehrungsveranstaltung durch das „Kuratorium sicheres Allgäu“ in der Hauptfiliale der Memminger Sparkasse am St.-Josefs-Kirchplatz.

Diese Menschen haben dafür gesorgt, Straftaten zu verhindern und daher gebühre ihnen Dank, so der Landrat des Landkreises Lindau Elmar Stegmann, zugleich Präsident des Kuratoriums sicheres Allgäu, in seiner Ansprache. Stegmann betonte, dass diese Gesellschaft Menschen benötige, die sich für andere einsetzen. Die Geehrten seien für ihn Vorbilder, deren Handeln völlig zurecht öffentlich hervorgehoben wird.

Der Hauptredner, der Oberbürgermeister der Stadt Kaufbeuren, Stefan Bosse, betrachtete das Thema aus mehreren Sichtweisen. Bosse begann damit, dass er 21 Jahre als Polizeibeamter gearbeitet habe und sich verbunden fühle mit den Ausgezeichneten, weil sie sich ein Herz fassten und sich aktiv bei der Verbrechensbekämpfung eingebracht hätten. Die staatlichen Organe seien nicht in der Lage umfassende Sicherheit zu gewährleisten, und deshalb sei diese Ehrung so wichtig, führt Bosse weiter aus. Eine Pflicht zur Hilfeleistung habe es in den Fällen der beiden Geehrten nicht gegeben, „und trotzdem haben sie gehandelt“. Der Kaufbeurer Rathauschef räumte ein, dass Rettungsdienste und Polizei zwar viel erreichen, aber nur einen Bruchteil dessen, was möglich wäre. Das „Helfen“ sei von zentraler Bedeutung für die Menschheit. Jeder könne einmal in die Lage kommen, Hilfe zu benötigen und deshalb sind die Menschen laut Bosse hilfsbereit. Grundsätzlich sei es aber immer eine persönliche Entscheidung, ob man etwas tut oder unterlässt.

Engagiertes Verhalten

Polizeipräsident Werner Strößner ehrte im Anschluss Gudrun Schönmetzler aus Altusried und Manfred Küchle aus Kempten für ihr tatkräftiges Engagement zur Verhinderung von Straftaten. Gudrun Schönmetzler bemerkte im April 2018 auf ihrem Weg zur Arbeit, wie eine Person aus dem Fenster eines Gebäudes sprang und dann mit einer weiteren Person flüchtete. Sie verständigte sofort die Polizei und diese konnte dann in der Nähe ein Fahrzeug mit drei Personen kontrollieren. In dem Fahrzeug wurden Einbruchwerkzeuge gefunden und die drei Personen vorläufig festgenommen. Durch diesen Fang und die weiteren Ermittlungen konnten 20 weitere Einbruchsfälle aufgeklärt und ein weiterer Beteiligter ermittelt werden. Alle Beteiligten befinden sich in Haft und Strößner ergänzte scherzhaft, „sie haben damit die Polizei in ganz Bayern beschäftigt“.

Manfred Küchle wiederum beobachtete aus dem Fenster seiner Wohnung in den frühen Morgenstunden des 24. Oktober 2018, wie zwei Personen mit einer Taschenlampe parkende Fahrzeuge durchleuchteten. Er verständigte sofort die Polizei, eine Streifenbesatzung konnte daraufhin zwei Personen festhalten, die sich in der Nähe eines bereits aufgebrochenen Autos befanden, aus dem ein Geldbeutel mit Bargeld entwendet worden war. Den beiden Festgenommenen konnte laut Strößner im Laufe der weiteren Ermittlungen eine ganze Serie von Einbrüchen nachgewiesen werden, beispielsweise ein Raubüberfall auf eine ältere Frau, die an einem Geldautomaten in Kempten Bargeld abgehoben hatte. Die beiden Festgenommenen fesselten die Frau im März 2018, fuhren mit ihr durchs Stadtgebiet Kempten und verlangten von ihr die Herausgabe von Geld an verschiedenen Automaten.

Küchle selbst äußerte bei der Veranstaltung, er hätte keine Angst gehabt, sei aber froh gewesen, in seiner Wohnung zu sein, als er den Notruf betätigte. Die Polizeistreife sei noch während des Telefonats mit der Polizeizentrale am Tatort aufgetaucht. Die Polizei sei sehr glücklich, denn sie habe mit Küchles Hilfe ein lange gesuchtes Verbrecherpaar gefasst, ergänzte Strößner, das in den Monaten März bis Oktober über 60 Pkw-Einbrüche verübt hatte.(ew)

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