Würdigung der Arbeit vor Ort

LTS erhält Theaterpreis des Bundes

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Intendantin Dr. Kathrin Mädler zeigte sich hoch erfreut über den mit 75.000 Euro dotierten Theaterpreis des Bundes, den das LTS verliehen bekam.

Memmingen - Das Landestheater Schwaben hat eine ganz besondere Auszeichnung bekommen. Der Theaterpreis des Bundes ging in diesem Jahr unter anderem an die in Memmingen beheimatete Bühne.

Nach 2015 und 2017 wurde dieser, mit 75.000 Euro dotierte Preis, nunmehr zum dritten Mal von der Kulturstaatsministerin ausgeschrieben. Die Begründung der Jury für das LTS lautet wie folgt: „Das Landestheater Schwaben in Memmingen erlebt seit 2016 eine umfassende Erneuerung und Wiederbelebung, mit einem leidenschaftlichen und politischen Spielplan, einer großangelegten Öffnung in die Stadt und über sie hinaus und mit einem starken Fokus auf das Junge Theater. Die Intendantin Dr. Kathrin Mädler und ihr Team katapultierten das Landestheater Schwaben wieder auf die Theaterlandkarte und zeigen, wie man auch in der sogenannten Provinz überregional Aufmerksamkeit generieren und gleichzeitig vor Ort das Publikum in verschiedensten Formaten an das Haus binden kann. Als Beispiele nannte die Jury „Vereinte Vergangenheiten“, einem Doppelpass-Projekt in Zusammenarbeit mit geheimagentur, mit einer Uraufführung über die Geschichte der Krankenmorde in Irsee zur Zeit des Nationalsozialismus: „Nebel im August“, mit jungen Regisseur/innen (davon 50 Prozent Frauen) und Inszenierungen mit herausfordernder Ästhetik und vielen Ur- und Erstaufführungen, sowie Stückaufträgen. Letztendlich bewies das kleine Haus mit der Tagung „Das Theater der Provinz – Kulturelle Teilhabe und künstlerische Vielfalt als Programm“ in Kooperation mit der Universität Hildesheim, dass es zu den ganz Großen gehört und dafür zeichnet die Jury es aus.“ 

„Das ist wunderbar“

Die Intendantin Kathrin Mädler zeigte sich im Gespräch mit unserer Zeitung hoch erfreut über diese großartige Würdigung der Arbeit vor Ort. Man habe durch „Formate, die das Haus nach allen Seiten öffnen“ eine überregionale Strahlkraft entwickelt, freut sie sich. Mädler sieht den Preis auch als Bestätigung der Arbeit des gesamten Theaters und des eigenen hohen Anspruchs. Der Preis sei ein „totaler Ansporn“, weiterhin mutige und zeitgenössische Projekte zu realisieren. Theater müsse generell für mehr Menschen zugänglich gemacht werden, so Mädler weiter. 

Man dürfe aber auch nicht übersehen in welcher Größenordnung das LTS arbeite. Man habe wenige Mitarbeiter und wenig finanzielle Mittel zur Verfügung. Trotzdem realisiere man einen hohen Output, sprich viele Produktionen, was auch ein hoher Anspruch an die Mitarbeiter sei, so die Intendantin. Auf das Preisgeld angesprochen meinte Mädler: „75.000 Euro sind ganz wunderbar“. Damit könne man künstlerisch weiterplanen. Man werde darüber nachdenken, für die künstlerische Arbeit zusätzliche Hilfe zu holen, aber auch über Vermittlungsarbeit, Stückaufträge oder Sonderprogramme werde man diskutieren. Auf jeden Fall werde das Geld nicht in den laufenden Betrieb fließen. (ew)

Der Theaterpreis des Bundes

Elf Theater werden mit dem Theaterpreis des Bundes alle zwei Jahre ausgezeichnet. Neben der bundesweiten Aufmerksamkeit bedeutet dies auch 75.000 Euro für künstlerische Vorhaben, welche jedem Theater zukommen. Beworben haben sich insgesamt 119 Theater. Der Preis richtet sich an kleine und mittlere Theater, welche mit ihrem kulturellen Angebot, mit Theaterproduktionen, Gastspielen und partizipativen Projekten in die Stadtgesellschaft hineinwirken. Vor allem auf Häuser jenseits der Metropolen, abseits der Theaterzentren sollte der Blick gerichtet werden. Die Preisverleihung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Theaterinstitut – Zentrum Deutschland (ITI) und wird am 27. Mai im Theater Gera, Gewinner des Theaterpreises im Jahr 2017, stattfinden. Der Jury gehörten in diesem Jahr Jörg Albrecht (Künstlerisches Leiter Center for Literature Burg Hülshoff), Dorte Lena Eilers (Redaktion Theater der Zeit), Sophie Diesselhorst (Redaktion nachtkritik.de), Bettina Jahnke (Intendantin Hans-Otto-Theater Potsdam), Ulrike Kolter (Redaktion Deutsche Bühne) und Matthias Schulze-Kraft (Künstlerische Leitung Lichthof Theater Hamburg) an.

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