Landestheater Schwaben präsentiert Migrationsprojekt

Kreativität, Empathie und Offenheit

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Bei einer Pressekonferenz stellten (von links) Theaterpädagogin Claudia Schilling, LTS-Intendantin Kathrin Mädler, Bezirkstagsvizepräsident Alfons Weber und die Theaterpädagoginnen Nicoletta Kindermann und Imme Heiligendorff das Migrationsprojekt für Schwaben vor.

Memmingen – Zu einem Pressegespräch über das gemeinsame Migrationsprojekt luden die Intendantin des Landestheaters Schwaben Kathrin Mädler, der Bezirkstagsvizepräsident Alfons Weber und die Theaterpädagogen des LTS und des Theaters Augsburg ins Memminger Stadttheater.

Das Landestheater Schwaben führt in den drei Spielzeiten von 2017 bis 2019 zusammen mit dem Theater Augsburg ein Migrationsprojekt an Schulen durch. Vier Schulen mit hohem Migrationsanteil nehmen mit je einer Klasse daran teil. Je eine Mittelschule in Augsburg und Bad Wörishofen werden vom Theater Augsburg betreut, die Lindenschule und das BBZ in Memmingen vom Landestheater Schwaben. Die Schüler entwickeln gemeinsam mit den Theaterpädagogen Themen und Inhalte und erarbeiten daraus dann ein szenisches Projekt, welches bei einem gemeinsamen Abschlusstreffen aufgeführt wird. 

Mädler freute sich besonders über die Anwesenheit von Bezirkstagsvizepräsident Alfons Weber. Der Bezirk Schwaben habe neben seinen sozialen Aufgaben auch die Kulturförderung zur Aufgabe und unterstütze das Projekt pro Spielzeit mit 17.000 Euro, erläuterte Weber. Dem Bezirk Schwaben liege die Theaterpädagogik ganz besonders am Herzen, weil es junges Publikum ans Theater heranführe, so Weber weiter. Durch die lange Erfahrung mit Theaterpädagogik in beiden Häusern sei bei diesem Projekt auch die nötige Nachhaltigkeit gegeben, was auch eine Rolle bei der Diskussion im Bezirkstag gespielt habe. 

Intendantin Kathrin Mädler meinte, dass das Theater sich in der Pflicht sehe, gesellschaftliche Veränderungsprozesse zu beschreiben und deutlicher wahrzunehmen. Die Welt verändere sich durch Migration und werde vielfältiger, was aber auch Ängste auslöse. Die Tugenden, die gebraucht werden, um diese Veränderungsprozesse zu begleiten, seien Kreativität, Empathie, Offenheit und die Fähigkeit, sich in die Welt eines anderen hineinzuversetzen, so Mädler weiter. Man vermittle die Kultur an junge Menschen, „damit die Gesellschaft vielleicht ein wenig wärmer wird“. 

Die Theaterpädagogin Nicoletta Kindermann aus Augsburg freute sich, dass das Projekt nach einem sehr langen Vorlauf endlich stattfindet, und insbesondere darüber, dass das Projekt über drei Spielzeiten läuft. So könne man nächstes Jahr schon auf die Erfahrungen dieser Spielzeit aufbauen. Das Thema der ersten Spielzeit lautet „Herkunft“. Wichtig ist es für die Theaterpädagogin, dass man mit den Jugendlichen nicht nur Theater spielt, sondern sie auch an das ganze Prozedere Theater heranführt: „Was gibt es da alles, welche Abteilungen befinden sich in so einem Haus, welche Stücke werden gespielt; all diese Dinge sind in dem Programm integriert.“ Im nächsten Jahr ist das Thema „Globalisierung und Netz“ an der Reihe, was Kindermann auch für Flüchtlinge für sehr wichtig hält. Das letzte Thema im darauffolgenden Jahr ist „Religion“. Es sei spannend, zu beobachten, wie mit dem Thema in Augsburg und Schwaben umgegangen wird: Welche Religionen werden gelebt, welche werden nicht mehr gelebt? 

Kindermanns Kollegin Imme Heiligendorff freute sich sichtlich darüber, dieses Projekt nun endlich mit Leben füllen zu dürfen. Es ist ihrer Meinung nach wichtig, miteinander herauszufinden, was den Jugendlichen wichtig ist und was sie bewegt, um dann diese Themenansätze und Fragen mit einzubeziehen. Die Schüler können dabei mit Elementen aus Tanz- und Bewegungstheater genauso wie mit Material- und Objekttheater, Figurentheater oder Musiktheater arbeiten. (ew)

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