Frau wegen versuchten Totschlags angeklagt

Landgericht Memmingen: 27-Jährige soll mit Küchenmesser auf Nachbar eingestochen haben

Landgericht Memmingen
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Seit Mittwoch muss sich die junge Frau vor der 1. Strafkammer am Memminger Landgericht verantworten.

Memmingen – Eine 27-Jährige ist am Memminger Landgericht wegen versuchten Totschlags mit gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Sie soll im April mit einem Messer auf ihren Nachbarn eingestochen haben.

Zu diesem Zeitpunkt lebten beide in einer Unterkunft für sozial Schwache in Memmingen. Wie Staatsanwältin Patricia Fink zu Beginn des ersten Prozesstages ausführte, begann alles mit einem Streit. Der Lebensgefährte der Angeklagten habe nachts mit den Fäusten lautstark gegen die Tür des benachbarten Apartments geschlagen. Davon genervt, drängte der Nachbar den betrunkenen Mann auf den Gang. Dort kam es zu einem Gerangel zwischen den beiden; die Männer schlugen mit den Fäusten aufeinander ein. Die Angeklagte habe zunächst schlichten wollen, jedoch war ihr Nachbar weiterhin in Rage und auch ihr gegenüber aggressiv.

Nach der Auseinandersetzung zog sich der Nachbar wieder zurück. Die Angeklagte konnte den Streit aber wohl nicht auf sich sitzen lassen und nahm eine Bratpfanne aus der Küche. Die 27-Jährige forderte ihren Nachbarn auf, nach draußen auf den Gang zu kommen. Dort soll sie ihm mehrmals mit der Pfanne auf den Kopf geschlagen haben – laut Staatsanwaltschaft erlitt er eine circa drei Zentimeter lange Quetsch-Riss-Wunde. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin gelang es dem Nachbarn, der Angeklagten die Bratpfanne zu entreißen.

Damit war es aber noch nicht vorbei, denn die 27-Jährige hatte wohl noch ein Küchenmesser bei sich. „Ich stech dich ab!“ – „Ja mach doch, mach doch! Ich hab keine Angst!“ Diese Worte sollen laut Staatsanwaltschaft zwischen der jungen Frau und ihrem Nachbarn gefallen sein, bevor sie mit dem Messer mehrmals zugestochen habe. Der Mann trug oberflächliche Verletzungen davon – das Küchenmesser hatte sich zu stark verbogen, um ihn schwerer zu verletzen.

Nach dem Verlesen der Anklageschrift war der erste Prozesstag auch schon wieder beendet. Weiter geht es Anfang Februar; bisher sind vorerst fünf Fortsetzungstermine angesetzt. (am)

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