Wie impft man Senioren, die nicht mobil sind?

Leutkirch/Wangen: BRK entwickelt Modellprojekt für Corona-Impfungen zu Hause

Die Unterstützer des Modellprojekts für Corona-Impfungen zu Hause in Leutkirch und Wangen.
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Die Unterstützer des Modellprojekts (von links): Bürgermeister Rainer Magenreuter (Isny), Bürgermeister Thomas Kellenberger (Aitrach), Bürgermeister Roland Sauter (Argenbühl), Oberbürgermeister Michael Lang (Wangen), DRK-Geschäftsführer Jörg Kuon, Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle (Leutkirch), Bürgermeister Dieter Krattenmacher (Kißlegg) und Bürgermeister Clemens Moll (Amtzell) – es fehlen Bürgermeisterin Alexandra Scherer (Bad Wurzach) und Bürgermeister Dietmar Lohmiller (Aichstetten).

Leutkirch/Wangen - Der DRK Kreisverband Wangen e.V. hat mit Unterstützung durch die großen Kreisstädte Leutkirch und Wangen im Allgäu ein Impfkonzept entwickelt, mit dem es möglich ist, alle nicht mobilen Senioren zu impfen. Um das Konzept umsetzen zu können, ist aber noch die Genehmigung durch das Sozialministerium notwendig.

Die bisherigen Planungen für die Impfungen in Baden-Württemberg berücksichtigen derzeit nur die Möglichkeit, sich in einem Kreisimpfzentrum oder durch ein mobiles Impfteam in Pflegeeinrichtungen impfen zu lassen. Nicht bedacht wurden bislang Personen, die über 80 Jahre alt sind, jedoch nicht mobil sind oder durch ambulante Pflegedienste versorgt werden müssen.

In Wangen leben derzeit 2.114 über 80-Jährige. Davon sind 245 in stationären Einrichtungen gemeldet. Eine Umfrage in Leutkirch hat ergeben, dass dort über 250 Personen über 80 Jahre von ambulanten Pflegediensten versorgt werden. Weitere 140 Menschen erhalten regelmäßig Pflegevisiten und werden von ihren Angehörigen versorgt. Wenngleich die Mobilität dieser Altersgruppe sehr unterschiedlich ist, wird hier eine Versorgungslücke deutlich. Erschwerend hinzu kommt der nicht barrierefreie Anmeldeprozess. Denn die Online-Anmeldung zur Impfung fällt vielen älteren Menschen schwer.

Das vom DRK nun vorgestellte Konzept mit dem Arbeitstitel „Mobiles Impfteam Light“ soll diese Lücken schließen und Barrieren überwinden. In enger Zusammenarbeit mit den knapp 100 mobilen Pflegediensten im Landkreis könnte das DRK Konzept umgesetzt werden. Dies wird von den Kommunen ausdrücklich befürwortet und unterstützt. Sämtliche medizinischen, rechtlichen und logistischen Anforderungen seien im Konzept berücksichtigt, ebenso der Datenschutz.

„Das Projekt kann jetzt vorbereitend auf den Weg gebracht werden, damit wir starten können, wenn ausreichend Impfstoff vorhanden ist. Die Zeit bis dahin ist wertvoll und muss genutzt werden“, sagt Jörg-Thomas Kuon, DRK-Kreisgeschäftsführer.

„Da die neuen Impfstoffe von Moderna und AstraZeneca deutlich weniger Kühlung benötigen, sehe ich hier eine gute Umsetzungsmöglichkeit für das Konzept des DRK“, so Leutkirchs Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle. „Ich sehe einen großen Vorteil des Konzeptes darin, dass auch Senioren geimpft werden können, die von Familienangehörigen zuhause gepflegt werden“, ergänzt Oberbürgermeister Michael Lang aus Wangen.

Neben den Städten Leutkirch und Wangen unterstützen sämtliche Städte und Gemeinden im württembergischen Allgäu das Konzept und bitten Sozialminister Manne Lucha und die Landtagsabgeordneten um Unterstützung. (MK)

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