Polizei warnt vor Liebesbetrügern im Internet

„Lovescamming“ und „Sexpressing“ - 49-Jährige aus Memmingen wird Opfer eines Liebesbetrügers

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Bei Internetbekanntschaften ist Vorsicht geboten.

Memmingen - Eine 49-jährige Frau aus Memmingen ist Opfer eines Liebesbetrügers geworden. Der laut Polizei unbekannte Täter hatte sich im Internet als prominenter österreichischer Sänger ausgegeben und über Soziale Medien Kontakt zu ihr aufgenommen.

Über mehrere Wochen hinweg beteuerte er ihr gegenüber seine Liebe und erklärte, in finanziellen Schwierigkeiten zu stecken. Hierbei brachte er die Memmingerin dazu, sogenannte Prepaid-Wertkarten zu kaufen und ihm entsprechende Codes im Wert von 200 Euro zu übermitteln.

Damit aber noch nicht genug. Anschließend hatte der dreiste Schwindler mit einer anderen Geschichte abermals Kontakt zu ihr gesucht. Nun gab er sich als verliebter ausländischer Soldat aus und bat die Arbeitslose um die Übersendung von 1.500 Euro, um sie besuchen zu können. Zudem überredete er sie, intime Fotos von sich preiszugeben. Nach Erhalt der Bilder zeigte er jedoch sein wahres Gesicht und drohte der Frau mit der Veröffentlichung ihrer Fotos an ihre sozialen Kontakte, wenn sie nicht bezahlen würde. Die Kriminalpolizeiinspektion Memmingen hat zwischenzeitlich die Ermittlungen aufgenommen.

Die Masche „Sexpressing“

Dieses Phänomen ist bei der Polizei als „Sexpressing“ oder „Sextortion“ bekannt. Die Erpressungsmasche kommt deutschlandweit immer wieder vor.

In einer Variante wird den Angeschriebenen per E-Mail gedroht, ein pikantes Video mit sexuellen Handlungen zu veröffentlichen. Im Gegenzug fordert der Täter eine Zahlung über einen Bezahldienst. In den meisten Fällen existieren solche angeblichen Videoaufnahmen nicht. Derartige E-Mails werden massenweise ohne konkretes Ziel als Spam-Mail verschickt.

Bei einer anderen Variante lernt der Betroffene zunächst eine fremde Person über soziale Netzwerke kennen. Während der Kommunikation wird ein Vertrauensverhältnis aufgebaut mit dem Ziel, den Betroffenen zu sexuellen Handlungen vor der Kamera zu überreden. Diese Handlungen werden aufgezeichnet und dazu benutzt, das Opfer zu erpressen. Die Forderungen liegen meistens im drei- oder vierstelligen Bereich.

Die Tipps der Polizei:

  • Empfänger solcher E-Mails sollten nicht auf Forderungen eingehen oder mit den Absendern in Kontakt treten.
  • Nehmen Sie keine Freundschaftsanfragen von fremden Personen an. Nehmen Sie in keinem Fall sexuelle Handlungen vor der Kamera vor, insbesondere nicht vor fremden Personen.
  • Sollten Sie bereits erpresst werden, überweisen Sie kein Geld und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Die Masche „Lovescamming“

Auch das sogenannte „Lovescamming“ ist der Polizei bekannt. Die Angesprochenen werden mit Liebesbekundungen und Aufmerksamkeit überhäuft. Es entsteht im Verlauf der Zeit eine emotionale Abhängigkeit oder gar eine Beziehung zum Unbekannten – auf einmal kommt ein vermeintlicher Notfall oder eine finanzielle Notlage in das Leben der neuen Liebe. Helfen kann nur das Opfer – mit dem eigenen Geld. Die Opfer trauen sich aufgrund der intimen Details aus der Kommunikation oft nicht, eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Die Tipps der Polizei:

Grundsätzlich sollte man Menschen, die man nie persönlich kennengelernt oder gesehen hat, kein Geld überweisen oder auf sonstige Forderungen eingehen. Gerade im Internet tummeln sich viele Betrüger, die an der Gutgläubigkeit ihrer Mitmenschen viel Geld verdienen wollen. Seien Sie also immer misstrauisch bei unglaublichen Angeboten. (MK)

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