Ergebnis des ADFC-Fahrradklima-Test 2020 vorgestellt

Auch weiterhin gut mit dem Rad unterwegs in Memmingen

Straße mit Kopfsteinpflaster gesäumt mit Häusern
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Die Stadt Memmingen belegt bayernweit den dritten Platz in der Städtekategorie „20.000 bis 50.000 Einwohner“.

Memmingen – Die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Test 2020 haben es gezeigt. Die Stadt Memmingen ist weiterhin auf einem guten (Rad-) Weg zur fahrradfreundlichen Stadt.

Wieder einmal hat Memmingen beim ADFC-Fahrradklima-Test, wie schon in 2018, mit der Note 3,42 abgeschnitten und belegt in der Städtekategorie „20.000 bis 50.000 Einwohner“ deutschlandweit den 28. Platz von 418 bewerteten Städten. Innerhalb von Bayern ist dies sogar der dritte Platz hinter den Städten Sonthofen und Herzogenaurach. Die Durchschnittsnote für Städte in dieser Größenordnung in Deutschland liegt bei 3,9.

Radfahren in Memmingen macht vorwiegend Spaß

Wie rund 76 Prozent der 245 Testteilnehmer*innen angeben, macht das Radfahren in Memmingen Spaß. Zudem geben 62 Prozent an, sich in Memmingen als Radfahrer auch akzeptiert zu fühlen. 51 Prozent der Radfahrer*innen fühlen sich sicher in der Stadt und sogar 63 Prozent bestätigen, dass es selten zu Konflikten zwischen Radfahrer*innen und Fußgänger*innen kommt. Bei der Konfliktbewertung mit den Autofahrer*innen sieht das schon etwas anders aus; 51 Prozent geben an, dass es häufig zu Konflikten mit diesen Verkehrsteilnehmer*innen kommt, wobei sich sogar 58 Prozent der Radfahrer*innen im Mischverkehr bedrängt und behindert fühlen.

Wie Klaus Schuster, Vorsitzender des ADFC-Kreisverbandes Memmingen-Unterallgäu berichtet, hat sich in Sachen Radverkehr in den vergangenen Jahren viel getan in Memmingen. Aber, ein großes Verbesserungspotential sieht der ADFC noch in den Bemühungen, eine nachhaltige Verkehrswende zu erreichen. Fußgängern, Radfahrern und dem ÖPNV muss auch weiterhin Vorrang bei verkehrspolitischen Entscheidungen eingeräumt werden. Allein schon an der stetig steigenden Anzahl der Radfahrer lässt sich der Wunsch der Bürger nach einer derartigen Verkehrswende ableiten. Positiv bewertet werden die sogenannten „Rillensteine“ bei den Übergängen zwischen Radweg und Straße, wie der stellvertretende Vereinsvorsitzende Johannes Holl anmerkte.

Es hat sich viel getan

Auch loben 56 Prozent der Teilnehmer die regelmäßige Reinigung der Radwege und 61 Prozent sind mit dem Winterdienst zufrieden. Ein großes Lob gibt es auch für die Einbahnstraßenregelung. Durch die entgegengesetzte Befahrerlaubnis für Radfahrer in den Einbahnstraßen sind viele Ziele in der Innenstadt für Radfahrer viel leichter als vorher erreichbar. Auch der Austausch alter Fahrradständer gegen zeitgemäße, moderne Radständer soll mittelfristig erfolgen.

Konflikte mit Falschparkern

Natürlich gibt es auch kritische Anmerkungen in den Befragungen. Negativ wird bewertet, dass Falschparker auf den Radwegen zuweilen großzügig geduldet werden und dies dann zu Konflikten zwischen den Verkehrsteilnehmern führt. Auch die Ampelschaltungen sind nicht optimal auf die Radfahrer abgestimmt. Hierbei wird es allerdings schwierig werden, eine Lösung zu finden, da die Radfahrer*innen durchaus mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten unterwegs sind. Auch die Radwegebreite wird von 60 Prozent der Befragten als zu schmal empfunden. Wünschen würden sich die Testteilnehmer*innen auch, dass es mehr Möglichkeiten zu Radmitnahme im Öffentlichen Personen Nahverkehr gebe. Wie der Leiter des Memminger Tiefbauamtes und Radverkehrsbeauftrage Urs Keil erläuterte, ist eine Mitnahmemöglichkeit eigentlich nur im überregionalem Verkehr sinnvoll. Im innerstädtischen Bereich sind Mitnahmeeinrichtungen an den Bussen nicht erforderlich. Auch das Thema Leihfahrräder und Raddiebstähle wird zu den verbesserungsfähigen Aufgaben in der Zukunft gehören. Ein Fahrradverleih wäre nur von privaten Unternehmen zu organisieren und kann nach den bisherigen Erfahrungen lediglich in größeren Städten rentabel arbeiten. Und der Bedarf besteht hauptsächlich bei auswärtigen Besuchern und diese können derzeit schon auf Leihfahrräder bei den örtlichen Fahrradfachhändlern zugreifen. Insgesamt erkennt der ADFC immer den guten Willen seitens der beteiligten Städte.

Klaus Schuster appellierte während der Videokonferenz an alle Verkehrsteilnehmer, doch bitte die Verkehrsregeln einzuhalten und immer Rücksicht auf die schwächeren Teilnehmer zu nehmen. Durch die Beachtung der Stärken-Reihenfolge: Fußgänger*innen, Radfahrer*innen, Autofahrer*innen wäre doch schon viel Sicherheit gewonnen in unser aller Leben. (rb)

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