„Es wird immer schwieriger für ältere Menschen“

Memmingen: Neu gewählter Seniorenbeirat hat Amtszeit begonnen

Der neue Seniorenbeirat (von oben links): Gernot Winkler, Wolfgang Albert, Herbert Gistl; (zweite Reihe von oben links): Manfred Bretzel, Walter Röllig, Wolfgang Decker, Brigitte Wassermann; (zweite Reihe von unten links): Stadtratsreferent Uwe Rohrbeck (links neben Treppe), Peter Merrath, Bürgermeisterin Margareta Böckh, Maria Fickler, Referatsleiter Jugend und Soziales, Jörg Haldenmayr, und Wolfgang Prokesch, Leiter der Seniorenfachstelle; (erste Reihe unten von links): Raimund Rau, Rita Häring, Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger und Armin M. Brandt. 
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Der neue Seniorenbeirat (von oben links): Gernot Winkler, Wolfgang Albert, Herbert Gistl; (zweite Reihe von oben links): Manfred Bretzel, Walter Röllig, Wolfgang Decker, Brigitte Wassermann; (zweite Reihe von unten links): Stadtratsreferent Uwe Rohrbeck (links neben Treppe), Peter Merrath, Bürgermeisterin Margareta Böckh, Maria Fickler, Referatsleiter Jugend und Soziales, Jörg Haldenmayr, und Wolfgang Prokesch, Leiter der Seniorenfachstelle; (erste Reihe unten von links): Raimund Rau, Rita Häring, Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger und Armin M. Brandt. 

Memmingen - Vergangene Woche fand in Memmingen die erste konstituierende Sitzung des neu gewählten Seniorenbeirats statt. Oberbürgermeister Manfred Schilder, die Zweite Bürgermeisterin Margareta Böckh und der Dritte Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger begrüßten neue, alte und scheidende Mitglieder im Rathaus. Erstmals waren am 11. Mai in der Plenumssitzung durch eine Satzungsänderung vom Stadtrat zwölf Mitglieder in den Seniorenbeirat gewählt worden, zuvor waren es acht gewesen.

„Diese Sitzung dient dazu, dass wir uns gegenseitig mal ein bisschen besser kennenlernen“, sagte Manfred Schilder, bevor alle zwölf Seniorenbeirätinnen und -beiräte, die künftig ehrenamtlich Verantwortung für ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger übernehmen wollen, sich kurz vorstellten. Sie alle werden den Stadtrat und den Oberbürgermeister in den kommenden sechs Jahren beraten, was Belange älterer Menschen und deren Mitwirkung am gesellschaftlichen Leben in Memmingen angeht. Ein wichtiges Ziel des Seniorenbeirats ist unter anderem auch, der Vereinsamung älterer Menschen entgegenzuwirken. Zudem sind die Mitglieder beauftragt, mit offenen Augen durch die Stadt zu gehen und deren Gestaltung aus der Perspektive der älteren Generation zu begleiten.

Für die rund 11.000 Menschen in Memmingen, die ein Alter von 60 Jahren bereits erreicht oder überschritten haben, sollen sie „Ansprechpartner von nebenan“ sein, so der Rathaus-Chef. Themen wie Barrierefreiheit stünden hier ganz weit oben. Die Stadthalle habe man bereits mit barrierefreien Eingangstüren sowie behindertengerechten Bänken ausgestattet. „Entsprechende Armlehnen sollen das Aufstehen und Hinsetzen erleichtern“, erläuterte Schilder.

Anschließend ergriff Walter Prokesch, Leiter der städtischen Seniorenfachstelle, das Wort: „Heute ist ein großer Tag, weil wir die nächsten sechs Jahre zusammenarbeiten werden.“ Mit Freude blicke er auf die vergangene Amtszeit zurück, in der der Seniorenbeirat vieles bewirkt habe. Als Beispiele nannte er den Stand bei den Gesundheitstagen und der Bürgerversammlung, Kooperationen mit der Verkehrs- und Kriminalpolizei für Vorträge, Kurzseminare oder die Aktion „Senioren informieren Senioren“.

Die ausgeschiedene Seniorenbeirätin Emma Hermann hatte ein besonderes Anliegen an ihre Nachfolger: „Bitte vergesst uns nicht, vor allem bei der Digitalisierung. Es wird immer schwieriger für ältere Menschen, da noch mitzuhalten“, so die 84-Jährige. Deutlich geworden sei die Problematik bereits beim aktuell komplizierten Zutritt zur „Badeanstalt“: Sich Eintrittskarten für das Freibad vorab online zu reservieren, wie es die Corona-bedingten Auflagen vorsehen, sei für einige Senioren schlichtweg nicht machbar. Zusammen mit Susanne Fohmann und Hans Christian Schmieder (beide Mitglieder seit 2014) wurde Hermann (Mitglied seit 2009) bei der konstituierenden Sitzung aus dem Seniorenbeirat verabschiedet. „An dieser Stelle werden jetzt ein paar Tränen verdrückt. Leider darf ich Sie aufgrund der aktuellen Lage nicht umarmen“, sagte Oberbürgermeister Schilder und ergänzte „Sie haben viel Zeit und Nerven in die Arbeit des Seniorenbeirats gesteckt. Dafür danke ich Ihnen im Namen der Stadt.“

Dem Seniorenbeirat gehören weiterhin Armin M. Brandt, Wolfgang Decker, Maria Fickler (alle seit 2014) und Walter Röllig (seit 2009) an. Neu sind Wolfgang Albert, Manfred Bretzel, Herbert Gistl, Rita Häring, Peter Merrath, Raimund Rau, Brigitte Wassermann und Gernot Winkler. Dem Gremium gehört darüber hinaus der Oberbürgermeister mit Stimmrecht an. Der Beirat wird unterstützt vom Seniorenreferenten des Stadtrats und von der Verwaltung durch die Seniorenfachstelle mit Wolfgang Prokesch und Diana Wegner sowie durch Referatsleiter Jugend und Soziales, Jörg Haldenmayr. Dieser erläuterte den neuen Beiräten die städtische Seniorenbeiratssatzung und lobte vor allem das stets konstruktive und wertschätzende Miteinander unter den Mitgliedern: „So kann Arbeit auch Spaß machen“, sagte er.

Der Seniorenbeirat wird auch an der Fortschreibung des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts mitwirken, das in den kommenden Monaten umgesetzt werden soll. Wolfgang Prokesch informierte über Zahlen einer Bevölkerungsprognose der Bertelsmann Stiftung von 2019, nach der im Jahr 2030 der Anteil der 65- bis 79-Jährigen in Memmingen von rund 6.360 auf etwa 7.840 Personen ansteigen werde. Der Anteil der über 80-Jährigen steige von rund 3.220 auf etwa 3.510 Personen. (jz)


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