Immo-Holding GmbH übernimmt Traditionsbetrieb

Memmingen: Hotel Weisses Ross unter neuer Leitung

Den Schlüssel für das Hotel „Weisses Ross“ in Memmingen übergaben Fritz und Luise Halder an Alexandra Strecke-Voith und Christoph Ernst.
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Den Schlüssel für das Hotel „Weisses Ross“ übergaben (von links) Fritz und Luise Halder an die neuen Inhaber Alexandra Strecke-Voith und Christoph Ernst (von rechts). Zum neuen Leitungsteam gehört auch F&B-Manager Mehmet Sancar (Bildmitte).

Memmingen – Das traditionsreiche Hotel Weisses Ross in Memmingen hat den Besitzer gewechselt. Fritz und Luise Halder, die das Hotel in fünfter Generation führen, haben in der Allgäuer Immobilienfirma - der Immo Holding GmbH - einen Nachfolger gefunden.

Seit Anfang dieses Jahres ist sie Eigentürmer des 1869 als Brauerei erbauten Gebäudes und durch die Familie Halder umgewandelten Hotels. Geschäftsführer des 72 Zimmer Betriebes ist die Tochter der Familie, Alexandra Strecke-Voith und Christoph Ernst, die schon gemeinsam erfolgreich das Wellness Hotel Tanneck in Bad Wörishofen leiten. Alle Mitarbeiter wurden übernommen. Somit sei der Grundstein für eine weitere erfolgreiche Zukunft gelegt.

Mit seiner 151-jährigen Geschichte ist das Hotel Weisses Ross eine Institution in Memmingen, die Stadt der Tore und Türme, Giebel und Fassaden. Am Beginn der Familientradition stehen Tiberius und Elisabeth Halder, die 1869 die als damals bekannte Brauerei „zu Roß“ erworben haben. Durch die Nachkommen Fritz und Maria Halder wurde das „Weiße Roß“ zum bedeutenden Gasthof. In den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg wurde das völlig zerstörte Gasthaus durch Sohn Fitz Halder und seiner Frau Lydia liebevoll wiederaufgebaut und von 16 auf 40 Zimmer erweitert. Im Jahre 2000 übernahmen dann Fritz und Luise Halder in fünfter Generation das heute bekannte Hotel Weisses Ross, das sie im Laufe der Jahre um weitere 32 Zimmer und sieben Tagungsräume erweiterten.

2018 war das Hotel eigentlich schon so gut wie an Sohn Dominik Halder übergeben worden. Doch wegen der Corona-Pandemie und der unklaren Zukunft hat dieser 2020 den Entschluss gefasst, nicht in die Geschäftsführung einzusteigen. Somit blieb den Halders nur der Verkauf ihres Hotels, da eine Verpachtung für sie nicht in Frage kam. Drei Käufer waren schließlich am Weissen Ross interessiert, zwei Hotelketten und der Allgäuer Familienbetrieb. Fritz Halder erklärt seine Entscheidung für die Familie Voith folgendermaßen: „Für uns war es wichtig, unseren Besitz unter die Führung eines Familienbetriebes zu geben. Mit einer Frau an der Spitze der Hotelleitung. Ebenso wie es früher meine Mutter, Großmutter und Urgroßmutter erfolgreich vorgelebt haben.“

Natürlich herrschen auch jetzt noch ungewisse Zeiten für Gastronomen. Die meisten Hotels sind seit Monaten geschlossen, der zweite Lockdown zwingt alle in die Knie. Das war jedoch kein Hindernis für die Immo-Holding, eine Immobilienfirma, die schon seit 1965 im Allgäu ansässig ist, das Hotel Weisses Ross zu kaufen. Alexandra Strecke-Voith führt aus: „Mein Vater Josef Voith, der unsere Firma großgemacht hat, verfolgt schon immer die Philosophie ganz nach Carl Mayer von Rothschild ‚kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen‘. Das Ehepaar Halder hat einen großartigen Job hier im Hotel geleistet. Alle 72 Zimmer sind super im Schuss, nur geringe Renovierungsarbeiten sind zu leisten und das Hotel hat trotz Corona sehr gute Zahlen geschrieben - es hat einfach alles gepasst!“ Sie ergänzt: „Ich blicke optimistisch in die Zukunft. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es keine Verlängerung des Lockdowns mehr geben wird. Ich habe mit Herrn Ernst und meinem Team hervorragende Leute an meiner Seite und wir können es kaum erwarten, in unseren beiden Hotels die Gäste wieder bewirten und verwöhnen zu dürfen. Sie haben es nach so einer langen Zeit des Zuhausebleibens einfach verdient.“

Beiden Geschäftsführern ist es auch ein großes Anliegen, speziell die Memminger Bürger*innen wieder ins Weisse Ross zurückzuholen. „Denn das Hotel Weisses Ross gehört einfach zur Geschichte Memmingens“, bekräftigt Alexandra Strecke-Voith. Künftig wird es auch ein digitales Reservierungssystem „Open Table“ geben, mit dem man mit nur einem Klick einen Tisch im Restaurant reservieren kann. Der Bauantrag für ein zweites Hotel mit 56 Zimmern auf dem hoteleigenen Parkplatz wurde um weitere zwei Jahre verlängert. Alexandra Strecke-Voith rechnet aber erst mit einem Baubeginn frühestens im Frühjahr 2022. Für sie steht jetzt an erste Stelle, „dass einfach die Gäste wieder die Möglichkeit haben, unbeschwert zu uns zu kommen. Auch all unsere Mitarbeiter freuen sich, wenn bei ihnen wieder der ganz normale Alltag eintrudelt und sie wieder richtig arbeiten können“. (MK)

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