Recht auf Mitbestimmung stärken

Memmingen: Jugendamt lädt zum ersten Jugendparlament ein

Memmingens Jugendpfleger Andreas Kerler zusammen mit Mitgliedern des Kinderparlaments.
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So wie das Kinderparlament soll das Jugendparlament den jungen Menschen der Stadt Memmingen eine eigene Plattform zur Mitbestimmung bieten. Jugendpfleger Andreas Kerler (links) koordiniert dann beide Parlamente – für die Kinder und die Jugendlichen. Das Foto entstand vor der Corona-Krise.

Memmingen - Das Recht auf Mitbestimmung ist in einer Demokratie das A und O. So sollen auch die Jugendlichen der Stadt Memmingen nun eine Plattform für ihre Ideen und Wünsche erhalten. Deshalb wird in Memmingen ein Jugendparlament eingeführt.

„Es ist sehr wichtig, dass auch junge Menschen zwischen 14 bis 21 Jahren die Möglichkeit erhalten, sich mitzuteilen und dadurch besser in die Gesellschaft mit einbezogen zu werden“, betont Oberbürgermeister Manfred Schilder. In Anlehnung an das bereits bestehende Kinderparlament werden daher ausgewählte Vertreterinnen und Vertreter aus der Schülermitverantwortung (SMV) aller Schulen im Parlament sitzen. Je eine Person aus den Förder-, Mittel-, Real-, Wirtschafts- und Berufsschulen bis hin zu den Gymnasien, den Fach- und Berufsoberschulen wird teilnehmen. Dazu kommen noch je ein/e Jugendliche/r vom Jugendhaus Memmingen und vom Jugendtreff Splash. Insgesamt wird das Parlament somit aus 18 stimmberechtigten Mitgliedern bestehen. Als beratendes Mitglied wird den Jugendparlamentariern eine Person aus der Vorstandschaft des Stadtjugendrings zur Seite stehen. Die Amtsperiode beträgt ein Jahr, danach kann ein neues Mitglied durch die SMV bestimmt werden.

„Die Einführung des Jugendparlaments ist für uns auch ein wichtiger Beitrag zur politischen Bildung und zur demokratischen Teilhabe junger Menschen in Memmingen“, sagt Jugendamtsleiter Michael Wagner. Es biete den Jugendlichen die Möglichkeit, sich für ihre Belange und ihre Mitwirkung am gesellschaftlichen Leben einzusetzen und führe sie gleichzeitig in die demokratischen Willensbildungsprozesse ein.

Zweimal im Jahr kommt das Jugendparlament zu Arbeitstreffen zusammen, während denen Anträge an den Oberbürgermeister vorgeschlagen, formuliert und anschließend durch Mehrheitsbeschluss festgelegt werden. Zeitnah zu den Arbeitstreffen findet dann eine öffentliche Sitzung statt, bei der die Anträge mit dem Stadtoberhaupt beraten und als Thema in die Sitzungen des Jugendhilfeausschusses eingebracht werden. Das Jugendparlament fungiert somit als Ansprechpartner junger Menschen und wirkt zudem bei der Entwicklung, Fortschreibung und Umsetzung der städtischen Jugendhilfeplanung aktiv mit.

„Die Ideen und Anregungen aus dem Jugendparlament sollen zu einer Verbesserung der Situation und der Angebote für Jugendliche beitragen und Maßnahmen zum Erhalt und zur Schaffung einer jugendfreundlichen Stadt Memmingen voranbringen“, erklärt Andreas Kerler, Jugendpfleger der Stadt Memmingen. Kerler ist von Seiten der Stadt Memmingen als Ansprechpartner für Fragen der Organisation und der Verwaltung der Angelegenheiten des Jugendparlaments zuständig. Gefördert wird das Jugendparlament durch den Bayerischen Jugendring (BJR) und das „Fachprogramm Demografie und Partizipation“. (MK)

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